Während Jakoba Rauter den Damenbewerb nach einem dramatischen Finale für sich entschied, verpasste Adrian Kathan bei seinem ersten Europacup-Auftritt in der Allgemeinen Klasse das Podest nur hauchdünn und wurde starker Vierter.
Rauter triumphiert nach Krimi-Finale
Jakoba Rauter, die beim vergangenen Europacup schon knapp am Podest dran war, bestätigte einmal mehr ihre starke Form und feierte in der Slowakei einen vielumjubelten Sieg. Die Tirolerin setzte sich in einem hochspannenden Finale mit 59,7 Punkten und zwei Tops durch. Punktgleich dahinter landete die Slowenin Neza Uajc, die aufgrund der höheren Anzahl an Versuchen knapp den Kürzeren zog. Rang drei ging an die Spanierin Geila Macia Martin mit lediglich 0,1 Punkten Rückstand (59,6).
Rauter hatte bereits die Qualifikation gewonnen und zog als Vierte des Halbfinales ins Finale ein. Dort entwickelte sich ein echter Nervenkampf unter schwierigen Bedingungen. Insgesamt waren 72 Athletinnen am Start.
„Das war wahrscheinlich das beste Ergebnis meiner ganzen Kletterkarriere. Ich bin extrem happy und extrem stolz. Schon nach der Qualifikation, die ich gewinnen konnte, habe ich gespürt, dass heute richtig viel möglich ist. Im Finale war es dann unglaublich nervenaufreibend – vor allem, weil es eiskalt war und niemand genau wusste, wie gut die eigenen Leistungen wirklich waren. Als dann feststand, dass es tatsächlich für den Sieg reicht, war das einfach ein Wahnsinnsgefühl. Besonders schön ist für mich, dass sich die ganze harte Arbeit ausgezahlt hat und ich gesehen habe, dass ich mich international nicht verstecken muss. Mein Kopf war genau dort, wo er sein sollte, und ich habe gemerkt, dass ich richtig gut Wettkampfklettern kann. Das war definitiv eines der krassesten Erlebnisse meiner bisherigen Karriere“, freute sich Rauter nach ihrem Erfolg.
Katharina Bergmann erreichte als 16. ebenfalls das Halbfinale. Sina Willy belegte Rang 21, Lena Schrittwieser verpasste als 26. den Einzug ins Semifinale knapp.
Kathan überzeugt bei Europa-Cup-Premiere
Auch bei den Herren gab es aus österreichischer Sicht Grund zur Freude. Adrian Kathan zeigte bei seinem ersten Europacup der Allgemeinen Klasse eine starke Leistung und kletterte sensationell auf Rang vier. Mit 59,3 Punkten und zwei Tops fehlten dem Vorarlberger am Ende lediglich 0,3 Punkte auf das Podest. Der Sieg ging an den Italiener Matteo Reusa, der mit 99,6 Punkten und vier Tops dominierte.
Kathan hatte sich als 18. der Qualifikation fürs Halbfinale qualifiziert, steigerte sich dort mit Rang sechs deutlich und überzeugte schließlich auch im Finale mit mutigen und spektakulären Lösungen. Insgesamt waren 98 Athleten am Start.
„Mein Ziel war zunächst das Halbfinale. Dass es dann so aufgeht, ist natürlich mega. Im Finale wollte ich einfach Spaß haben und genau das ist passiert. Der Flash in der Platte und das Top im Koordinationsboulder waren richtig cool. Ich hatte selten so viel Spaß bei einem Wettkampf“, erklärte Kathan.
Ilja Auersperg erreichte Rang 19, Timo Uznik wurde 23., Julian Schrittwieser belegte Platz 38 und Moritz Goller Rang 80.

