Kletterverband Österreich blickt auf spannendes Jahr zurück

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In Obergurgl im Ötztal trafen sich die KVÖ-AthletInnen und der Betreuerstab der Nationalkader im Bouldern, Vorstieg und Speed zum bereits traditionellen Jahresabschluss-Trainingslager. Nach einem intensiven Jahr standen Aktivitäten wie Langlaufen, Skifahren, Rodeln und regenerative Maßnahmen auf dem Programm. Die gemeinsame Zeit wurde auch dazu genutzt um ein ereignisreiches Jahr 2017 Revue passieren zu lassen und den Blick auf 2018 und die Heim-WM in Innsbruck zu richten.

Obergurgl (AUT): Aus organisatorischer Sicht war 2017 von der Mammut-Aufgabe "Jugend- und Junioren-WM" geprägt. Der Wettkampf, bei dem 1172 AthletInnen in 6 Kategorien und 4 Disziplinen registriert waren, war das erste Großereignis das im neuen Kletterzentrum Innsbruck und KVÖ-Bundesleistungszentrum ausgetragen wurde. Die Anlage bestand die Feuertaufe souverän. Die Staatsmeisterschaften im Speed und im Lead, sowie die ersten Österreichischen Meisterschaften im Paraclimbing im Mai an gleicher Stelle waren davor ein erfolgreicher Test. 

Wie jedes Jahr wurden mehrere internationale Jugend-Bewerbe in Österreich ausgetragen. Beim Boulder European Youth Cup in Graz wurde der Teilnehmerrekord der Serie geknackt. In Imst, Dornbirn und Mitterdorf wurden Lead European Youth Cups ausgetragen. Bei allen Events konnten die Organisatoren zeigen, wieso Österreich als Ausrichterland für internationale Kletterwettkämpfe eine Topadresse ist.

Michael Schöpf (KVÖ Sportmanager) zeigte sich zufrieden mit dem Jahr 2017: „Bei allen heurigen Großevents konnten sich der KVÖ und seine ausrichtenden Mitgliedsvereine von ihrer besten Seite präsentieren. Die Organisation und der Ablauf der Wettkämpfe entsprachen unseren Erwartungen. Die Austragung der Jugend- und Junioren-WM heuer brachte uns wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse im Hinblick auf die Vorbereitung der WM 2018."

Damenteam vom Verletzungspech verfolgt
Ob Boulder- oder Lead-Team, die KVÖ-Leistungträgerinnen hatten das Glück heuer nicht auf ihrer Seite. Katharina Saurwein sorgte zu Saisonbeginn beim Boulder Weltcup in Meiringen mit Platz 2 für einen Paukenschlag. Diese Topform konnte sie krankheitsbedingt nicht halten. Die Grande Dame des österreichischen Boulderns, Anna Stöhr, hatte ebenfalls mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Ihr gelangen in Chongqing (Platz 4) und in Nanjing (Platz 8) trotzdem Spitzenplatzierungen. Hoffnungsträgerin Berit Schwaiger, die sich zu Beginn der Saison verletzte und erst im Mai einsteigen konnte, kletterte beim Weltcup in Tokio ins Halbfinale. Die Juniorinnen Johanna Färber und Franziska Sterrer zeigten beide starke Leistungen in der allgemeinen Klasse. Beim Boulderweltcup in Navi Mumbai legte Johanna Färber eine Glanzleistung an die Wand und holte sich Platz 8. Die Juniorin Franziska Sterrer krönte ihre starke Saison mit einem 12. Platz beim Weltcup in München sowie dem Junioren-Europameistertitel im Bouldern. Jessica Pilz verpasste sechs von sieben Boulder Weltcups aufgrund einer schweren Fußverletzung.


Im Lead traf es die Athletinnen noch schlimmer: Christine Schranz hatte bei der ÖSTM in Innsbruck eine beeindruckende Form gezeigt, bevor eine schwere Schulterverletzung ihr Saisonende bedeutete. Magdalena Röcks Fingerverletzung aus dem Jahr 2016 begleitete sie fast die ganze Saison 2017 über, sie konnte erst ab Hochsommer voll ins Training einsteigen und verbuchte im Herbst drei Halbfinaleinzüge. Katharina Posch verletzte sich bei der Boulder-EM in München schwer und musste auf die zweite Saisonhälfte im Lead verzichten.

