Olympia-Flair beim Boulder-Weltcup

Ab in die USA! Österreichs Kletter-Nationalteam reiste am Mittwoch in der Früh zu den beiden IFSC Weltcups nach Salt Lake City.

Dort steht am Wochenende (21./22. Mai) der erste von zwei Boulder-Weltcups auf dem Programm, eine Woche später (28. bis 30. Mai) folgt der zweite Boulder-Weltcup sowie der Auftakt in den Speed-Weltcup.

 

Für Österreich sind Jessica Pilz (ÖAV Haag), Johanna Färber (ÖAV Graz) und Franziska Sterrer (NFÖ Vöcklabruck) bei den Damen sowie Jakob Schubert (ÖAV Innsbruck) und Nicolai Uznik (SV St. Johann i.R.) bei den Herren im ersten Boulder-Bewerb vertreten. Die beiden Olympia-StarterInnen Pilz und Schubert werden nach dem ersten Weltcup-Wochenende die Heimreise antreten, um in Österreich in Richtung Tokio für die Olympische Kombination zu trainieren. In der zweiten Weltcup-Woche stoßen dafür die Speed-Asse Alexandra Elmer (ÖAV Tauernkraxxla), Laura Stöckler (ÖAV Haag) und Tobias Plangger (ÖAV Innsbruck) zum Team.

 

Wichtige Standortbestimmung für Tokio

 

„Jessy und Jakob wollen den ersten Boulder-Weltcup noch einmal nutzen, um vor den Highlights im Sommer in Top-Form und in ein positives Gefühl zu kommen. Vor den Olympischen Spielen steigt nur noch ein Boulder-Weltcup bei den IFSC Austria Climbing Open in Innsbruck, danach sind die Lead-Bewerbe dran. Sie dürfen aber auch Vorstieg und Speed nicht außer Acht lassen, und werden daher in Innsbruck trainieren. Beim aktuellen Kombinations-Format ist es einfach richtig schwer, alles unter einen Hut zu bekommen“, sagt KVÖ-Nationaltrainerin Katharina Saurwein, die das Team in den USA begleitet.

 

In Salt Lake City will auch Nicolai Uznik wieder überzeugen, er schaffte es beim Weltcup-Auftakt in Meiringen in die Top-15. „Ich habe in Meiringen gesehen, wo ich stehe, und konnte viel Positives mitnehmen – das ist wichtig. Für eine Finalteilnahme fehlt mir nicht viel. Wenn es mir aufgeht, ist alles drinnen“, erklärt der 20-Jährige, der in den letzten Wochen auch am Seil trainiert und sich in seiner Heimat Kärnten den nötigen Feinschliff geholt hat, und ergänzt: „Mein Ziel für die beiden Bewerbe in Salt Lake City ist klar. Ich möchte in beiden Bewerben zumindest wieder in das Halbfinale kommen und ein Top-10-Ergebnis erreichen. Mit viel Selbstvertrauen werde ich die Bewerbe in Angriff nehmen und versuchen, in allen Runden die bestmögliche Performance abzuliefern.“

 

Ein großes Fragezeichen

 

Auch Franziska Sterrer hat aus ihrem elften Platz beim Weltcup-Auftakt in Meiringen viel Selbstvertrauen getankt und sieht sich in ihrem eingeschlagenen Weg bestärkt. Aber die Oberösterreicherin hat Lust auf mehr: „Ich habe ein paar Tage in Graz und Slowenien trainiert, somit frischen Wind in die Trainings gebracht und neue Reize setzen können. Die Zielsetzung bleibt auch bei den nächsten beiden Bewerben gleich. Ich werde Boulder für Boulder kämpfen und mich ausschließlich auf mich konzentrieren. Daher fliege ich mit einer sehr positiven Erwartungshaltung nach Salt Lake City.“

 

Für Boulder-Staatsmeisterin Johanna Färber ist es in der Schweiz noch nicht nach Wunsch verlaufen, das soll nun in Salt Lake City bei den beiden bevorstehenden Weltcup-Bewerben besser werden: „Ich habe mich in Meiringen nach meiner Corona-Erkrankung nicht so gut vorbereitet gefühlt. Nun ist aber viel Zeit vergangen und ich fühle mich besser. In den letzten Wochen habe ich gut und effektiv trainiert! Mit gezieltem Krafttraining am Campus Board konnte ich wieder etwas aufholen. Ich lasse die nächsten Bewerbe auf mich zukommen und will nicht mit zu hohen Erwartungen hineingehen. Ein Semifinale wäre aber richtig cool, das würde mir sehr viel geben. Dafür werde ich alles versuchen.“

 

Ein großes Fragezeichen ist die Boulder-Wand in Salt Lake City. Erst vor zwei Jahren verlagerte das US-Team den nationalen Stützpunkt in die Hauptstadt des Bundesstaates Utah, um in Hinblick auf die Olympischen Spiele in Tokio zu trainieren. Internationale Wettkämpfe fanden bislang noch keine statt, es wird also eine Reise ins Ungewisse. Saurwein: „Wir haben ein paar Fotos gesehen, die Wand sieht eher flach aus. Wir müssen es aber sowieso nehmen, wie es kommt. Im Bouldern kennt man ja die Routen ohnehin nicht – wir haben gut und viele verschiedene Boulder trainiert, deswegen bin ich optimistisch.“

 

Schubert und Pilz: Alles für Olympia

 

Ein gewisses Olympia-Flair wird in Salt Lake City jedenfalls herrschen, immerhin fanden hier 2002 die Olympischen Winterspiele statt. „Ich kann mich erinnern, die Spiele damals als Kind im Fernseher verfolgt zu haben. Olympia ist mittlerweile stets präsent, immer und überall Thema. Ein schöner Zufall, dass die letzten beiden Boulder-Weltcups vor Tokio in den zwei Olympia-Gastgeberstädten Salt Lake City und Innsbruck stattfinden“, schmunzelt Jakob Schubert.

 

Auch für Jessica Pilz, die wie Schubert dank des Impf-Programms des Österreichischen Olympischen Comité bereits geimpft ist, liegt der Fokus auf der olympischen Kletter-Premiere in Tokio: „Der erste Boulder-Wettkampf in den USA geht sich gut aus, durch die knappe An- und Abreise verlieren wir nicht viel Zeit und können danach Vorstieg trainieren. Körperlich fühle ich mich gut, aber das ist beim Bouldern nicht immer entscheidend. Ich bin schon gespannt, was uns erwartet.“

 

PROGRAMM IFSC BOULDER-WELTCUP SALT LAKE CITY (Angaben MESZ)


Freitag, 21. Mai:

17 Uhr: Qualifikation Damen
23:30 Uhr: Qualifikation Herren

 

Samstag, 22. Mai:

19 Uhr: Semifinals Damen & Herren

 

Sonntag, 23. Mai:

01:00 Uhr: Finals Damen & Herren

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