Angeschlagenes KVÖ-Team mit schwerem Stand in Nanjing

International

In Nanjing (CHN) fand gestern und heute (29./30. 04.) der dritte Boulder Weltcup der Saison 2017 statt. Nachdem fast das gesamte Österreichische Team unter der Woche erkrankt war, hatte es bei großer Hitze einen schweren Stand. Anna Stöhr zeigte trotzdem eine starke Leistung und beendete den Wettkampf auf dem 8. Platz. Alfons Dornauer durfte sich im zweiten Weltcup nach seiner Verletzungspause über den Halbfinaleinzug freuen während Georg Parma sich seine ersten Boulder Weltcuppunkte sicherte. Den Sieg holten Keita Watabe (JPN) und Shauna Coxsey (GBR).

(c) Heiko Wilhelm

Nanjing (CHN): Nanjing wurde als chinesische Hauptstadt 1937 im Zuge des chinesisch-japanischen Krieges aufgegeben, es war das Ende der sogenannten Nanjing-Dekade. Die Regierung der damaligen Republik China zog ins 1300 Kilometer entfernte Chongqing um. Umgekehrt machten es die besten Boulderer der Welt: Nachdem der Weltcup voriges Wochenende in Chongqing stattgefunden hatte, ging es Samstag und Sonntag in Nanjing weiter. 

Schwieriger Wettkampf unter extremen Bedingungen

Unter der Woche weilte das KVÖ-Team zu Trainingszwecken in Shanghai, wo gleich mehrere AthletInnen erkrankten. Jakob Schubert und Katharina Posch hatte es besonders schlimm erwischt, aber auch Alfons Dornauer und Anna Stöhr waren nicht verschont geblieben. Der gesamte Wettkampf fand bei extremer Hitze statt, in Nanjing herrschten bis zu 30º C. Die Boulder-Wand befand sich unglücklicherweise unter einem Glasdach und über schwarzen Weichböden. Extreme Temperaturen an der Wand waren die Folge.

Schubert hatte am Samstag vor Beginn der Qualifikation immer noch starke Kopfschmerzen und war beim Wettkampf folglich nur ein Schatten seiner selbst. Rang 37 war das Ergebnis. Georg Parma gelang es mit Platz 30 seine ersten Boulder Weltcuppunkte zu holen. Er freute sich zurecht über eine gelungene Leistung: "In Nanjing fühlte ich mich so gut wie noch nie bisher in einer Weltcup-Qualifikation. Leider fehlte mir schlussendlich ein Top, um im Semifinale klettern zu dürfen. Nichtsdestotrotz bin ich voller Motivation zur Spitze aufzuschließen und freue mich richtig auf den nächsten Start in Japan!" Auch Kathi Posch ging geschwächt an den Start und beendete den Wettkampf auf Platz 29.

Dornauer und Stöhr im Halbfinale

Alfons Dornauer und Anna Stöhr zogen ins Halbfinale ein, welches bei den Damen und bei den Herren wie schon in Chongqing mit sehr schwierigen Problemen aufwartete. Dornauer, der sich in der Qualifikation mit Platz 5 inmitten der Weltspitze präsentierte, konnte seine Form vom Vortag im Halbfinale leider nicht ausspielen und beendete den Bewerb schlussendlich auf Platz 20. "Nach der anstrengenden Qualifikation gestern habe ich heute von Beginn an gemerkt, dass ich gesundheitlich nicht bei 100% bin. Nichtdestotrotz bin ich zufrieden, da mir die Leistung in der Qualifikation Bestätigung und Selbstvertrauen zugleich gibt, dass ich auf dem richtigen Weg bin."

Anna Stöhr hatte einen guten Start ins Halbfinale, als ihr beim ersten Boulder eine komplexe Stelle schon im dritten Versuch gelang. Ein kleiner Fehler auf dem Weg zum letzten Griff zwang sie zu zwei weiteren Versuchen, die sie am Ende den Finaleinzug kosteten. Beim dritten Boulder hätte sie den Fehler kompensieren können, sie scheiterte aber denkbar knapp am letzten Zug. Stöhr beendete den Wettkampf auf Platz 8: "Leider war ich beim ersten Boulder im dritten Versuch ein wenig zu unentschlossen und das hat mich den Finaleinzug gekostet. Daher bin ich enttäuscht. Das Positive ist, dass ich mich wieder fit fühle."

KVÖ-Sportdirektor Heiko Wilhelm fasste das Halbfinale wie folgt zusammen: "Für Anna Stöhr war es extrem knapp. Ein kleiner Fehler am ersten Boulder wurde hart bestraft. Alfons Dornauer bestätigte gestern, als er sich als 5. seiner Gruppe qualifizierte, dass er vorne mithalten kann. Morgen geht es weiter nach Tokio. Bei Katharina (Anm. Posch) und Jakob (Anm. Schubert) hoffe ich, dass sie schnell wieder zu Kräften kommen. Viel Zeit bis zum Weltcup in Tokio bleibt leider nicht.

Bei den Herren gewann Keita Watabe (JPN) vor seinem Landsmann Tomoa Narasaki und Jernej Kruder (SLO). Bei den Damen holte sich Shauna Coxsey (GBR) ihren zweiten Saisonsieg vor Janja Garnbret (SLO) und Miho Nonaka (JPN). 

Nächste Station: Tokio, Japan

Am kommenden Wochenende (06./07. 05.) findet in Tokio (JPN) der nächste Boulder Weltcup statt, bevor es wieder zurück nach Österreich geht.  Zum KVÖ-Aufgebot von Nanjing stoßen Berit Schwaiger und Franziska Sterrer hinzu. 


Text: Ben Lepesant

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