Para Climbing

Para Climbing ist die wettkampforientierte Form des Sportkletterns für Athlet:innen mit körperlichen Beeinträchtigungen. Seit 2006 werden internationale Wettkämpfe unter dem Dach von World Climbing, früher International Federation of Sport Climbing (IFSC) ausgetragen. Die Sportart zeichnet sich durch ein standardisiertes Regelwerk und ein medizinisches Klassifizierungssystem aus, das eine faire Vergleichbarkeit der sportlichen Leistungen gewährleistet. 

 

 

Klassifizierung und Wettbewerbskategorien

Um den unterschiedlichen Arten der Beeinträchtigung gerecht zu werden, erfolgt im Para Climbing eine Einteilung in verschiedene Sportklassen (Sport Classes). Diese Einstufung basiert auf funktionalen Kriterien und wird durch zertifizierte medizinische Klassifizierer:innen im Rahmen der physikalischen oder visuellen Klassifizierung vorgenommen:

 

  • B1 – B3: Athlet:innen mit Sehbeeinträchtigungen (Visual Impairment). Die Anleitung in der Route erfolgt durch akustische Signale eines Guides.
  • AU / AL: Athlet:innen mit Amputationen oder Dysmelien (Fehlbildungen) der oberen (AU) oder unteren Extremitäten (AL).
  • RP1 – RP3: Athlet:innen mit neurologischen Einschränkungen oder reduzierter Kraft, Beweglichkeit und Koordination (Range, Power, Stability).
     

 

 

Wettkampfmodus

Wettbewerbe im Para Climbing werden ähnliche den Lead Wettkämpfen ausgetragen, allerdings im Top Rope (Sicherungsseil von oben). Die Athlet:innen werden nach der erreichten Höhe bzw. der Anzahl der kontrolliert gehaltenen Griffe gewertet. Der Routenbau erfolgt unter Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen der jeweiligen Sportklassen, um die maximale athletische Leistung abzurufen. 

 

 

 

Historische Entwicklung und Status

Die Professionalisierung des Para Climbing hat in den letzten zwei Jahrzehnten eine signifikante Beschleunigung erfahren:

 

  • 2006: Durchführung des ersten internationalen Para Climbing-Events in Russland.
  • 2011: Erste offizielle IFSC Para Climbing World Championships in Arco, Italien. Seitdem finden diese Weltmeisterschaften alle zwei Jahre parallel zu den Kletter-Weltmeisterschaften statt.
  • 2017: Anerkennung der IFSC durch das Internationale Paralympische Komitee (IPC) als „Recognised International Federation“.
  • 2024/2025: Offizielle Bestätigung des IPC: Para Climbing wird als neue Sportart in das Programm der Paralympischen Sommerspiele 2028 in Los Angeles aufgenommen.

  

 

 

Meilenstein: Paralympics 2028

Mit der Aufnahme in das paralympische Programm für Los Angeles 2028 erreicht der Sport den höchsten Status im internationalen Behindertensport. Für die Spiele sind im Bereich Para Climbing acht Medaillen-Entscheidungen und ein Kontingent von insgesamt 80 Quotenplätzen (40 Männer / 40 Frauen) festgesetzt.

 

 

Folgende Sportklassen sind Teil der Paralympics 2028:

 

Visuell eingeschränkt (Visual Impairment - VI):

  • B1 (Herren): Athleten mit vollständiger Erblindung (klettern mit verbundenen Augen).
  • B2 (Damen): Athletinnen mit schwerer Sehbehinderung.

 

Physische Beeinträchtigung (PI - Physical Impairment):

  • RP1 (Herren & Damen): Athleten mit neurologischen oder physiologischen Einschränkungen (z.B. Multiple Sklerose, Zerebralparese, Muskeldystrophie)
  • AL2 (Herren & Damen): Amputierte oder eingeschränkte Funktion der unteren Extremitäten
  • AU2 (Herren & Damen): Amputierte oder eingeschränkte Funktion der oberen Extremitäten

 

 

 

 

 

Ansprechperson beim KVÖ:

Allgemeine Anfragen Para Climbing (Inklusionsbeauftragte): Julia Pinggera | j.pinggeraaustriaclimbingcom

 

Para Climbing Coaches:

 

 

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