Beeindruckende Konstanz von Jessica Pilz 
Jessica Pilz' Fußverletzung im Februar wirkte sich auch auf ihre Lead-Vorbereitung aus. Sie kletterte nichtsdestotrotz bei jedem Weltcup (bis auf einen) ins Finale, holte zwei Podestplätze und EM-Bronze in Campitello di Fassa (ITA). "Durch die Fußverletzung war ich die ganze Saison über nie zu 100 Prozent fit. Ich bin deshalb zufrieden damit, bis auf einmal bei jedem Bewerb im Finale gestanden zu sein. Verletzungsfrei zu bleiben ist das große Ziel für nächstes Jahr, weil ich weiß, dass ich dann wieder ganz vorne mitklettern kann."

Hannah Schubert gelang es zwei Mal, sich für das Weltcupfinale zu qualifizieren. Katharina Posch, die bei der EM ins Finale geklettert war, und Julia Fiser zeigten ebenfalls starke Leistungen und qualifizierte sich für insgesamt vier Halbfinalrunden. 


Jakob Schubert bleibt der Erfolgsgarant
Im Boulderweltcup schaffte es Jakob Schubert, zur Weltspitze aufzuschließen. Seine beste Leistung zeigte er in Tokio, wo er Rang 5 erreichte. Nachdem er nach sich der Lead-EM im Juni (wo er Bronze holte) wieder ausschließlich dem Bouldern widmete, holte er bei seiner Rückkehr in der Lead-Disziplin in Arco (ITA) seinen 17. Weltcup-Erfolg. In Edinburgh (GBR) holte er Rang 3, bei seinem nächsten Antritt, in Kranj (SLO), stand er wieder ganz oben auf dem Podest. Schubert lag nunmehr bei 10 internationalen Lead-Bewerben in Folge unter den ersten drei. "Ich bin sehr zufrieden mit meiner Saison. Im Bouldern wollte ich den Anschluss an die Weltspitze finden, und das ist mir gelungen. Wenn ich die Qualifikation überstanden habe bin ich jedes Mal unter die Top Ten geklettert. Mein Hauptfokus liegt auf 2018 und den Weltmeisterschaften in Innsbruck, deshalb habe ich heuer bewusst zum ersten Mal auf ein paar Lead Weltcups verzichtet. Mein Hauptziel für nächstes Jahr ist es den Weltmeistertitel im Lead zu holen. Außerdem werde ich erstmals in der Kombination starten, wo eine Medaille mein Ziel ist," so Schubert in Obergurgl.

Max Rudigier holt sich Podestplatz beim hochklassigen Weltcup in Arco
2016 hatte Max Rudigier in Arco mit Rang 10 beim Weltcup und Rang 3 beim Rockmaster sein bestes Saisonergebnis erreicht. Heuer gelang ihm bei diesem prestigeträchtigen Weltcup wieder eine Bestleistung: Er sicherte sich mit einer tollen Vorstellung in allen Runden den dritten Platz und seinen ersten Podestplatz im Weltcup. In Edinburgh bestätigte Rudigier seine positive Entwicklung und kletterte auf Rang 7. Der 24-jährige Salzburger ist damit nach David Lama und Jakob Schubert der dritte Österreicher, dem es gelungen ist, auf ein Weltcuppodest im Lead zu klettern. Er sagte: "Trotz einiger Fehler, die im nächsten Jahr auszumerzen versuchen werde, bin ich nach dieser Saison sehr positiv für das Wintertraining eingestellt. Die zwei Finalteilnahmen waren ein sehr großer Erfolg für mich und ein guter Grund, für die nächsten Jahre optimistisch zu sein."

Der Nachwuchs zeigt bei Großereignissen sein Potential
Der KVÖ-Nachwuchs hat heuer insbesondere im Juniorenbereich bei den den Großereignissen groß aufgezeigt. Aus einem starken Team herausgestochen sind die drei Junioren Jan-Luca Posch, Franziska Sterrer und Laura Stöckler, sowie U18-Athletin Sandra Lettner. Posch holte sich neben Bronze bei der Junioren-WM, auch Junioren-EM-Gold im Bouldern und in der Kombination. Franziska Sterrer konnte die Europacup Gesamtwertung im Bouldern für sich entscheiden und wurde Europameisterin in der gleichen Disziplin. Laura Stöckler holte Junioren-EM- und Junioren-WM-Titel in der Kombination. Sandra Lettner schaffte es als erste Kletterin, die bekannte Ashima Shiraishi bei einem Nachwuchsbewerb zu schlagen, als sie sich Kombinationsgold bei der Junioren-EM in Innsbruck holte. Sie gewann auch die Europacupgesamtwertung im Lead der U18.

Insgesamt 15 Medaillen bei Europa- und Weltmeisterschaften in den Kategorien U16, U18 und JuniorInnen bestätigen das große Potential. In den Europacup-Gesamtwertungen erreichten die heimischen Nachwuchshoffnungen insgesamt 8 Podest-Plätze. 

