Befreiungsschlag in Prag: Posch meldet sich mit Rang acht zurück

Österreichs Boulder-Asse haben bei der World Climbing Series in Prag (CZE) ein starkes Ausrufezeichen gesetzt.

Mit Jan-Luca Posch und Nicolai Užnik schafften gleich zwei KVÖ-Athleten den Sprung ins Semifinale. Für Posch ging die Reise sogar noch weiter: Der amtierende Boulder-Staatsmeister zog als Sechster ins Finale ein und belegte dort Rang acht. Für Nicolai Užnik endete der Wettkampf im Semifinale auf Platz 22.

 

„Das Semifinale hat Jan-Luca extrem in die Karten gespielt. Es waren sehr koordinative Boulder, genau jene Art von Bewegungen, in denen er seine größten Stärken hat. Nach einem schwierigen Saisonstart war das enorm wichtig für sein Selbstvertrauen“, analysierte KVÖ-Nationaltrainerin Katharina Saurwein. Besonders bemerkenswert: Nach drei Weltcups ohne Semifinaleinzug gelang Posch beim ersten Halbfinale der Saison auf Anhieb der Sprung ins Finale. „Dass er nach den ersten Rückschlägen weiterhin an sich geglaubt hat, zeigt seine mentale Stärke. Umso schöner ist es, dass er sich dafür jetzt belohnen konnte.“

 

Posch belohnt sich für Geduld und harte Arbeit

 

Der Tiroler zeigte bereits im Semifinale eine starke Leistung. Mit einem Top und insgesamt 44,2 Punkten qualifizierte sich Posch als Sechster für die Entscheidung der besten acht Athleten. In einer extrem schweren Finalrunde, in der die Tops Mangelware blieben, kämpfte der 28-Jährige um jede Bewegung und belegte mit drei Zonen und 29,4 Punkten den achten Platz.

 

„Das Final-Ergebnis spiegelt eigentlich nicht ganz wider, wie gut ich geklettert bin. Ich war bei mehreren Bouldern extrem knapp dran. Mit ein bisschen Glück wäre sogar deutlich mehr möglich gewesen“, sagte Posch. Entsprechend überwog trotz Rang acht die Zufriedenheit: „Nach dem mentalen Kampf der letzten Wochen gibt mir dieses Finale einen riesigen Schub. Direkt beim ersten Semifinale der Saison ins Finale einzuziehen, macht mich richtig stolz. Das zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin.“

 

Weniger nach Wunsch verlief der Wettkampf für Nicolai Užnik. Der Kärntner fand in der koordinativ geprägten Semifinalrunde nie richtig in seinen Rhythmus und belegte nach einer Zone am vierten Boulder Rang 22. „Ich bin natürlich enttäuscht, weil ich mir nach der starken Qualifikation deutlich mehr erwartet habe. Die Runde hat mir überhaupt nicht gelegen. Es ging sehr viel um Koordination, schnelle Lösungen und das Lesen der Boulder. Das ist mir diesmal leider nicht gelungen“, erklärte Užnik. Der Fokus richtet sich nun bereits auf den Heimweltcup in Innsbruck: „Ich weiß, dass ich in guter Form bin. Jetzt heißt es die Runde abhaken, weiterarbeiten und in Innsbruck wieder angreifen.“

 

Der Sieg ging in einer hochklassigen und spannenden Finalrunde an den Japaner Sorato Anraku. Mit einem Top und 55 Punkten setzte er sich hauchdünn vor Dohyun Lee (KOR/54,8) und Mejdi Schalck (FRA/54,7) durch. Die ersten drei Athleten trennten lediglich 0,3 Punkte.

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