„Ich war schon immer ein Wettkampftyp“

In ihrem ersten Jugendjahr hat die 14-jährige Sina Willy (ÖAV Imst-Oberland) nicht nur einen mehr als guten Eindruck hinterlassen, sondern lieferte während der gesamten Saison konstant gute Leistungen ab.

Bei der Jugendweltmeisterschaft im russischen Voronezh krönte die in der Schweiz lebende rot-weiß-rote Zukunftshoffnung das Sportjahr 2021 mit den beiden Bronzemedaillen im Bouldern sowie in der Kombination (U16-Bewerb).

 

„Es war heuer richtig cool und ich bin mehr als zufrieden, für das, dass es mein erstes Jahr in der Jugend war. Ich konnte viele Erfahrungen sammeln und ganz ohne Druck klettern – das ist in dieser Phase sehr viel wert. Aber es ist nicht immer alles aufgegangen, so wie ich mir das gewünscht hätte. Bei den Jugendeuropameisterschaften habe ich mir beim Bouldern eine Fussverletzung zugezogen und dreimal habe ich jeweils als Vierte ganz knapp das Podest verpasst,“ zieht Willy eine positive Bilanz. Die 14-Jährige, die in Scuol im Unterengadin lebt, erzählt mit Funkeln in den Augen über ihr absolutes Saisonhighlight: „In Voronezh bei der Weltmeisterschaft ist es mir dafür voll aufgegangen. Ich habe mich richtig gefreut, habe sehr tolle Erinnerungen an diese Zeit und den Aufenthalt mit unserem Team sehr genossen. Die Medaillen haben meine unglaubliche Saison noch einmal getoppt, auch wenn ich damit überhaupt nicht gerechnet habe. Die Bronzemedaillen haben mich als Person oder mein Leben nicht verändert, aber sie motivieren mich weiterhin hart zu trainieren und Vollgas zu geben.“

 

Viele Kilometer für den Erfolg

 

Obwohl Willy seit ihrer Geburt mit ihren Eltern (Mutter kommt aus Österreich, der Vater aus der Schweiz) in der Schweiz lebt, trainiert die 14-Jährige dreimal die Woche im Kletterzentrum Innsbruck. Ohne die Unterstützung ihrer Eltern, die ihre Tochter jeweils 1h 45 Minuten (ein Weg) zum Training fahren, wäre das Projekt „Klettern in Österreich“ wohl schwierig zu bewerkstelligen. „Ich bin sehr dankbar und schätze es sehr, dass ich da so eine grossartige Unterstützung bekomme. Am Mittwoch wartet meine Mama immer auf mich, bis das Training fertig ist und von Freitag auf Samstag schlafe ich bei meinen Großeltern in Landeck, ehe ich am Samstag nach dem Training wieder abgeholt werde. Mehr als drei Trainingseinheiten pro Woche gehen sich im Moment aber leider nicht aus, dafür bin ich immer voll motiviert und versuche beim jedem Training 100 Prozent abzuliefern“, so die zweifache Jugend-WM-Bronzemedaillengewinnerin, die mit knapp vier Jahren bereits in Imst mit den ersten Kletterversuchen gestartet hat.

 

„Konsequent den eigenen Weg gehen“

 

Neben dem Klettern spielen Langlaufen und Athletiktraining im Leben der ÖAV Imst-Oberland-Athletin, die gerade wieder mit dem Aufbautraining für 2022 begonnen hat, eine große Rolle. „Langlaufen mache ich mittlerweile nur mehr zum Ausgleich. Es tut meinem ganzen Körper gut und ich sehe es als wichtige Abwechslung für Körper und Geist. Wenn es sich ausgeht, werde ich aber auch dieses Jahr wieder das ein oder andere Langlaufrennen machen“, erklärt Willy, die als ausdauernde und ehrgeizige Person gilt, und mit einem Schmunzler ergänzt: „Ach ja, Geduld zählt sicher nicht zu meinen Stärken.“ Normalerweise setzen sich viele junge SportlerInnen schnell konkrete und hohe Ziele, doch bei der 14-Jährigen ist das ein wenig anders: „Ich lasse mich überraschen, was im nächsten Jahr auf mich zukommt. Ich versuche weiterhin ohne Druck zu klettern und Freude zu haben. Ich will mich da nicht krampfhaft an etwas verbeißen. Ich will konsequent meinen Weg gehen, dann bin ich mir sicher, dass der nächste positive Schritt automatisch kommt“, gibt die Schweizerin, die im Herbst 2022 ihren Wohnsitz nach Tirol verlegen und in der Nähe vom Kletterzentrum Innsbruck eine Schule besuchen möchte, einen bescheidenen Ausblick auf die kommende Saison.

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