"Mein nächstes großes Ziel ist der Weltcup!"

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KVÖ-Nachwuchshoffnung Stefan Scherz blickt auf eine Mega-Saison 2019 zurück, denkt im Interview aber vor allem an die Zukunft.

Die letzte Saison war für Stefan Scherz eine fast perfekte. Bei der Jugend-EM in Bouldern im italienischen Brixen jubelte der Niederösterreicher über Boulder-Gold, bei der Jugend-EM im Vorstieg kletterte die KVÖ-Nachwuchshoffnung kurz darauf im russischen Voronezh zur Silbermedaille.

 

"Es war eine unglaubliche Saison mit Mega-Erfolgen, die vor allem Antrieb sind, weiter hart zu arbeiten." Das hat der seit wenigen Tagen 19-Jährige auch während der Corona-Zeit getan. Vor allem für seine Matura, aber natürlich auch für die Austria Climbing Summer Series.

 

Im Interview spricht der Youngster vom NFÖ Neunkirchen über seine Anfänge und goldene Momente, über Teamspirit und Teamleader Jakob Schubert sowie über seine Ziele, kurz-, mittel- und langfristig.

 

Wie zufrieden bist du mit der Qualifikation für den zweiten Boulder-Bewerb der Austria Climbing Summer Series?

 

Stefan Scherz: Ich habe drei von fünf Bouldern gemacht. Der zweite war ein bisschen bitter, da bin ich beim Top-Zug geflogen. Und bei der Platte habe ich die Beta nicht gefunden, dann ist mir die Zeit ausgegangen. Aber alles in allem bin ich mit meiner Leistung zufrieden.

 

Beim letzten Boulder bist du einmal so hart gefallen, dass ein Raunen durch die Halle ging. Aber nichts passiert, alles gut?

 

Scherz (lacht): Im ersten Moment hab ich gedacht, dass der Fuß gebrochen ist. Aber es ist alles okay. Hat schlimmer ausgeschaut.

 

Letzte Woche hast du das Finale als Zehnter knapp verpasst, das soll sich diese Woche wahrscheinlich ändern?

 

Scherz: Finale ist das Ziel, ganz klar. Ich hoffe, dass im Halbfinale wieder eine gute Runde für mich kommt, dann wird es diesmal hoffentlich passen.

 

Stichwort gute Runde, wie sieht die aus – oder anders gefragt: wie steht’s um deine Stärken und Schwächen?

 

Scherz: Meine große Schwäche ist sicher die Beweglichkeit. Da bin ich am Arbeiten, aber in dem Bereich muss noch viel weitergehen. Letzte Woche beim Beweglichkeitsboulder hatte ich keine Chance, dafür fühle ich mich zur Zeit bei den Fitness-Bouldern und Sprüngen relativ gut.

 

Ziemlich gut gelaufen ist es auch im Vorjahr bei der Jugend-Europameisterschaft. Wie ist dir dein Gold-Coup im Bouldern gelungen?

 

Scherz: Das war ziemlich überraschend – auch für mich. Ich war eigentlich ein Lead-Spezialist, bin ohne Erwartungen nach Brixen gefahren, war zwei Tage vorher noch Felsklettern. In der Quali habe ich acht von acht Boulder gemacht, bin dann als Sechster ins Finale gerutscht. Dort hatte ich den Run meines Lebens, habe alle vier Boulder geflasht.

 

Und hast dann die Goldmedaille umgehängt bekommen.

 

Scherz: Das war richtig lässig, ein besonderer Moment. Auch weil Nicolai (Uznik; Anm.) Zweiter geworden ist. Solche Augenblicke möchte man natürlich öfter erleben. Wenn man sie mit einem Teamkollegen teilen kann, umso schöner.

 

Spricht für den Teamspirit.

 

Scherz: Wir kennen uns alle schon ziemlich lange. Jeder weiß, wie der andere tickt. Ich würde schon sagen, dass wir eine richtig coole Runde sind.

 

Zu der mit Jakob Schubert auch ein dreifacher Weltmeister, Weltcup-Sieger und Medaillenkandidat bei Olympischen Spielen gehört. Wie ist die Zusammenarbeit mit ihm?

 

Scherz: Mega-cool! Ich trainiere seit heuer mit den Erwachsenen mit, habe dadurch auch die Chance, mit Jakob zu arbeiten. Es ist brutal zu sehen, wie fit der Typ eigentlich ist. Man kann eigentlich nur lernen von so guten Athleten.

 

Schauen wir noch kurz zurück, zu deinen Anfängen. Wie bist du überhaupt zum Klettern gekommen?

 

Scherz: Durch meinen Papa. Der war immer viel unterwegs und hat mich ab und zu mitgenommen. Zwischendurch habe ich auch noch Fußball gespielt, von der U6 bis zur U13, aber irgendwann habe ich mich entschieden, den Kletterweg zu gehen.

 

Dann war bald klar: Ganz oder gar nicht!

 

Scherz: Genau. Ich komme ja eigentlich aus Niederösterreich, habe mich aber 2015 entschieden, wegen der Trainingsbedingungen nach Innsbruck zu übersiedeln und hier ins Sport-BORG zu gehen. Heuer habe ich maturiert und bin froh, dass ich den Schritt gemacht habe.

 

Und jetzt, mit der Matura in der Tasche, gilt die volle Konzentration dem Sport?

 

Scherz: Das ist der Plan. Ich habe am Dienstag die Information bekommen, dass ich beim Heeressport einrücken darf. Das ist richtig cool! Mal schauen, wie es mit internationalen Wettkämpfen weitergeht, ansonsten hoffe ich auch, dass ich ein bisschen zum Felsklettern komme.

 

Wo soll es mittel- und langfristig hingehen, wie sehen deine Ziele aus?

 

Scherz: Das große Ziel ist sicher der Weltcup. Im nächsten Schritt möchte ich schauen, dass ich mich bei den Erwachsenen gut etabliere, damit ich dann bald zum Weltcup fahren darf. Irgendwann Halbfinale und Finale klettern. Und langfristig natürlich auch Weltmeisterschaften und Olympische Spiele.

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