Wettkampf-Feeling im Kletterzentrum Innsbruck

Allgemein

Erste Standortbestimmung für das KVÖ-Team: Beim Trainingslager in Innsbruck kam erstmals in der Vorbereitung wieder Wettkampf-Feeling auf, wenn auch aufgrund des COVID-19- Sicherheitskonzepts unter etwas anderen Voraussetzungen.

Statt zu verreisen entschied sich der Kletterverband Österreich dazu, das Trainingslager im Kletterzentrum Innsbruck, wo das Bundesleistungszentrum des KVÖ untergebracht ist, abzuhalten. Unter der Aufsicht der KVÖ-Nationaltrainer Reinhold Scherer, Kilian Fischhuber und Katharina Saurwein wurde an der Technik gefeilt und bei Wettkampfsimulationen der Ernstfall geprobt. „Wir haben im Kletterzentrum Innsbruck mit dem Bundesleistungszentrum eine hervorragende Infrastruktur, die wir sehr gerne nutzen. Da müssen wir nicht immer weit verreisen, um ideale Trainingsbedingungen vorzufinden. Es war einfach wichtig, dass wirklich alle Athletinnen und Athleten zusammenkommen und gemeinsam trainieren“, so Scherer.

 

„Karten werden auf den Tisch gelegt“

 

Trainiert wurde in kleinen Gruppen in mehreren Räumen. Fischhuber: „Wir wissen es sehr zu schätzen, dass wir das Privileg haben, in der Halle trainieren zu dürfen. Für uns war es wichtig, dass wir alle Athletinnen und Athleten wieder zusammenbringen. Gerade in einer Zeit, in der es wenige Bewerbe gibt, ist es essenziell, zielorientierte Einheiten zu haben und Wettkämpfe zu simulieren. Über den Winter haben alle sehr gut trainiert und echt einen großen Schritt gemacht. In einem Trainingslager kann man sofort auf Kleinigkeiten reagieren und daran gezielt arbeiten – das hilft uns allen.“

 

Die Athletinnen und Athleten konnten sich tatsächlich gegenseitig pushen. Boulder-Staatsmeisterin Johanna Färber, die für gewöhnlich in Graz trainiert, bilanziert zufrieden: „Das Trainingslager war supercool, auch wenn es aufgrund der Kleingruppen echt intensiv war. Da werden die Karten immer auf den Tisch gelegt und man sieht, wo man selbst steht. Den Vergleich habe ich leider aktuell nicht so oft, da ich hauptsächlich in Graz trainiere und die anderen dadurch kaum sehe. Die Wettkampfsimulation nehme ich immer sehr ernst und bin davor immer ein wenig nervös. Bei den physisch anstrengenden Dingen fühle ich mich schon sehr fit, bei koordinativ anspruchsvollen Sprüngen und auf der Platte muss ich hingegen noch etwas zulegen – aber da habe ich noch Zeit. Ich versuche einfach meinen Weg zu konsequent zu gehen.“

 

Plangger in Frühform

 

Neben Boulder und Lead standen am Wochenende noch Speed-Einheiten auf dem Programm. „Wir haben zuerst Krafttrainings absolviert, ehe wir mit Zeitläufen den Ist-Stand erhoben haben. In den letzten zwei bis drei Monaten wurde die Reihenfolge der Griffe und Tritte, die sie verwenden, verändert. Es ist immer spannend zu sehen, was es bringt und wie schnell sich das dann auf die Zeit auswirkt, oder ob es noch etwas braucht, bis es eingeschliffen ist. Bei Alex (Anm: Elmer) hat das schon super funktioniert und sie konnte konstant gute Läufe zeigen. Tobi (Anm.: Plangger) ist bereits wieder eine 5er Zeit gelaufen, was für den Jahreszeitpunkt echt unglaublich ist“, so Saurwein, die auch ein Auge auf das Jugend-Nationalteam warf. „Es ist auch für den Nachwuchs wichtig, im Rhythmus zu bleiben und einen Vergleich zu haben. Wir sind mit den Entwicklungen sehr zufrieden.“

 

Zufrieden ist auch Speed-Rekordhalter Plangger mit seiner starken Frühform: „Die Zeiten waren schon ganz gut, das Training der letzten Monate scheint zu fruchten. Es ist eine Bestätigung für den eingeschlagenen Weg.“ Ein Weg, der ihn langfristig zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris führen soll. Dort wird neben einem Combined-Bewerb (Lead und Boulder) auch ein eigener Speed-Bewerb ausgetragen: „Diese Nachricht hat mich sehr gefreut. Jetzt habe ich ein großes Ziel, auf das ich hinarbeiten kann. Auch, wenn es noch ein langer Weg ist – ich will nach Paris und dort um die Medaillen mitkämpfen.“

 

Schubert: „Guter Start in die Olympia-Vorbereitung“

 

Zunächst stehen im Sommer 2021 allerdings die Olympischen Spiele in Tokio auf dem Programm. Jakob Schubert und Jessica Pilz vertreten Österreich und peilen eine Medaille an. Der Weg dorthin ist noch nicht ganz klar, ob aufgrund der COVID-19-Pandemie alle Weltcups stattfinden können, steht noch in den Sternen. Der Boulder-Weltcup in München (21./22. Mai) wurde bereits abgesagt und nach Salt Lake City (USA) verschoben, wo somit ein Weltcup-Doppel (Boulder und Speed von 28. bis 30. Mai) stattfinden soll.

 

Weitere Verschiebungen könnten folgen. „Wir gehen davon aus, dass alles stattfindet, speziell die Olympischen Spiele und die WM in Moskau. Das sind die großen Highlights, auf die wir die Planung auslegen. Die Bewerbe vorher nehmen wir mit, so gut es geht. Fest steht jedenfalls, dass wir weitere Simulationen durchführen werden“, will Scherer den Fokus nicht verlieren.

 

Jakob Schubert, mittlerweile der Routinier im Team und beim Trainingslager wieder einmal Zugpferd Nummer eins, freut sich auf die kommenden Aufgaben: „Sport lebt von Emotionen und Begeisterung, beides ist ungleich größer, wenn das ganze Team zusammenkommt. Wir haben uns im Training gut gepusht, für mich persönlich war es ein guter Start in die Olympia-Vorbereitung. Ich freue mich auf dieses Jahr und alles, was es bringen wird.“

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