Ein Jahr lang Schmerzen. Seit November 2024 kämpft Sterrer mittlerweile mit Hüftproblemen. Behandlungen und Physio-Einheiten standen seither an der Tagesordnung. „Das Ursprungsproblem ist eine angeborene Hüftdysplasie, von der ich bis dahin gar nichts wusste, da ich nie Beschwerden hatte. Meine Hüftpfanne ist nicht ‚normal‘ geformt, daher schwimmt der Hüftkopf immer etwas in der Pfanne, was mir viel Beweglichkeit bietet, aber auch den Knorpel schädigt“, erklärt die 16-fache Weltcup-Semifinalistin.
Einjährige Reha nach OP
In der abgelaufenen Saison 2025 konnte Sterrer aufgrund der körperlichen Probleme neben dem Europacup in Brüssel (30.) nur den Boulder-Weltcup in Salt Lake City (USA) in Angriff nehmen, bei dem sie Rang 40 belegte. Beide Bewerbe unter starken Schmerzen. „Danach wurden die Probleme so groß, dass ich die Saison abbrechen musste.“
Zunächst wurde versucht, das Problem konservativ in den Griff zu bekommen. „Leider hat das nicht funktioniert, mein Knorpel ist zu stark beschädigt. Es war ein langwieriger Prozess, aber ich habe mich für einen Eingriff entschieden“, so die in Innsbruck lebende Vöcklabruckerin.
Die Operation findet im Februar 2026 statt, dabei wird die Hüftpfanne aufgeschnitten und über den Hüftkopf gedreht. Die Hüfte wird mit drei Schrauben fixiert, es folgt eine einjährige Reha. „Ich habe zehn Jahre Weltcups gemacht und mein Körper hat immer mitgespielt. Ich war durchwegs verletzungsfrei. Es wäre unfair zu ignorieren, was Sache ist und stur weiterzumachen. Mein Körper meldet sich und ich habe von Anfang an hingehört und mir Meinungen unterschiedlicher Spezialisten geholt. Es geht hierbei nicht nur um meine Leistungsfähigkeit, sondern auch darum, gesund weiterhin einen sportlichen Lifestyle zu leben und den auch genießen zu können.“
Comeback möglich, aber nicht fix
Die Reha absolviert Sterrer im Olympiazentrum Tirol. „Darüber bin ich sehr froh, ich fühle mich dort optimal betreut. Es ist gut zu wissen, dass ich auf den Support vom Verband zählen darf. Es ist nicht selbstverständlich, dass man nach einem schwierigen Jahr so gut unterstützt wird.“
Ob, wann und wie Sterrer wieder Wettkämpfe bestreiten kann, ist unklar. Sie strebt ein Comeback an, jedoch nicht um jeden Preis. „Das Ziel, danach wieder in den Weltcup einzusteigen, ist definitiv da – aber davor braucht es viele kleine Schritte. Das Wichtigste ist, körperlich vollkommen gesund zu sein.“
Für das österreichische Kletter-Team ist es ein schmerzlicher Ausfall. „Franziska war in den letzten Jahren eine Konstante im Boulder-Team und ist eine der erfahrensten Athletinnen im Team. Ihr verletzungsbedingter Ausfall ist sehr bitter und hinterlässt eine Lücke, die es zu schließen gilt. Es kann aber auch eine Chance sein, dass jüngere Athletinnen nachrücken. Wobei das Wichtigste ist, dass Franziska diese Herausforderung für sich bestmöglich meistert – davon bin ich überzeugt. Wir werden sie jedenfalls dabei unterstützen“, sagt KVÖ-Sportdirektor Heiko Wilhelm.

