Halbfinal-Premieren für Užnik und Posch in Innsbruck-Tirol

Nach dem Halbfinaleinzug durch Jakoba Rauter bei den Damen gelingt bei den Herren gleich zwei Österreichern der Aufstieg ins Boulder-Semifinale bei der World Climbing Series Innsbruck.

Jan-Luca Posch meistert nach Prag zum zweiten Mal in Folge die Qualifikation und freut sich auf sein erstes „Halbfinale daheim“, für Timo Užnik ist es überhaupt der erste Halbfinaleinzug in der höchsten Kletter-Liga.

 

In Innsbruck wollte es für Jan-Luca Posch bislang noch nie richtig laufen. 2022 verpasste er als 21. den Einzug ins Halbfinale (damals noch Top-20) um eine Position. Entsprechend groß war die Motivation beim 28-jährigen Tiroler, speziell nach dem Finaleinzug vor zwei Wochen in Prag.

 

Vor heimischer Kulisse zeigte Posch am Mittwoch auf den fünf Quali-Bouldern eine starke Leistung. Mit 79,4 Punkten (zwei Tops, drei Zonen) belegte er in seiner Qualifikations-Gruppe Rang elf und stieg als insgesamt 21. ins Semifinale der Top-24 auf. „Mit meiner Leistung bin ich sehr zufrieden. Die Qualifikation war wie immer extrem knifflig, weil oft ein einzelner Zug oder eine einzige Schlüsselstelle darüber entscheidet, ob man weiterkommt oder nicht. Ich habe vieles richtig gemacht und fühle mich aktuell in einer richtig guten Form.“

 

Der Imster freut sich, am Freitag (13 Uhr, live in ORF Sport+) erstmals in Innsbruck im Semifinale zu klettern. „Im Halbfinale fühle ich mich deutlich wohler, weil ich dort viel mehr von meinen Stärken zeigen kann. Für mich wäre es etwas ganz Besonderes, endlich einmal vor heimischem Publikum in Innsbruck ins Finale zu klettern. Das ist eines meiner größten Ziele und ich hoffe, dass es diesmal aufgeht. Vor heimischem Publikum zuhause erstmals im Halbfinale zu stehen, macht das Ganze noch einmal besonderer.“

 

Wenig später hatte das KVÖ-Team erneut Grund zum Jubel: Timo Užnik erreichte in der anderen Quali-Gruppe gleich auf den ersten beiden Bouldern jeweils das Top und legte so den Grundstein für seinen bislang größten Karriere-Erfolg. Mit drei weiteren Zonenwertungen und insgesamt 78,9 Punkten belegte er Rang acht in seiner Gruppe und insgesamt Platz 15.

 

„Unglaubliche Emotionen, mir kommen die Tränen. Es ist von Beginn an einfach gelaufen, aber ich kann es noch nicht ganz begreifen“, freute sich der 20-jährige Kärntner. Die im Winter getroffene Entscheidung, alles auf die Karte Bouldern zu setzen und dafür nicht mehr im Vorstieg an den Start zu gehen, stellte sich spätestens in Innsbruck als richtig heraus. „Viele Leute haben mich gefragt, warum ich diese Entscheidung getroffen habe, weil ich laut ihnen Vorstiegskletterer bin. Ich habe aber immer gesagt, dass ich Boulderer bin – und dass es vielleicht nur ein bis zwei Jahre länger dauert, bis ich es nach oben schaffe.“

 

Erster Gratulant war Bruder Nicolai Užnik, der mit 63,7 Punkten Rang 29 belegte. „Ich habe immer gewusst und auch gesagt, dass Timo es draufhat. So hat der für mich enttäuschende Tag doch noch ein gutes Ende genommen.“

 

Talentproben legten unter anderem Ilja Auersperg und Adrian Kathan ab. Der 19-jährige Wiener Auersperg, frischgebackener U21-Vize-Europameister, wurde mit 69,6 Zählern 27., der erst 16-jährige Vorarlberger Kathan zeigte bei seinem Weltcup-Debüt mit 54,4 Punkten und Rang 31 groß auf. Julian Schrittwieser (44,6) wurde 53., Raffael Gruber (44,5) 55., Andreas Hofherr (19,5) 73., Paul Haider (9,9) 81.

 

Das Boulder-Halbfinale der Herren findet am Freitag um 13 Uhr statt.

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