„Meine Konstanz hängt vom Kopf ab“

Für die österreichische Kletter-Elite ist die Winterpause bereits wieder Geschichte und das Training im Kletterzentrum Innsbruck hat vor wenigen Tagen wieder begonnen.

Kurz nach Weihnachten ging es für viele SportlerInnen nach Spanien. Logischerweise stand auch im wohlverdienten Urlaub das Klettern im Vordergrund – wie könnte es auch anders sein. Während manche AthletInnen mit einer langen Liste mit verschiedenen Routen die Reise antraten, nahm es Mattea Pötzi (ÖAV Villach) eher entspannt, schaute davor einmal kurz in den Routen-Führer und ließ sich ihre Projekte offen. Vielmehr wollte die Kärntnerin sich vom ersten Anblick leiten lassen und spontan entscheiden, was sie anlacht.

 

Die letzten Wochen hat die 21-Jährige noch einmal dazu genutzt, um das Jahr 2021 Revue passieren zu lassen. „Meine Saisonbilanz war etwas durchwachsen und ein auf und ab. Ich habe viele gute Momente und erfolgreiche Wettkämpfe gehabt, aber auch welche, wo ich mir gedacht habe, wie man so schlecht platziert sein kann. Vor allem mit der Boulder-Saison am Anfang bin ich nicht zufrieden, auch wenn ich mich gut gefühlt habe und fit war. Da hat mit Sicherheit der Kopf auch eine große Rolle gespielt. Nach dem Weltcup in Innsbruck war für mich ein wichtiger Punkt erreicht – ich war fit, aber braucht es nicht an die Wand. Ich habe dann mit Mentaltraining begonnen und hoffe, dass es in der neuen Saison Früchte trägt. Bei mir hängt die Konstanz vom Kopf ab“, so Pötzi, die aber mit ihrer Lead-Saison sehr zufrieden war und auch bei der Boulder-ÖSTM und bei den Europacups ihre Leistung abrufen konnte.

 

Mentaltraining als Schlüssel zum Erfolg

 

Wer aber glaubt, dass man beim Mentaltraining alles auf dem Silbertablett serviert bekommt, der irrt. „Man bekommt wenige Antworten präsentiert, redet selbst sehr viel und wird mit suggestiven Fragen konfrontiert – die Ergebnisse erarbeitet man sich somit selbst. Viele Dinge weiß man im Hinterkopf schon, aber es ist gut, wenn man dann alles auf den Tisch kommt“, berichtet die Kärntnerin, die gerne auf die Boulder-ÖSTM am Mariahilferplatz in Graz zurückdenkt. Das Halbfinale konnte die 21-Jährige auf Platz eins beenden und brachte die Zuschauer am restlos gefühlten Veranstaltungsgelände mit ihren KletterkollegInnen zum Kochen. Ein Moment, der in einer Corona-bedingt schwierigen Saison – speziell was die Zuschauer betrifft – für alle AthletInnen wie Balsam auf die Wunden war. Diese Erinnerungen machen logischerweise Lust auf mehr, vor allem auf den Heimweltcup im Sommer in Innsbruck.

 

Behutsamer Switch auf Lead

 

2022 will Pötzi mehr in den Vorstieg investieren, der sich langsam aber doch zur Lieblingsdisziplin der Kärntnerin entwickelt. „Lead wird immer mehr meine Disziplin. Bis ich 18 Jahre alt war, bin ich in Villach geklettert. Da hatte ich nur die Möglichkeit Bouldern zu trainieren. Das hat sich erst 2018 mit dem Umzug nach Innsbruck geändert. Ich werde heuer nur die ersten Boulder-Wettkämpfe mitnehmen und dann mehr Seiltraining machen, damit ich zum Saisonstart voll da bin“, gibt die 21-Jährige, die neben den Weltcups auch in den Europacups in beiden Disziplinen an den Start gehen will und dort um die Podestplätze klettern möchte, einen kleinen Ausblick. Das Potential ist vorhanden, wichtig ist aber, dass auch die Konstanz hineinkommt – dann ist auch eine Wiederholung des WC-Semifinales möglich.

 

Nächster Schritt: Saison 2022

 

Mit der neuen Aufteilung der Bewerbe für die nächsten Olympischen Spiele 2024 in Paris (Lead & Vorstieg sowie Speed) haben schon einige AthletInnen die größte Sportbühne der Welt als Ziel ausgegeben. Die Kärntnerin sieht das entspannt: „Ich trainiere in erster Linie für die neue Saison, will in allen Bereichen besser werden und konstant meine Leistungen abrufen. Das ist das, was in erster Linie zählt. Natürlich hofft man auf seine Chance und man hat Paris 2024 irgendwo im Hinterkopf, aber für mich zählt Schritt für Schritt. Das ist alles noch weit weg, daher zählt für mich in erster Linie 2022. Und da gibt es ja auch beim Heimweltcup wieder ein besonderes Highlight für uns – die Vorfreude ist jetzt schon sehr groß.“

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