EM: Rot-weiß-roter Medaillenregen im Para Climbing

Paraclimbing

Bei der Kletter-Europameisterschaft in Laval (FRA) wurden die Medaillen in den Disziplinen Speed und Para Climbing am Samstag vergeben. Österreichs Athlet:innen konnten dabei fünfmal Edelmetall (drei Goldmedaillen) gewinnen.

Im Para Climbing wurde in Laval ein Weltcup ausgetragen, für die EM-Medaillen wurden nur die Ergebnisse der Europäer:innen gezählt. In der Klasse RP2 der Damen galt Jasmin Plank als Top-Favoritin. Die 38-jährige Tirolerin hatte in den vergangenen Monaten jedoch mit einer Schulterverletzung zu kämpfen und wollte von der „Mission Titelverteidigung“ nichts wissen.

 

Am Ende jubelte Plank jedoch, wie vor zwei Jahren in Villars, über EM-Gold. Bereits in der Qualifikation war sie in ihrer Klasse das Maß aller Dinge, im Finale erreichte sie als einzige Athletin das Top und setzte sich deutlich vor Chiara Cavina (ITA/38+ Griffe) durch. „Es scheint so, als hätte die Schulter gehalten und die Sorgen im Vorfeld waren umsonst. Die Freude ist riesengroß, so eine EM-Goldmedaille hat auch beim zweiten Mal einen besonderen Platz“, so Plank.

 

 

Zeller im Finale eine Klasse für sich

 

Auch Angelino Zeller galt in der Klasse AL1 (Damen und Herren gemischt) als Top-Favorit. Nach Rang zwei in der Qualifikation spielte der 30-jährige Steirer im Finale seine Klasse aus und sicherte sich mit 59+ Griffen deutlich vor dem Slowenen Matej Arh (49+) den Sieg und die EM-Goldmedaille. Zeller baute damit seine seit Juli 2021 bestehende Siegesserie auf 20 Erfolge aus. Markus Pösendorfer (44+) landete auf Rang vier.

 

„Finale vor vollem Haus, die Stimmung am Kochen – was will man mehr? Ich war bis in die Haarspitzen motiviert und konnte in den ‚Beastmodus‘ schalten, richtig cool“, jubelte Zeller. „20 Siege in Serie sind schon nicht schlecht, aber daran denke ich nicht. Die Erfolge sind nur das Resultat der harten Arbeit, ich liebe das Klettern einfach.“

 

In der Klasse RP2 der Herren sicherte sich Daniel Wiener seine erste EM-Medaille – und diese gleich in Gold. Der 45-Jährige stand bereits vor dem Finale als Europameister fest, da die drei weiteren Finalisten nicht aus Europa stammten. Im Weltcup-Bewerb jubelte der Oberösterreicher über Rang drei, die Freude über die EM-Goldmedaille war noch eine Spur größer.

 

„Laval ist ein gutes Pflaster für mich, hier habe ich meinen ersten Weltcup-Podestplatz geholt. Dass es jetzt bei der EM der ‚Big Bang‘ wurde, kommt überraschend. Insgeheim träumt man von so etwas, aber ich bin sprachlos. Ich habe bereits die eine oder andere Freudenträne verdrückt“, zeigte sich Wiener emotional.

 

Gelungenes EM-Debüt

 

Ebenfalls das Top im Finale erreichte Linda Le Bon (Guide Patrik Törnström) in der Klasse B2 der Damen. Die 62-Jährige landete dennoch auf Rang drei, da Abigail Robinson (GBR) und Luisa Grube (GER) im Finale ebenfalls nach ganz oben kletterten und aufgrund des besseren Quali-Ergebnisses nach vorne gereiht wurden.

 

Über ein gelungenes EM-Debüt durfte sich Lilli Marie Laschitz (Guide Annika Behlen) freuen. Die 16-jährige Kärntnerin erreichte im Finale der Klasse B1 der Damen 49 Griffe und jubelte über Silber. Einzig die Italienerin Nadia Bredice kam um zwei Griffe weiter und holte Gold.

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