„Alles ist möglich“

In Österreich gibt es bereits einige erfolgreiche Geschwisterpaare im Klettersport. Nicolai und Timo Uznik zeigen kontinuierlich ihre große Klasse, Andreas und Johannes Hofherr haben sich in den letzten Jahren ebenso prächtig entwickelt, und dann ist da noch Jakob Schubert mit seiner Schwester Hannah.

Aber es gibt noch ein weiteres Geschwisterpaar, dass aufgrund ihres Alters zwar noch nicht in der Allgemeinen Klasse angekommen ist, aber bereits im Nachwuchs konsequent ihren Weg geht, und das erfolgreich: Die Rede ist von Lena und Julian Schrittwieser.

 

Eigentlich hatte Lena Schrittwieser (NFÖ Mürzzuschlag) den Klettersport nicht so wirklich am Schirm. Die Liebe galt dem Fußball, den sie am Beginn ihrer sportlichen Laufbahn mit großer Leidenschaft ausübte. Naja, und wie es der Zufall so wollte, sollte ein Workshop in der Volksschule die Ansicht komplett verändern. Robert Ernst, der Vater von Johanna Ernst (Anm.: 2009 war die damals 16-Jährige die jüngste Lead-Weltmeisterin der Geschichte) war auf der Suche nach Talenten für die Klettergruppe. Die heute 17-Jährige wusste damals sofort zu begeistern und das Feuer brannte schnell für das Klettern: „Der Workshop in der Volksschule hat mich sehr schnell überzeugt. Ich habe dann bereits in der U10 meine ersten kleineren Wettkämpfe bestritten. Das hat mir richtig gut gefallen. Am Anfang habe ich noch Fußball gespielt und bin geklettert, seit 2019 gibt es eigentlich nur noch den Klettersport für mich“, erklärt die Steirerin und ergänzt: „Ich habe den Sport dann sehr schnell richtig cool gefunden. Man kann immer andere Sachen probieren, es ist immer abwechslungsreich und es ist nie monoton. Ich mag sowohl das Bouldern als auch den Vorstieg sehr gerne. Jede Disziplin hat seine Vorzüge, aber ich mag die unterschiedlichen Züge und die Herangehensweisen.“

 

Steirisches Duo auf der Überholspur

 

Schrittwieser ist aber nicht alleine, sie teilt ihre Leidenschaft mit ihrem jüngeren Bruder Julian, der ebenfalls im KVÖ-Jugendnationalteam ist. Eine Win-win-Situation für beide. Das Duo trainiert viel zusammen, gibt sich gegenseitig wertvolle Tipps und profitiert voneinander. „Es ist richtig cool, dass ich nicht alleine bin. Wir helfen uns gegenseitig und schauen uns viel voneinander ab. Ich bin wirklich froh, dass ich Julian an meiner Seite habe. Ich kann sehr viel lernen. Wir reden oft übers Klettern, auch zu Hause, wenn wir beim Essen sitzen. Aber ab und an ist es dann auch genug, und die Familie steht im Vordergrund. Diese Zeit wollen wir auch genießen“, gibt die 17-Jährige, die Olympiasiegerin Janja Garnbret als ihr großes Idol definiert hat, zu Protokoll. „Leider habe ich sie noch nie persönlich getroffen. Bei ihr schaut alles so einfach aus. Sie geht zur Wand und macht einfach – gerade für uns junge Athletinnen ist das beeindruckend. Wir versuchen ihr nachzueifern, aber wollen unseren individuellen Weg gehen.“

 

Wenn man einen genauen Blick auf die Beziehung der Schrittwieser-Geschwister wirft, ist es wenig verwunderlich, dass das emotionalsten Klettererlebnis der älteren Schwester mit ihrem jüngeren Bruder zusammenhängt. „Der Wettkampf meines Bruders bei der Jugend-Weltmeisterschaft war extrem emotional für mich. Julian ist Vierter geworden, ich habe mich so unglaublich gefreut. Ich bin da immer richtig nervös, ich bin da fast nicht zum Aushalten. Ich fiebere einfach brutal mit.“

 

In der Ruhe liegt die Kraft

 

Mit der Saison 2022 ist die Steirerin halbwegs zufrieden, sieht aber in einigen Bereichen noch viel Luft nach oben. „Es geht definitiv besser, aber dafür trainiere ich ja jeden Tag. Ich bereite mich schon jetzt auf die neue Saison vor. Ich bin eher der Typ, der lieber in der Halle klettert. Ich bin gerade im Aufbau und viel an der Trainingswand. Meine Motivation ist sehr hoch, das will ich nützen“, so Schrittwieser, die die großartige Unterstützung ihrer Mama heraushebt. „Sie fährt mich überall hin, ist für mich da und unterstützt mich in allen Lebenslagen. Es ist ein super Gefühl, wenn man so einen Rückhalt hat. Ich bin sehr dankbar dafür!“ Aber auch bei ihrem Opa am Bauernhof findet die 17-Jährige ihre Ruhe, tankt ihre Akkus auf und sortiert ihre Gedanken. „Ich gehe da extrem gerne mit dem Hund spazieren. Das ist mein Platz, da fühle ich mich wohl und kann richtig abschalten.“ 

 

„Alles ist möglich“

 

Die Freude über einen überraschenden Start in der Kombination bei der Jugend-Weltmeisterschaft war groß und eines der Highlights 2022. „Ich hatte schon abgeschlossen, habe dann kurzfristig doch noch starten dürfen. Wichtig ist, dass man hart arbeitet und für seine Träume kämpft. Ich bin zwar eher eine ruhige Person, aber das zeichnet mich definitiv aus. Wenn man versucht alles rauszuholen, ist viel möglich“, gibt Schrittwieser zu Protokoll. Im Jahr 2023 will die Steirerin, die das Sport BORG Monsberger in Graz besucht, so viele Wettkämpfe wie möglich bestreiten. Ganz oben auf der Zieleliste steht die Teilnahme an der Jugend-Weltmeisterschaft in Südkorea: „Wettkämpfe machen einfach unglaublich Spaß. Man ist mit dem Team unterwegs und kann diesen Spirit einfach voll genießen. Was mir aber daugt ist, wenn man sich mit internationalen Athletinnen austauschen kann. Das bringt einen nicht nur sportlich, sondern auch menschlich weiter. Und dafür lieben wir unseren Sport“, findet Schrittwieser schöne Schlussworte.

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