Während Jessica Pilz in der prall gefüllten Freiluft-Arena am Areal des Kletterzentrum Innsbruck mit Rang drei überzeugte, machte es Jakob Schubert ungewollt spannend. Am Ende konnten er und die heimischen Fans jedoch aufatmen.
Bei den Damen stellte Pilz nach Platz drei in der Qualifikation auch im Semifinale ihre Top-Form unter Beweis. Sie kletterte auf der kniffligen Route mit 42 Griffen auf Rang drei und freut sich auf das Finale am Sonntagabend: „Ich habe mich richtig gut gefühlt, mit der Leistung bin ich sehr zufrieden. Es hat richtig Spaß gemacht, vor dieser Kulisse zu klettern.“
Zum Saisonstart hatte Pilz mit Problemen zu kämpfen, erst beim letzten Weltcup in Prag vor zwei Wochen gelang ihr ein Befreiungsschlag. „Nach dem Auftakt habe ich gezweifelt, in Prag war ich dann erleichtert. Jetzt fühle ich mich wieder gut in Form. Ich hoffe, dass ich im Finale noch einmal so gut performen kann – Freude wird es bei diesem Publikum auf jeden Fall machen.“
Der Halbfinalsieg bei den Damen ging an die zweifache Olympiasiegerin Janja Garnbret (SLO) mit 43 Griffen, Chaehyun Seo (KOR/42+) wurde Zweite. Mattea Pötzi belegte mit 24 Griffen Rang 20.
Aufatmen bei Schubert und Heim-Fans
Bei den Herren ging ein Raunen durch das Freiluft-Stadion, als Jakob Schubert bei 39+ Griffen von der Wand ging und zwischenzeitlich nicht auf Finalkurs lag. In weiterer Folge scheiterten jedoch noch mehrere Kletterer weiter unten auf der harten Route, Schubert erreichte als Fünfter das Finale.
„Es war eine komische Situation. Ich habe keine Reibung gefunden und bin früh von der Wand gegangen. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir sicher, dass es nicht für das Finale reichen wird. Mit der Leistung kann ich keinesfalls zufrieden sein“, so Schubert, der sich vor heimischer Kulisse viel vorgenommen hatte.
Als der Finaleinzug doch feststand, kamen gemischte Gefühle auf: „Ich freue mich, dass ich morgen noch einmal klettern darf. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass ich es fast gar nicht verdient habe. Wenn man nicht müde aus der Wand fällt, ist es immer frustrierend – noch dazu vor diesen Fans. Ich habe Glück, dass ich morgen noch eine zweite Chance bekomme. Die will ich nützen.“
Bei den Herren setzte sich der Japaner Neo Suzuki mit 52 Griffen vor Tokio-Olympiasieger Alberto Gines Lopez (48 Griffe) durch, Anraku Sorato (JPN/47+) wurde Dritter.
Das Finale findet am Sonntag ab 19:30 Uhr (live in ORF Sport+) statt und ist restlos ausverkauft.

