Amon in St. Pölten das Maß der Dinge

Nach den starken Leistungen des österreichischen Nachwuchses am Samstag haben auch die heimischen Speed-Asse bei der World Climbing Europe Series in St. Pölten am Sonntag für zahlreiche Highlights gesorgt.

Allen voran Lokalmatador Kevin Amon, der einen souveränen Heimsieg feierte. Mit Johanna Nagl schaffte zudem auch bei den Damen eine Österreicherin den Sprung ins Finale der besten 16.

 

„Mit einem Sieg bei den Herren kann man als Coach natürlich sehr zufrieden sein. Kevin hat den Wettkampf hervorragend gemeistert und sich mit einer starken Finalzeit von 5,00 Sekunden gegen starke Konkurrenz durchgesetzt. Besonders freut mich auch Lukas Windischer, der in seinem ersten Seniorenjahr mit Rang acht erneut einen wichtigen Schritt gemacht hat. Insgesamt war das eine sehr starke Teamleistung, auf der wir mit Blick auf die Europameisterschaften aufbauen können“, bilanzierte KVÖ-Nationalcoach Fabian Ebenhoch.

 

Amon krönt perfektes Wochenende mit Heimsieg

 

Nachdem am Samstag bereits Lara Haselwanter (U17) den Heimsieg gefeiert und Tobias Reiff sowie Melanie Treitler (beide U17) jeweils Rang vier erreicht hatten, setzte Kevin Amon den rot-weiß-roten Erfolgslauf eindrucksvoll fort. Der Niederösterreicher dominierte den Herrenbewerb von Beginn an. Bereits nach den beiden Qualifikationsläufen lag der Lokalmatador an der Spitze des Feldes und bestätigte seine starke Form auch in den Finalrunden. Lauf für Lauf steigerte sich der 21-Jährige und sicherte sich schließlich mit einer herausragenden Finalzeit von exakt 5,00 Sekunden (Wandrekord) den Sieg vor dem Schweizer Gilles Meili und dem Franzosen Jérôme Morel.

 

Auch dahinter präsentierte sich das österreichische Team stark: Lukas Windischer erreichte Rang acht, Speed-Staatsmeister Lukas Knapp belegte Platz neun und komplettierte damit drei Österreicher in den Top-10. Alexander Bergmann verpasste das Finale der besten 16 denkbar knapp. Als 17. fehlten ihm lediglich 0,03 Sekunden auf den Aufstieg. Elias Unterberger wurde 32., Maximilian Wagner belegte Rang 34, Lawrence Bogeschdorfer landete nach einem nicht nach Wunsch verlaufenen Wettkampftag auf Platz 42.

 

„Der Wettkampf war richtig cool. Nach einer bislang schwierigen Saison tut so ein Ergebnis unglaublich gut. Ich habe ab der Qualifikation fast jeden Lauf solide runtergebracht und mich von Runde zu Runde gesteigert. Die 5,00 Sekunden im Finale sind eine richtig gute Zeit und zeigen, dass ich international wieder konkurrenzfähig bin. Solche Platzierungen bringen wichtige Punkte – gerade mit Blick auf die kommenden Qualifikationen und mögliche Startplätze für die European Games.“

 

Nagl erreicht Finale der besten 16

 

Johanna Nagl qualifizierte sich als starke Siebte souverän für das Finale der besten 16 und belegte am Ende Rang elf. Nach einem missglückten ersten Qualifikationslauf setzte Nagl im zweiten Versuch bewusst auf Sicherheit, um den Finaleinzug nicht zu gefährden. Dort zeigte sie einen guten Lauf, ehe sie unmittelbar vor dem Ziel unglücklich wegrutschte und damit ihre Chancen auf eine noch bessere Platzierung verlor.

 

„Johanna hat heute leider nicht zeigen können, was wirklich in ihr steckt. Im Finale ist sie unmittelbar vor dem Ziel weggerutscht – bis dahin war sie auf Kurs zu einer Zeit, mit der sogar ein Podestplatz möglich gewesen wäre. Das ist natürlich bitter, aber gleichzeitig ein wichtiger Lernwettkampf. Sie hat das Potenzial, ganz vorne mitzuklettern, und ich bin überzeugt, dass sich diese Leistungen bald auch im Wettkampf widerspiegeln werden“, sagte Fabian Ebenhoch.

 

Nagl ergänzte: „Der Bewerb ist definitiv anders gelaufen, als ich es mir gewünscht hätte. Ich habe mich in der Vorbereitung richtig schnell gefühlt und wusste, dass viel möglich ist. Nach dem Fehler im ersten Qualifikationslauf musste ich im zweiten einfach sicher ins Finale kommen. Dort war der Lauf eigentlich gut, aber beim allerletzten Tritt bin ich minimal zu tief gestanden und weggerutscht. Das tut natürlich weh, weil ich gespürt habe, dass deutlich mehr drin gewesen wäre. Jetzt heißt es abhaken, geduldig bleiben und nächste Woche wieder voll angreifen.“

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