WM-Generalprobe mit drei Halbfinalteilnahmen

Nur wenige Tage nach dem Ende der Youth World Championships im russischen Voronezh (sechs Medaillen für den Kletterverband Österreich) ging es an diesem Wochenende für die heimische Kletterelite (Allgemeine Klasse) in Kranj (SLO) weiter.

Beim letzten Lead-Weltcup der laufenden Saison schafften es mit Mathias Posch (ÖAV Innsbruck), Jessica Pilz (ÖAV Haag) und Julia Fiser (ÖAV Innsbruck) drei rot-weiß-rote AthletInnen ins Semifinale.

 

Posch holt sein erstes Lead-Top auf Weltcup-Ebene

 

Bei den Herren schaffte es Mathias Posch als einziger heimischer Athlet ins Semifinale. Der Tiroler beendete die Lead-Qualifikation mit 25+ und einem Top – seinem ersten auf Weltcup-Ebene – sensationell auf Platz sechs. In der schwer geschraubten Route der besten 26 Athleten kämpfte Posch bis zum Schluss und beendete den letzten Lead-Weltcup-Bewerb in Slowenien schließlich auf dem 13. Platz (28+).

 

„Es geht definitiv in die richtige Richtung. Als Sportler will man immer mehr, von dem her war es schade, dass zwei Züge auf das Finale gefehlt haben. Bis ich aus der Route rausgefallen bin, habe ich mich richtig gut gefühlt – es war dann sehr knapp. Ich habe die schwere Stelle in der Mitte der Route etwas falsch gelesen und gezögert, das war dann wohl der Knackpunkt, warum ich nicht drübergekommen bin. Unterm Strich bin ich zufrieden. Ich muss die letzte Überzeugung noch finden, dann wird es wieder mit einem Finaleinzug klappen“, erklärte Posch.

 

„Es gibt die Faustregel, dass man durch schwere Passagen schnell durchklettern muss. Das ist Mathias heute im Mittelteil nicht gelungen. Es waren viele Entscheidungen in kurzer Zeit zu treffen, und da ist er bei einer komplexen Stelle hängen geblieben. Platz 13 ist ein super Resultat, auch wenn Mathias das Zeug für einen Top-10-Platz oder ein Finale hat. Die Dichte im Weltcup ist aktuell einfach unglaublich, da muss einfach alles zusammenpassen“, zog KVÖ-Coach Kilian Fischhuber Bilanz.

 

Seine Teamkollegen Georg Parma (NFÖ Eichgraben), der mit Platz 27 haarscharf am Aufstieg in die Runde der besten 26 Athleten vorbeikletterte, Stefan Scherz (NFÖ Neunkirchen) auf Rang 41 sowie Louis Gundolf (ÖAV Imst-Oberland) auf Platz 51 verpassten leider den Sprung ins Semifinale.

 

Pilz und Fiser im Semifinale

 

Bei den Damen konnte mit Jessica Pilz und Julia Fiser ein heimisches Duo ins Semifinale einziehen. Nach einem starken Comeback bei den Olympischen Spielen in Tokio kehrte Pilz nun auch in den Weltcup zurück und absolvierte in ihrer Paradedisziplin ihren ersten Lead-Bewerb in der laufenden Saison. Die Niederösterreicherin qualifizierte sich mit Rang 13 (33+ und 41) souverän für das Halbfinale, in dem sie schlussendlich Rang 14 (31+) belegte. Teamkollegin Fiser schaffte es mit zwei soliden Qualifikationsrouten (25+ und 40+) ebenfalls ohne Probleme ins Semifinale, wo ihr die Schlüsselstelle, an der insgesamt sechs Athletinnen aus der Wand fielen, zum Verhängnis wurde und sie Platz 24 (20+) belegte.

 

„Die Stelle, an der ich rausgeflogen bin, habe ich falsch angeschaut. Ich habe es koordinativ und dynamisch versucht, das war leider nicht die beste Lösung – eine statische Variante wäre wohl die bessere Entscheidung gewesen. Dann war es leider schnell vorbei, sehr ärgerlich. Auch wenn man schon viel Erfahrung mitbringt, können diese Fehler immer wieder passieren. In der Qualifikation habe ich gut kämpfen können und war mit der Leistung zufrieden. Und ein Halbfinale ist ein Halbfinale, da braucht man sich eigentlich nicht zu ärgern. Ich nehme viel Positives mit und werde mich auf die bevorstehende Weltmeisterschaft nun gezielt vorbereiten“, fällt das Fazit von Fiser aus.

 

Unter Wert geschlagen

 

„Jessy hat die schwierige Stelle mit ihrer Souveränität gut gemeistert und den Routenverlauf sehr positiv absolviert. Für meinen Geschmack ist sie etwas zu früh aus der Wand geflogen, das hat nicht ihrem aktuellen Niveau entsprochen. An diesem Wochenende hat sie sich unter Wert verkauft, und der letzte Punch hat gefehlt. Ich bin überzeugt, dass Jessy nach einer starken Leistung bei den Olympischen Spielen auch bei der kommenden Weltmeisterschaft wieder voll da sein wird“, so Fischhuber.

 

Nicht nach Wunsch verlief es in Slowenien für Eva Maria Hammelmüller (ÖAV Haag), die zum ersten Mal in dieser Saison ein Lead-Halbfinale verpasste und den Wettkampf auf Platz 38 beendete. „Mir fehlen einfach die Worte. Ich habe mich in den letzten Trainings richtig wohlgefühlt und jedes einzelne voll genossen. Im Wettkampf hat es sich an der Wand irgendwie nicht gut angefühlt und ich bin nicht richtig auf Touren gekommen“, bilanzierte eine enttäuschte Hammelmüller.

 

Nach einer kurzen Pause wartet auf die heimischen AthletInnen von 16. bis 21. September 2021 mit der Weltmeisterschaft in Moskau (RUS) ein weiteres Highlight.

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