Boulder-EM 2017: KVÖ-Aufgebot brennt auf Titelkämpfe in München!

Für den Kletterverband Österreich steht das zweite große Saison-Highlight 2017 unmittelbar bevor. Am 18. und 19. August kämpfen die besten österreichischen Boulderer und Kombinierer bei der Boulder-Europameisterschaft im Münchner Olympiastadion um die begehrten EM-Medaillen. Der 15-köpfige EM-Kader steht jetzt fest. Vor allem Jakob Schubert und Jessica Pilz stehen als Titelverteidiger in der Kombination im Fokus. Pilz' Start ist aber noch offen.

München (GER): Nachdem Ende Juni die EM in den Disziplinen Lead und Speed in Campitello di Fassa (ITA) anstand, sind nun alle Augen auf München gerichtet. Am 18. und 19. August findet die EM im Bouldern und damit die Entscheidung in der Kombination statt. Insgesamt gehen bei der EM im Münchner Olympiastadion 179 AthletInnen an den Start.

Zwitterlösung und Teilnehmerrekord als zusätzliche "Boulderprobleme" bei der EM

Die EM wird im Rahmen des letzten Weltcups des Jahres ausgetragen. Um allen europäischen Startern die gleichen Chancen zu gewähren, werden Weltcup-Halbfinale und EM-Finale zusammengelegt. Im EM-Finale treten die 20 besten EuropäerInnen aus der Qualifikation gegeneinander an, egal ob sie unter den 20 Besten der Weltcup-Qualifikation waren oder nicht. Mit mehr als 285 Startern (darunter fast 180 Europäer) haben die Organisatoren in München mit einem neuen Teilnehmerrekord zu kämpfen. Der KVÖ hat für die EM einen Startplatz weniger als für den Weltcup. Deshalb ist Hannah Schubert zwar im Weltcup am Start, aber nicht bei der EM. "Die Europameisterschaft gemeinsam mit dem Weltcup abzuhalten ist keine glückliche Entscheidung und bringt organisatorische und sportliche Herausforderungen mit sich. Eine organisatorische Herausforderung insofern, als eine Qualifikation mit 280 Athleten eigentlich an einem Tag fast nicht abzuwickeln ist. Die hohe Starterzahl resultiert daraus, dass alle Nationen im Weltcup und bei der EM jeweils 6 Startplätze haben. Nach der Aufnahme in das Programm für Tokio 2020 haben wir darauf hingewiesen, dass diese Quote problematisch werden könnte, weil damit zu rechnen ist, dass mehr Nationen an Weltcups teilnehmen werden und mehr Athleten entsendet werden. Dieser Fall ist nun eingetreten. Die Qualifikation wird wohl 16 Stunden in Anspruch nehmen. Aus sportlicher Sicht war es nicht leicht, einen fairen Modus für die EM sicherzustellen, weil beim Weltcup neben Europäern auch Athleten aus anderen Kontinenten teilnehmen, und es trotzdem garantiert werden muss, dass alle Europäer die gleichen Chancen auf EM-Medaillen haben, unabhängig davon, in welche Qualifikationsgruppe sie gelost werden."

Katharina Saurwein und Anna Stöhr führen das Damen-Aufgebot an

Boulder-Europameisterschaften dürften im Damen-Aufgebot gute Erinnerungen hervorrufen: Bei der letzten EM (2015 in Innsbruck) holte Anna Stöhr Silber und Katharina Saurwein sicherte sich Bronze. Für die beiden Grandes Dames des österreichischen Boulderns wird es wohl die letzte Europameisterschaft ihrer Karriere sein. Nach einer Fingerverletzung zu Saisonbeginn hat sich die ebenfalls nominierte Leistungsträgerin Berit Schwaiger im Training zuletzt wieder sehr stark präsentiert. Außerdem sind die Boulder-Nachwuchshoffnungen Franziska Sterrer und Johanna Färber bei der Boulder-EM am Start. Katharina Posch startet ebenfalls und schaut mit mindestens einem Auge auf die Kombination. Sie liegt auf dem 7. Zwischenrang und hat noch Medaillenchancen.


Pilz lässt Start bei EM noch offen

Vorstieg-Aushängeschild Jessica Pilz holte 2015 sogar EM-Gold in der Kombination. Trotz eines verpatzten Speed-Auftritts (Fehlstart) bei der EM in Campitello die Fassa brachte sich Jessica Pilz mit Platz 3 im Vorstieg zurück ins Rennen um die Medaillen und liegt in der Zwischenwertung der Kombination knapp hinter Favoritin Janja Garnbret (SLO) auf Platz 5. Sie lässt sich ihren Start in München aber noch offen: "Im Vorstieg habe ich nach meiner Verletzung keine Einschränkungen mehr, im Bouldern fehlen mir einerseits aber noch Trainingseinheiten und anderseits die absolute Sicherheit, dass das Sprunggelenk auch hält um an die Leistungsgrenze zu gehen. Ich werde jetzt schauen ob die Sicherheit im Training zurückkommt und wie sich das Sprunggelenk im Bouldertraining verhält und dann kurzfristig entscheiden ob ich in München starte. Meine Medaillenchancen in der Kombination sind zwar gut, aber ich werde eine Top-Leistung abliefern müssen. Nur wenn ich mir sicher bin, dass mir das Sprunggelenk keine Probleme macht, gehe ich an den Start."

Jakob Schubert liegt auf Kurs in der Mission "Titelverteidigung"

Jakob Schubert ist in München ebenfalls als Titelverteidiger in der Kombination am Start. In der aktuellen Zwischenwertung liegt er auf Platz 1. Er hat abgesehen von der EM in diesem Jahr auf internationaler Ebene nur Boulder-Bewerbe absolviert um in Hinblick auf Olympia 2020 auch im Bouldern an die Weltspitze anzuschließen. Zuletzt hat er die Weltcup-Pause genutzt um sich in Südafrika auf die EM vorzubereiten. Er zeigte sich vor dem Wettkampf höchst motiviert: "Dass die Boulder-EM im Rahmen des Weltcups stattfindet ist nicht optimal. Trotzdem wird dieses Event sehr wichtig für mich: es wird der Abschluss der Bouldersaison sein und ich möchte nochmal ein gutes Resultat erzielen. Außerdem ist es der letzte Bewerb der Europameisterschaft der Kombination, die ich gewinnen will! München ist immer ein sehr cooler Wettkampf und ich freu mich schon sehr!"

Matthias Erber (Platz 5) und Georg Parma (Platz 10) liegen vor der EM in ihrer Spezialdisziplin ebenfalls in aussichtsreicher Position für ein gutes Kombinationsergebnis. Das Herren-Aufgebot wird von Alfons Dornauer, Max Rudigier, Elias Weiler, Jan-Luca Posch und Florian Klingler komplettiert. Posch und Klingler sind knapp zwei Wochen später bei der Junioren-WM in Innsbruck am Start.

KVÖ-Sportdirektor Heiko Wilhelm blickt auf den letzten und wohl schwierigsten Boulder-Wettkampf der Weltcup-Saison: "Der letzte Boulder Weltcup liegt schon 6 Wochen zurück. Die Athleten haben die Pause unterschiedlich genutzt: die einen haben sich komplett der Vorbereitung auf München gewidmet, die anderen waren im Lead Weltcup unterwegs und steigen jetzt wieder um. Ein großer Wehmutstropfen ist, dass die EM Teil des Weltcups ist. Es wird aufgrund vom Modus und dem extrem starken Teilnehmerfeld mit Sicherheit ein sehr schwieriger Wettkampf."

Text: Ben Lepesant

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