„Ja, ich will mich noch einmal für die Olympischen Spiele qualifizieren, ich nehme Los Angeles in Angriff. Ich habe viel darüber nachgedacht, mein Geburtstag ist die perfekte Gelegenheit, diese Entscheidung zu verkünden“, sagt Schubert. „Die Entscheidung ist über längere Zeit gereift, ich habe viel reflektiert. Ich will es noch einmal versuchen.“
Olympia-Geschichte geschrieben
Bei der Olympia-Premiere seiner Sportart in Tokio sicherte sich der Innsbrucker in einem dramatischen Finale die Bronzemedaille – damals noch in der Kombination aus Vorstieg, Bouldern und Speed. In Paris erhielt Speed eine eigene Medaillenentscheidung, Schubert eroberte in der Kombination aus Vorstieg und Bouldern erneut Bronze und ist damit der einzige männliche Kletterer mit zwei Olympiamedaillen. In Los Angeles gibt es für alle drei Disziplinen eigene Medaillenentscheidungen – und in seiner Paradedisziplin Vorstieg zählt Schubert nach wie vor zur Weltspitze. Bereits jetzt gilt Schubert für viele als größter Wettkampfkletterer aller Zeiten, ein Medaillenhattrick bei den Olympischen Spielen oder gar eine Goldmedaille würden diese Status endgültig festigen.
„Ich habe das Gefühl, dass ich nach wie vor mit den Besten mithalten kann. Das große Ziel Los Angeles gibt mir die Motivation, hart zu arbeiten. Außerdem hoffe ich, dass ich vielleicht einige Leute aus meiner Generation damit motivieren kann, es ebenfalls zu versuchen“, so Schubert.
„Dasselbe Feuer wie vor 20 Jahren“
Der Kletterverband Österreich (KVÖ) behält somit nicht nur einen Olympia-Medaillenkandidaten in seinen Reihen, sondern gleichzeitig einen absoluten Vorzeigeathleten. „Jakob beeindruckt uns immer wieder mit seiner Beharrlichkeit und seiner Einstellung zum Profisport. Er ist für alle anderen im Team – egal ob jung oder alt – ein Vorbild. Noch dazu hat er die Eigenschaft, andere mitzureißen und zu begeistern. Seine Entscheidung ist für uns auf allen Ebenen sehr erfreulich“, sagt KVÖ-Sportdirektor Heiko Wilhelm.
Nach einem durchwachsenen Jahr mit langer Verletzungspause aufgrund einer Fingerblessur brennt Schubert auf die kommenden Monate. „Das letzte Jahr war schwierig, mit der hartnäckigen Verletzung und nicht den besten Ergebnissen. Es hat mir aber auch gezeigt, wie sehr ich das Klettern nach wie vor liebe. In mir brennt immer noch dasselbe Feuer wie vor zwanzig Jahren – und das braucht man, um auf allerhöchstem Niveau zu performen.“

