Neben der Allgemeinen Klasse wurden auch die Titel in den Nachwuchskategorien U13, U15 und U17 vergeben. Johanna Nagl sorgte mit einem neuen österreichischen Rekord für das Highlight des Tages, während sich Lukas Knapp bei den Herren seinen bereits vierten Staatsmeistertitel sicherte.
„Der Wettkampf heute hat uns klar gezeigt, wie entscheidend die Rahmenbedingungen im Speed sind – vor allem die Reibung hat bei den Herren eine große Rolle gespielt und uns teilweise vor Herausforderungen gestellt. Genau solche Erfahrungen sind aber extrem wertvoll, weil sie aufzeigen, wo wir noch nachschärfen müssen. Insgesamt war das ein wichtiger Wettkampftag mit vielen Erkenntnissen für die weitere Saison“, betonte Speed-Nationaltrainer Fabian Ebenhoch und ergänzte: „Gleichzeitig hat man gesehen, dass wir auf einem sehr guten Weg sind. Das macht die Bewerbe extrem spannend, zeigt aber auch, dass oft Kleinigkeiten entscheiden. Für uns geht es jetzt darum, diese Details weiter zu optimieren und die Athlet:innen bestmöglich auf die internationalen Einsätze vorzubereiten.“
Nagl glänzt mit Rekordlauf vor Heimpublikum
Im Damenbewerb setzte sich Johanna Nagl eindrucksvoll durch und sicherte sich den Staatsmeistertitel. Im Finale ließ die Lokalmatadorin Maya Walter (8,256 Sekunden) hinter sich und gewann in 7,624 Sekunden. Rang drei ging an Lisa Dorwekinger. Für das Highlight des Tages sorgte die Niederösterreicherin allerdings bereits zuvor: Mit 7,375 Sekunden unterbot sie ihren eigenen österreichischen Rekord vom vergangenen Wochenende erneut.
„Wahnsinn. Ich bin noch ganz durcheinander – es ist mein vierter Titel in Folge, aber es fühlt sich an wie der erste. Extrem geil“, sagte Nagl nach dem Wettkampf und rang sichtlich noch nach Worten. Besonders emotional war der Erfolg vor heimischem Publikum: „Es sind so viele da, die ich kenne – vor der Familie und so vielen Bekannten zu gewinnen, macht mich extrem stolz.“
Trotz kleiner Unsicherheiten im ersten Finallauf bewies die Niederösterreicherin Nervenstärke und legte im entscheidenden Moment noch einmal nach: „Ich bin auf jeden Fall zufrieden, dass ich die Zeiten so konstant an die Wand bekomme. Und obwohl ich den Start ein bisschen verhaut habe, habe ich trotzdem noch einen sauberen Finallauf hingelegt – das war schon ziemlich cool.“
Mit ihrem neuen österreichischen Rekord unterstrich Nagl zudem ihre starke Form – und sieht noch reichlich Luft nach oben: „Der Rekord bedeutet mir extrem viel, weil ich merke, dass ich den Schwung aus dem Wintertraining mitnehmen kann. Und das Beste ist: Ich sehe noch so viel Potenzial, das will ich ausschöpfen.“
Die Marschrichtung für die Saison ist damit klar formuliert: „Am Anfang habe ich gesagt, ein niedriger Siebener wäre cool – aber wenn ich ehrlich bin, steuere ich jetzt schon den Sechser an.“
Knapp nutzt Chance und holt vierten Titel
Bei den Herren sicherte sich Lukas Knapp seinen insgesamt vierten Staatsmeistertitel. Im alles entscheidenden Finale setzte sich der Salzburger in 5,915 Sekunden gegen Lawrence Bogeschdorfer durch, dem ein Fehler unterlief und der mit 6,550 Sekunden Rang zwei belegte. Das kleine Finale entschied Lukas Windischer in 6,139 Sekunden gegen Tobias Plangger für sich. Titelmitfavorit Kevin Amon musste krankheitsbedingt auf einen Start verzichten.
Knapp hatte bereits in den engen Duellen im Viertel- und Halbfinale das nötige Quäntchen Glück auf seiner Seite und setzte sich jeweils hauchdünn durch. „Natürlich merkt man, dass Kevin heute gefehlt hat – er ist aktuell einfach zwei bis drei Zehntel schneller als wir alle. Dahinter ist alles ausgeglichen, dem war ich mir bewusst. Ich habe gewusst, dass der Sieg heute möglich ist – aber es gehört einfach viel dazu. Die Leistungsdichte ist extrem hoch“, erklärte der neue Speed-Staatsmeister. Besonders die knappen Entscheidungen machten den Bewerb intensiv: „Wenn es um Hundertstel geht, freut man sich natürlich umso mehr, wenn es auf deine Seite fällt.“ Nach längerer Pause ist der Titel für ihn etwas Besonderes: „Mein letzter Staatsmeistertitel war 2018. Deshalb weiß ich diesen Erfolg sehr zu schätzen.“
Mit Blick auf die Saison hat der Routinier klare Ziele: „Ich möchte heuer mehr Weltcups bestreiten und unbedingt bei der Europameisterschaft starten.“
Neben der Allgemeinen Klasse wurden im Rahmen der Veranstaltung auch die Titel in den Nachwuchsklassen U13, U15 und U17 vergeben – ein weiteres starkes Signal für die Entwicklung der Speed-Szene in Österreich.
ERGEBNISSE
Allgemeine Klasse, Frauen
1) Johanna Nagl (NFÖ Herzogenburg)
2) Maya Walter (NFÖ Herzogenburg)
3) Lisa Dorwekinger (NFÖ Herzogenburg)
Allgemeine Klasse, Herren
1) Lukas Knapp (NFÖ Salzburg)
2) Lawrence Bogeschdorfer (NFÖ Vöcklabruck)
3) Lukas Windischer (ÖAV Innsbruck)
U17, Mädchen
1) Lara Haselwanter (ÖAV Tirol)
2) Alice Zirnitzer ÖAV Pongau)
3) Antonia Mayr (ÖAV Kufstein)
U17, Burschen
1) Tobias Reiff (NFÖ Herzogenburg)
2) Simon Schmutzhard (ÖAV Wörgl)
3) Richard Jocksch (ÖAV Kufstein)
U15, Mädchen
1. Anna Dautovic (NFÖ Pucking)
2. Sophie Obermoser (ÖAV Pongau)
3. Karla Hager (NFÖ Herzogenburg)
U15, Burschen
1) Malachias Hochfilzer (ÖAV Innsbruck)
2) Moritz Schropp (ÖAV Gebirgsverein)
3) Klemens Ertel (NFÖ Herzogenburg)
U13, Mädchen
1) Sara Obermoser (ÖAV Pongau)
2) Greta Schroll (ÖAV Wörgl)
3) Luisa Sokoll (ÖAV Wolfsberg)

