Nach Platz drei beim Weltcup in Prag (CZE) vor zwei Wochen kletterte der Tiroler Ausnahmesportler vor heimischem Publikum erneut auf Rang drei und holte damit seinen bereits 56. Podestplatz bei seinem 89. Start in einem Lead-Weltcup.
Der zweifache Olympia-Bronzemedaillengewinner hatte sich am Samstag mit den Routen in Qualifikation und Semifinale nicht restlos zufrieden gezeigt. Als Fünfter zog er ins Finale ein. Dort präsentierte sich der 35-Jährige jedoch in Topform, erreichte 42 Griffe und setzte damit eine starke Marke. Getragen von der Begeisterung der Fans in der ausverkauften Freiluft-Arena am Areal des Kletterzentrum Innsbruck sorgte Schubert für Gänsehautmomente. Mit jedem Griff stieg die Lautstärke, die Zuschauer peitschten ihren Lokalmatadoren förmlich die Wand hinauf.
Heimspiel sorgt für Gänsehaut
„Das Finale war unglaublich. Am Samstag war ich sehr enttäuscht, weil ich nicht hoch genug gekommen bin, um die Stimmung wirklich zu spüren. Im Finale war mein Ziel, das Publikum mitzunehmen und die Atmosphäre voll zu genießen. Das habe ich geschafft – und es hat unglaublich viel Spaß gemacht“, sagte Schubert nach seinem Auftritt.
Für den Innsbrucker hat der Heimweltcup seit jeher einen besonderen Stellenwert. „In Innsbruck zu klettern ist immer etwas ganz Spezielles. Ich bin hier aufgewachsen und es macht mich stolz, was für einen Weltcup wir hier haben. Alle Athlet:innen sprechen darüber. Die Atmosphäre ist einzigartig. Ein großes Dankeschön an alle, die diese Veranstaltung möglich machen.“
Obwohl am Ende erneut ein Podestplatz zu Buche stand, rückte für Schubert das Ergebnis beinahe in den Hintergrund. Viel wichtiger sei derzeit das eigene Gefühl an der Wand. „Natürlich freue ich mich riesig über das Podium. Aber momentan ist für mich entscheidend, wie zufrieden ich mit meiner Leistung bin und ob das Klettern Spaß macht. Und das war heute wieder richtig geil.“
Starke Form und starke Zukunft
Der dritte Platz bestätigt zugleich die starke Form des Österreichers. Nach seiner verletzungsbedingten Wettkampfpause gehört Schubert bereits wieder zur absoluten Weltspitze. Entsprechend selbstbewusst fiel auch sein Blick auf das Finale aus: „Ich hatte das Gefühl, dass an einem anderen Tag sogar der Sieg möglich gewesen wäre. Es war extrem knapp. Das motiviert mich, weiter hart zu arbeiten und noch einmal ganz nach oben zu kommen.“
Lob fand Schubert auch für die nächste Generation im österreichischen Klettersport. Besonders Christian Leitner und Felix Mader hätten in den vergangenen Monaten im Vorstieg große Fortschritte gemacht. „Wir haben aktuell ein sehr starkes junges Team. Mit diesen Athleten wird in Zukunft definitiv zu rechnen sein. Das ist großartig für den österreichischen Klettersport. Ich sehe sie jeden Tag beim Training. Es ist schön zu sehen, wie sie in ihre Rollen hineinwachsen und mit welcher Begeisterung sie dabei sind.“
Mit Rang drei in Innsbruck setzt Jakob Schubert seine beeindruckende Karriere fort und sorgt einmal mehr für ein sportliches Highlight vor heimischem Publikum. Die Fans dankten es ihm mit frenetischem Jubel – und Schubert genoss sichtlich jede Sekunde davon.

