Für Anika Deubler verlief der Bewerb zunächst nicht ganz nach Wunsch. Vor allem in der zweiten Qualifikationsroute, einer technisch anspruchsvollen Platte, fehlte ihr zunächst die nötige Lockerheit. „Ich war mit meiner Qualifikation nicht ganz zufrieden. Weil dort auch einige starke Kletterinnen früh gefallen sind, hatte ich etwas zu viel Respekt vor der Route“, blickt Deubler zurück.
Im Halbfinale steigerte sich die Oberösterreicherin deutlich und zog als Vierte souverän in die Entscheidung der besten acht Athletinnen ein. Ganz abschütteln konnte sie die Unsicherheiten aus der Qualifikation zunächst jedoch nicht: „Das Halbfinale war schon besser, aber ich habe ein paar Unsicherheiten mitgenommen und bin teilweise noch etwas hektisch geklettert.“
Rechtzeitig für das Finale fand Deubler wieder zu ihrer gewohnten Stärke. Mit 35+ Griffen zeigte sie einen starken Auftritt und musste sich lediglich Iziar Martinez Almendros geschlagen geben. Die Spanierin erreichte 37+ Griffe und sicherte sich damit knapp den Sieg.
„Vor dem Finale konnte ich mich noch einmal neu fokussieren und dann wieder richtig gut klettern. Es waren nur ein paar kleine Fehler dabei – auch an jener Stelle, an der ich gestürzt bin. Ohne den Trittfehler wäre vielleicht noch mehr möglich gewesen“, analysiert Deubler. Auch wenn sie nach ihrem Sieg in Zilina gerne erneut ganz oben gestanden wäre, überwog die Freude über die nächste Medaille: „Natürlich hätte ich gerne wieder gewonnen, und ich weiß, dass es möglich gewesen wäre. Trotzdem bin ich mit dem zweiten Platz sehr zufrieden. Besonders freut mich, dass ich mich von Runde zu Runde steigern und die Fehler aus den Vorrunden ausbessern konnte.“
Zusätzliche Bedeutung hatte das Ergebnis für Deubler, weil ihr die Routensetzung nicht unbedingt entgegenkam: „Die Routen haben meinem Stil nicht wirklich entsprochen. Umso stolzer bin ich darauf, dass ich mich trotzdem so gut durchsetzen konnte.“
Feichtenschlager komplettierte das starke Ergebnis der österreichischen Damen. Als Zehnte des Halbfinales verpasste sie den Einzug ins Finale nur knapp und beendete die World Climbing Europe Series Ostermundigen 2026 mit einem guten zehnten Platz.
Zwei Österreicher im Herren-Finale
Bei den Herren qualifizierten sich Adrian Kathan als Sechster und Felix Mader als Achter des Halbfinales für die Entscheidung der Top-8. Stefan Scherz konnte im Halbfinale nicht mehr ganz an seine starke Qualifikation anknüpfen und belegte Rang 16.
Im Finale erreichte Mader mit 34+ Griffen den fünften Platz. Kathan kam auf 31 Griffe und wurde Siebenter. Der Sieg ging an den Franzosen Jordi Poles, der mit 45 Griffen das beste Ergebnis des Finales erzielte.
KVÖ-Coach Jon Redshaw zog nach dem Bewerb ein positives Fazit: „Die Aufstiegsquote ins Halbfinale war erfreulich. Anika ist im Laufe des Bewerbs immer stärker geworden und hat einmal mehr gezeigt, warum sie zuletzt konstant ganz vorne dabei war. Bei Felix und Adrian ist im Finale nicht alles aufgegangen, dennoch können beide mit ihren Ergebnissen zufrieden sein. Für unsere jungen Athlet:innen war der Bewerb insgesamt eine weitere wichtige Erfahrung.“

