WM in Moskau als letztes großes Karriere-Highlight

12 Jahre lang hat Alexandra Elmer (ÖAV Tauernkraxxla) alles dem wettkampfspezifischen Klettern untergeordnet. Nach dieser Saison, die für die Salzburgerin bislang eine sehr erfolgreiche war, zieht Elmer einen Schlussstrich und beendet ihre Karriere.

Mit der in dieser Woche beginnenden Weltmeisterschaft in Moskau, der Österreichischen Staatsmeisterschaft in Innsbruck und dem geplanten Weltcup in Seoul (KOR) – der letzte Bewerb in Jakarta (IND) musste Corona-bedingt abgesagt werden – warten noch drei letzte Aufgaben auf die Speed-Spezialistin, die allesamt zum „Genussprojekt“ werden sollen.

 

„Es ist immer schade, wenn Athletinnen oder Athleten ihrer Karriere beenden. Mich freut es besonders, dass Alex sich in dieser Saison noch einmal richtig entwickelt hat und mit starken Leistungen aufzeigen konnte – sie tritt praktisch am Höhepunkt ihrer Laufbahn ab. Das Speed-Klettern hat bei uns in den letzten Jahren glücklicherweise massiv an Bedeutung gewonnen. Alex war von Anfang an dabei, hat diesen Prozess mit ihren Leistungen und ihrer Begeisterung zum Speed-Wettkampfsport begleitet und einen wichtigen Teil in dieser Entwicklung beigetragen. Wir wünschen ihr bei ihren verbleibenden Wettbewerben noch einmal viel Glück und hoffen, dass sie ihren neuen Lebensabschnitt ebenso erfolgreich bestreiten kann. Für uns ist es wichtig, dass wir ehemaligen Athletinnen und Athleten aus dem Nationalkader in der Zukunft wieder im Verband integrieren und sie ihre Expertise sowie Erfahrungen an junge Sportlerinnen und Sportler weitergeben können“, sagt KVÖ-Sportdirektor Heiko Wilhelm über das bevorstehende Karriereende von Alexandra Elmer.

 

Letztes großes Highlight

 

„Ich muss ehrlich gestehen, dass ich aktuell nicht so fit bin, wie ich es im Sommer vor dem Europacup in Innsbruck war. Da sind die Dinge viel einfacher gegangen und die Automatismen haben besser gegriffen. Der letzte Wettkampf ist doch schon zwei Monate her. Aktuell habe ich keine Erwartungen, ich kann mich nur selbst überraschen. Ich kann momentan nicht einschätzen, wo ich stehe, aber ich werde auf jeden Fall alles geben, um noch einmal in das Finale der besten 16 Athletinnen bei der WM einziehen zu können. Ich freue mich schon extrem auf die Weltmeisterschaft, auf den Wettkampf an sich und meine internationalen Freunde“, erklärt Elmer, die ihre Teamkollegin Laura Stöckler aktuell in einer besseren Verfassung sieht und ihr letztes großes Highlight auf internationaler Bühne noch einmal voll genießen möchte.

 

Drei Bewerbe als „Genussprojekt“

 

Das Credo der 25-jährigen Speed-Spezialistin war immer: „Auf internationaler Ebene aufhören, wenn ich noch gut dabei bin.“ Und Elmer hielt, was sie sich immer vorgenommen hatte. Bereits im vergangenen Winter befasste sich die Athletin vom ÖAV Tauernkraxxla mit dem Ende ihrer Karriere. Eine Entscheidung, die über Monate gereift ist und nach ihrer starken Saison umso bemerkenswerter ist. „Ich habe in dem Corona-Jahr gemerkt, dass Felsklettern und viele andere Dinge extrem Spaß machen. 12 Jahre lang habe ich für das Wettkampfklettern viel zurückgesteckt und investiert. Auch wenn heuer mein coolstes Jahr war und wir ein unglaublich tolles Team haben, habe ich mich für das Karriereende entschieden. Es war wirklich keine leichte Entscheidung, ich habe viel mit mir gehadert – aber ich bin davon überzeugt, dass sie die richtige ist“, verrät die amtierende Speed-Staatsmeisterin, die ihre zwei Saisonziele – Qualifikation für eine ganze Weltcup-Saison trotz straffer Limits mit vielen Übersee-Bewerben und das Klettern einer 7er-Zeit – schon erreicht hat.

 

Der Beginn einer spannenden Zeit

 

Nach einem Jahr mit vielen Aufs und Abs freut sich Elmer einerseits auf die drei verbleibenden Aufgaben, die sie ohne Druck absolvieren kann, andererseits aber auch, wenn sich die Zeit zu Ende neigt. „Ich möchte die letzten vier Bewerbe locker angehen, muss mich nicht mehr qualifizieren oder um einen Kaderstatus kämpfen. Dann beginnt für mich eine spannende Zeit. Ich muss erst herausfinden, in welche Richtung es mich verschlagen wird. Ich trainiere momentan auch viel mit dem Tiroler Nachwuchs, das macht richtig Spaß, aber es wird wohl eine neue Richtung, abseits vom Klettern, werden“, so die 25-Jährige, die im kommenden Sommer ihren Master in Sportwissenschaften abschließen und in Kürze ein Praktikum in Hochzirl als Sporttherapeutin absolvieren wird.

 

„Der Europacup in Innsbruck 2021 war der Wettkampf meiner Karriere“

 

„Ich habe in meiner Karriere viele Highlights erlebt, aber ein Wettkampf hat mich wirklich geprägt. Der Speed-Europacup in Innsbruck 2021 war der Wettkampf meiner Karriere. Ich war an diesem Tag so richtig locker, hatte extrem viel Spaß und es hat einfach alles funktioniert. Das Battle mit Laura (Anm.: Stöckler) um den österreichischen Rekord, meine erste offizielle 7er-Zeit und dann stehen wir beide noch auf dem Podest – ein toller und emotionaler Tag, der mir wohl immer in Erinnerung bleiben wird“, blickt Elmer noch auf den Europacup zurück, der neben der Speed-Silbermedaille bei der Jugendweltmeisterschaft in Edinburgh 2010, dem 6. Platz im Weltcup in Chamonix (FRA) 2014 sowie Platz 7 im Weltcup in Salt Lake City (USA) zu ihren Highlights zählt.

 

„Ich möchte mich zum Schluss bei allen Wegbegleitern für ihre großartige Unterstützung und die vielen tollen gemeinsamen Jahre bedanken. Angefangen bei meinen Teamkolleginnen und Teamkollegen, allen Trainerinnen und Trainern sowie bei allen KVÖ-Mitarbeiterinnen und KVÖ-Mitarbeitern. Speziell aber bei Fabian Ebenhoch, der uns als Coach und Olympiazentrum-Trainer gefördert und dafür gesorgt hat, dass wir uns stetig verbessern“, liegt Elmer ein großes Dankeschön am Herzen.

 

Über viele Jahre war Alexandra Elmer das heimische Aushängeschild in der Disziplin Speed und hatte mit Laura Stöckler in dieser Saison eine starke Teamkollegin an ihre Seite bekommen. Anfang Oktober, wenn der letzte Bewerb über die Bühne gegangen ist, verabschiedet sich die Salzburgerin in die Wettkampfpension im Sportklettern und es wird eine neue Ära mit Stöckler und einigen Nachwuchstalenten beginnen.

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