„Das war so nicht zu erwarten“

Benjamin Haidacher (ÖAV Kufstein) zählt zu den Aufsteigern im Jahr 2021. Nach einem vielversprechenden Jahr, in dem der 17-Jährige eine unglaubliche Entwicklung genommen hat, muss der Tiroler nun zum Jahresende noch einen kleinen Rückschlag verdauen.

Beim Trainingslager in Arco (ITA), welches zum Saisonabschluss schon Tradition hat, verletzte sich Haidacher am Knie und ist zu einer Pause gezwungen. „Ich habe mich in Arco am Felsen unglücklich am Meniskus verletzt. Wir haben dann letzte Woche sehr schnell ein MRT machen lassen. Bei der Besprechung sind wir mit dem Arzt so verblieben, dass wir den Einriss nach drei Wochen noch einmal kontrollieren und dann eine Entscheidung treffen. Es hilft jetzt eh nichts“, erklärt Haidacher, der seinen Blick schon wieder nach vorne gerichtet hat.

 

Jugend-EM und Heimweltcup als Saisonhighlight

 

Nichtsdestotrotz kann der Tiroler, der im Februar fix nach Innsbruck übersiedelt ist und mit Teamkollegen Julian Wimmer (ÖAV Wilder Kaiser) in einer WG lebt, mit großem Stolz auf die abgelaufene Saison zurückblicken. Das harte Training unter der Leitung seiner beiden Trainer Fabian Leu und Hannes Brunner hat sich definitiv gelohnt. „Ich bin mit dem Jahr 2021 sehr zufrieden. Am Anfang war ich noch gar nicht im Nationalteam, habe mich dann über die Selektionen für die Jugend-Europameisterschaft in Perm qualifizieren können und bin da vorne mitgeklettert. Das war für mich ein super Schritt, den ich so zu diesem Zeitpunkt noch nicht erwartet hätte. Es war dann unglaublich, als ich von Katha (Anm.: Saurwein) erfahren habe, dass ich beim Heimweltcup in Innsbruck starten darf“, blickt der 17-Jährige auf ein tolles Jahr zurück, in dem er bei den Jugend-Europacups zwei dritte Plätze belegen und bei der Jugend-Europameisterschaft im Lead Platz vier erreichen konnte.

 

Kraftplatz bringt viel Motivation

 

Aufgrund einer Verletzung (eingerissene Wachstumsfuge im Finger) musste Haidacher lange in der U16 pausieren, konnte aber während des Lockdowns ordentlich zulegen und hat Tag für Tag hart an sich gearbeitet. „Ich habe viel am Fingerboard trainiert und gezielte Kraftübungen gemacht. Ich war zu dieser Zeit auch sehr viel am Felsen in meinem Lieblingsgebiet Schleierwasserfall unterwegs und bin sehr viel Lead geklettert. Das hat mir sehr viel gebracht, hat mich richtig fit gemacht und es hat sich immer mehr herauskristallisiert, dass Vorstieg meine Lieblingsdisziplin wird“, erklärt Haidacher, der die Zeit am Felsen immer genießt uns das Klettergebiet Schleierwasserfall als seinen persönlichen Kraftplatz auserkoren hat. Dort hat er sich mit den Routen Gambit (8c+) und Weiße Rose (9a) zwei herausfordernde Ziel gesetzt, die er in den nächsten beiden Jahren erreichen möchte.

 

Die Ziele sind klar definiert

 

In seiner ersten richtigen internationalen Saison konnte Haidacher viele wertvolle Erkenntnisse für sich sammeln, die ihn nicht nur klettertechnisch, sondern auch menschlich weitergebracht haben. Mit der bereits erwähnten Jugend-Europameisterschaft und dem Heimweltcup in Innsbruck hatte der Tiroler, der das Sport-BORG in Innsbruck besucht, zwei Highlights für sich festgemacht. „In Perm hatte ich meine beste Phase in dieser Saison und habe mich dort richtig wohl gefühlt. Bei der ÖSTM der Herren bin ich im Lead ins Finale geklettert, das war sehr speziell. Ich habe genau beobachtet, wie sich beispielsweise Jakob (Anm.: Schubert) auf den Wettkampf in der Iso-Zone vorbereitet. Da kann man als junger Athlet viel mitnehmen. Uns wurde in Aussicht gestellt, dass wir eventuell in der nächsten Saison an einem Tag mit den Erwachsenen mittrainieren dürfen – das wäre für uns alle sehr wertvoll“, so Haidacher, der in der im nächsten Jahr erneut in den Europacups vorne mitmischen und den nächsten Schritt seiner Entwicklung setzen möchte. Darüber hinaus soll es mit der Qualifikation für die Jugend-Weltmeisterschaft in den USA klappen. Alles andere lässt der Tiroler auf sich zukommen und freut sich auf die kommenden Herausforderungen auf seinem eingeschlagenen Weg.

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