Der Traum von der Olympia-Medaille

Allgemein

Tobias Plangger kletterte als erster Österreicher die Speed-Route in unter 6 Sekunden. Im Interview spricht er über seinen Rekord und große Ziele.

So schnell wie Tobias Plangger ist noch kein Österreicher 15 Meter in die Höhe geklettert. Der Tiroler absolvierte die Speed-Distanz zum Auftakt der Austria Climbing Summer Series in weniger als sechs Sekunden, um genau zu sein in 5,981 Sekunden – Rekord!

 

Es sah fast so aus, als würde der 19-Jährige vom vollautomatischen Sicherungsseil hochgezogen, so schnell war er. Im Interview spricht der Jugend-Europameister über seine neue Bestmarke, die Faszination Speed-Klettern und sein großes Ziel, die Olympischen Spiele 2024 in Paris.

 

Erstmals eine Zeit unter sechs Sekunden, neuer österreichischer Rekord – wie fühlt sich das an?

 

Tobias Plangger: Unbeschreiblich. Das ist der Traum von jedem Speed-Kletterer, wenn man beginnt zu trainieren ... die 6-Sekunden-Marke zu unterbieten. Dass es gleich im ersten Bewerb nach der Corona-Pause so aufgegangen ist, war natürlich ein Wahnsinn.

 

Und das in der Wettkampfsituation, also unter Druck?

 

Plangger: Man hat zwar größeren Druck, aber im Wettkampf hat man auch mehr Push. Wenn man dieses Gefühl auf die Route mitnehmen kann, dann geht es gleich noch einmal zwei Zehntel runter gegenüber dem Training.

 

Beim Auftaktbewerb der Summer Series hattest du nach jedem deiner sofort wieder die Kopfhörer auf – kannst du uns verraten, welche Playlist da gelaufen ist?

 

Plangger (lacht): Gar nichts. Ich möchte mich dazwischen einfach abschotten, weil es rundherum so viele Geräusche gibt. Von den Starts, von den anderen Kletterern, es ruft jemand irgendwas. Das möchte ich möglichst vermeiden, um mich noch besser auf mich und meine Leistung zu konzentrieren. 

 

Du hast die Corona-Pause angesprochen – wie wichtig war und ist es, dass es jetzt wieder Wettkämpfe gibt?

 

Plangger: Sehr. Deshalb auch an dieser Stelle ein Dankeschön an den Verband, der das super organisiert hat. Auch mit dem internationalen Flair durch die Kletterer aus Deutschland und der Schweiz. Ich freue mich schon auf den zweiten Bewerb am kommenden Freitag.

 

Speed-Klettern hat in Österreich noch eine relativ junge Geschichte. Wie ist es überhaupt dazu gekommen, dass du damit begonnen hast?

 

Plangger: Ich habe es vor gut zwei Jahren einmal ausprobiert und schon nach ein paar Trainings gemerkt, dass es mir richtig gut liegt. Vielleicht weil es ein bisschen der Leichtathletik ähnelt. Die Route ist immer gleich und man sieht sofort die Fortschritte.

 

Und wie kam es dann zur Entscheidung, dass du dich spezialisierst?

 

Plangger: Anfangs habe ich es zu den anderen beiden Disziplinen dazu genommen, aber mir ist dann relativ bald der Knopf aufgegangen, dass alles nicht geht und ich mich auf Speed konzentriere. Das war sicher die beste Entscheidung.

 

Du verwendest seit kurzem den Tomoa-Start. Wie ist es dazu gekommen?

 

Plangger: Ich habe erst nach dem Neustart so richtig damit begonnen, den Start zu trainieren. Es war immer eine gewisse Unsicherheit dabei, auch weil es nur bei drei von zehn Versuchen geklappt hat. Aber ich habe mir gedacht: das ist die Summer Series, wann, wenn nicht jetzt – und habe voll drauf hin trainiert. Seit einem Monat mache ich nur noch diesen Start und es ist voll aufgegangen.

 

Für jemanden, der sich unter dem Tomoa-Start nichts vorstellen kann – was genau steckt dahinter?

 

Plangger: Ganz allgemein kann man sagen: man spart sich ordentlich Weg ein. Beim alten Start weicht man ziemlich nach links aus, beim neuen Start geht man über die Füße, was technisch eher schwierig ist, aber mit Weg- vor allem auch Zeitersparnis bringt.

 

Was bedeutet es für dich, wenn ein Jakob Schubert, immerhin dreifacher Weltmeister, sagt, wie wichtig es für ihn ist, dass er einen Trainingspartner wie dich hat?

 

Plangger: Also zunächst einmal ist es eine große Ehre für mich, mit einem so erfolgreichen Kletterer zu trainieren. Jakob ist ein super Typ, er bringt positive Stimmung ins Team. Das gemeinsame Training bringt nicht nur ihm was, sondern auch mir.

 

Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris könnten Speed-Medaillen vergeben werden – ist das dein großes Ziel?

 

Plangger: Auf jeden Fall. Darauf trainiere ich hin, in der Hoffnung, dass es wirklich so kommt. Und dann würde ich gerne in vier Jahren um die Olympia-Medaillen klettern.

Media Center
Social Media
    The North Face
    Tirol
    Innsbruck
    Lenzing
    Sport Ministerium
    Bundesheer
    Bundes-Sport GmbH
    IFSC
    Alpenverein
    Naturfreunde
    austriaclimbing.com  Der Traum von der Olympia-Medaille
    nach oben