KVÖ-Sportdirektor Heiko Wilhelm blickt auf eine spannende Saison zurück: "Die heurige Saison hat mit einem 2. Platz im Boulderweltcup begonnen (Katha Saurwein) und endete mit einem Sieg im Vorstiegsweltcup (Jakob Schubert). Dazwischen liegen zahlreiche Wettkämpfe, die von sehr erfreulichen (EM Medaillen, Podestplätze) aber teilweise auch von schmerzhafte Momenten geprägt waren. Zwischen Sieg und Niederlage entschieden meist Nuancen. Dies ist nicht zuletzt der enormen Dichte im Klettersport und dem Hype um die Vorbereitung auf Tokyo 2020 geschuldet. Hinzu kommen auch die im Sport allgegenwärtige Dynamik und Komplexität. Die Herausforderungen, welchen wir mit ständigen Adaptionen und kritischer Auseinandersetzung begegnen müssen, sind zweifelsfrei da. Die Erfolge in der Saison waren enorm wichtig, aber auch die weniger erfreulichen Momente, die zwar im Augenblick schmerzhaft waren, aber im Rückblick wichtige Erkenntnis für die kommenden Jahre liefern. Die Saison ist zwar zu Ende, die Vorbereitungen haben aber bereits begonnen. Mit der Heimweltmeisterschaft 2018 in Innsbruck und den Vorbereitungen auf die Olympischen Spielen 2020 steht eine entscheidende Phase an, auf die wir natürlich optimal vorbereitet sein wollen."


Text: Ben Lepesant


Erfolgsbilanz Kletterverband Österreich 2017

Europameisterschaft Lead Campitello di Fassa / ITA
3. Platz Jakob Schubert    ÖAV Innsbruck Lead Herren
3. Platz Jessica Pilz    ÖAV Haag Lead Herren

Europameisterschaft Kombination München / GER
2. Platz Jakob Schubert   ÖAV Innsbruck Kombination Herren

Jugend- und Juniorenweltmeisterschaften Innsbruck / AUT
3. Platz Jan-Luca Posch   ÖAV Innsbruck Boulder Herren U20
1. Platz Sandra Lettner   ÖAV Vöcklabruck Combined Damen U18
1. Platz Laura Stöckler   ÖAV Haag Combined Damen U20

Jugend- und Junioreneuropameisterschaft Boulder Slany / CZE
1. Platz Franziska Sterrer   NFÖ Vöcklabruck Boulder Damen U20
1. Platz Jan-Luca Posch   ÖAV Innsbruck Boulder Herren U20
3. Platz Laura Stöckler    ÖAV Haag Boulder Damen U20
2. Platz Sandra Lettner    ÖAV Vöcklabruck Boulder Damen U18
3. Platz Celina Schoibl    NFÖ Salzburg Boulder Damen U18

Jugend- und Junioreneuropameisterschaft Lead u. Speed Perm / RUS
3. Platz Laura Stöckler  ÖAV Haag Lead Damen U20
3. Platz Celina Schoibl NFÖ Salzburg Lead Damen U18
1. Platz Laura Stöckler ÖAV Haag Combined Damen U20
1. Platz Jan-Luca Posch   ÖAV Innsbruck Combined Herren U20
2. Platz Franziska Sterrer   NFÖ Vöcklabruck Combined Damen U20
3. Platz Thomas Podolan   NFÖ Salzburg Combined Herren U16
3. Platz Julia Lotz ÖAV    Hohe Munde Combined Damen U16

Weltcup Gesamtwertung 2017    
6. Platz Jakob Schubert   ÖAV Innsbruck Lead Herren
6. Platz Jakob Schubert   ÖAV Innsbruck Combined Herren
4. Platz Jessica Pilz   ÖAV Haag Combined Damen
10. Platz Jessica Pilz   ÖAV Haag Combined Damen
10. Platz Hannah Schubert   ÖAV Innsbruck Lead Damen

Jugend- und Junioreneuropacup Gesamtwertung 2017  
1. Platz Franziska Sterrer   NFÖ Vöcklabruck Boulder Damen U20
2. Platz Florian Klinger   ÖAV Innsbruck Boulder Herren U20
3. Platz Jan-Luca Posch   ÖAV Innsbruck Boulder Herren U20
1. Platz Sandra Lettner   ÖAV Vöcklabruck Boulder Damen U18
2. Platz Sandra Lettner   ÖAV Vöcklabruck Lead Damen U18
3. Platz Eva Hammelmüller    ÖAV Haag Lead Damen U18
3. Platz Nicolai Uznik   SV St. Johann i. K. Herren U18
2. Platz Thomas Podolan   NFÖ Salzburg Lead Herren U16

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