Von 1. bis 3. Mai steht im chinesischen Keqiao der erste Bewerb der World Climbing Series auf dem Programm. Mit Lea Kempf, Raffael Gruber, Andreas Hofherr und Jan-Luca Posch geht ein vierköpfiges Team an den Start. Der Abflug Richtung Asien erfolgt bereits am heutigen Sonntag.
KVÖ-Nationalcoach Katharina Saurwein blickt gespannt auf den Weltcupauftakt: „Die Vorbereitungsphase ist jetzt abgeschlossen, in den letzten Tagen geht es vor allem darum, die nötige Frische zu bekommen und sich optimal auf den ersten Bewerb einzustellen. Über den Winter haben wir sehr individuell gearbeitet – jede Athletin und jeder Athlet hat gezielt an den eigenen Baustellen gefeilt, um sich möglichst breit aufzustellen. Gerade im Bouldern ist Vielseitigkeit entscheidend, weil so viele unterschiedliche Anforderungen auf einen zukommen.“
Besonders wichtig sei auch der Wettkampfrhythmus vor dem Saisonstart gewesen: „Nationale Bewerbe und Simulationen sind extrem wertvoll, weil man wieder ins Wettkampfsetting kommt und sich mit anderen messen kann. Am Ende geht es immer darum, im richtigen Moment die eigene Leistung abrufen zu können – und genau darauf liegt jetzt der Fokus.“
Comeback und gute Erinnerungen bei den Damen
Im Damenbewerb steht vor allem das Comeback von Lea Kempf im Fokus. Nach einer Schulterverletzung bei der Weltmeisterschaft in Seoul (KOR) im vergangenen September kämpfte sich die Vorarlbergerin Schritt für Schritt zurück und gibt nun in Keqiao ihr internationales Comeback – ausgerechnet an jenem Ort, an dem sie im Vorjahr ihr bislang bestes Weltcupergebnis feiern konnte.
„Nach meiner Verletzung war es anfangs ziemlich zäh, weil ich nicht wusste, wann ich wieder voll einsteigen kann. Umso glücklicher bin ich, jetzt wieder dabei zu sein – vor allem in Keqiao, wo ich so viele positive Erinnerungen habe“, erzählt Kempf. Die Entscheidung für einen Start fiel erst kurzfristig: „Ich kann aktuell noch schwer einschätzen, wo ich stehe. In erster Linie geht es darum, wieder ins Wettkampfgeschehen zu finden und Vertrauen aufzubauen.“
Posch reist mit viel Selbstvertrauen an
Bei den Herren führt Jan-Luca Posch das österreichische Team an. Der amtierende Boulder-Staatsmeister präsentierte sich bereits im Vorjahr in starker Form und belegte bei der Weltmeisterschaft einen beachtlichen sechsten Platz. Über die Wintermonate arbeitete der Tiroler gezielt an seinen Schwächen – mit Erfolg.
„Ich habe im Winter intensiv an meiner Fingerkraft, an schwierigen Griffen und an Bewegungsabläufen gearbeitet. Ich fühle mich jetzt deutlich kompletter und vielseitiger als noch vor einem Jahr“, so Posch. Der nationale Titelgewinn kam dabei eher überraschend: „Die ÖSTM war für mich heuer eigentlich kein großes Ziel, ich war noch voll im Training. Umso mehr Selbstvertrauen gibt es mir, dass ich trotzdem so gut performen konnte.“
Mit Blick auf den Weltcupauftakt zeigt sich der 28-Jährige motiviert: „Ich bin richtig froh, dass es jetzt endlich losgeht. Mein Ziel ist, mein Leistungsniveau abzurufen und besser zu sein als im letzten Jahr – dann ist nach oben alles möglich.“
Eine Woche nach dem Auftakt in Keqiao geht es für das österreichische Team direkt weiter: In Wujiang folgt der nächste Stopp der World Climbing Series, wo erstmals in dieser Saison auch die Disziplinen Lead und Speed ausgetragen werden.

