Während Johanna Nagl und Lukas Windischer in Leipzig bei den Erwachsenen ins Finale einzogen, sorgte Lara Haselwanter bereits am Samstag für das große rot-weiß-rote Highlight: Die Tirolerin gewann auch den dritten Youth Europe Cup der Saison und blieb damit auf europäischer Ebene 2026 ungeschlagen.
„Man hat bei einigen schon gemerkt, wie lang diese Saison mittlerweile ist. Umso cooler ist es, dass Johanna und Lukas bei den Erwachsenen noch einmal das Finale erreicht haben. Auch bei den Jungen gab es richtig starke Leistungen. Jetzt sind wir aber alle froh, wenn wir nach dieser intensiven Saison ein bisschen durchatmen und anschließend wieder ins Wintertraining einsteigen können“, resümierte Speed-Nachwuchstrainerin Laura Stöckler nach zwei langen Wettkampftagen in Leipzig.
Nagl und Windischer erneut im Finale
Beim Europa Cup der Erwachsenen schafften es mit Johanna Nagl und Lukas Windischer zwei Österreicher:innen in die K.o.-Runde. Nagl bestätigte dabei einmal mehr ihre Konstanz und kletterte als Zehnte erneut in die Top-10. Im Achtelfinale war für die Niederösterreicherin nach 7,83 Sekunden dieses Mal allerdings Endstation. Nach einer langen Saison mit zahlreichen internationalen Einsätzen spürt Nagl mittlerweile die Belastung. „Ich merke einfach, dass die Saison schon wirklich lang ist und ich nicht mehr ganz jene Leistung bringen kann wie am Anfang. Heute kann ich mir aber wenig vorwerfen. Ich habe das Race verloren, weil ich langsamer war – das kann ich besser akzeptieren, als wenn ich wegen eines Fehlers ausscheide“, erklärte die niederösterreichische Speed-Staatsmeisterin.
Grund zur Freude gab es dennoch: In der U21-Gesamtwertung sicherte sie sich Silber. „Damit habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Eine Gesamtwertung zeigt eigentlich, dass man über eine ganze Saison konstant war. Für mich hat es sich nicht immer so angefühlt, deshalb freue ich mich umso mehr über den zweiten Platz.“
Auch Lukas Windischer qualifizierte sich für die Finalrunde. Dort endete sein Wettkampf allerdings bereits im Achtelfinale durch einen Fehlstart, womit Rang 15 zu Buche stand. An seiner starken Form änderte das für den Tiroler nichts. „Ich bin mit meiner Leistung zufrieden. Natürlich ist es schade, mit einem Fehlstart auszuscheiden. Ich war super bereit und die Stimmung mit den vielen Zuschauern in der Halle war unfassbar“, sagte Windischer.
Auch er durfte sich über Rang zwei in der U21-Gesamtwertung und damit über seine erste internationale Medaille auf europäischer Nachwuchsebene freuen. Für Nagl und Windischer ist die Saison noch nicht ganz vorbei.
Lawrence Bogeschdorfer beendete den Leipziger Europa Cup nach der Qualifikation mit einer Zeit von 6,00 Sekunden auf Rang 26. Alexander Bergmann kam in 8,16 Sekunden auf Platz 36.
Haselwanter macht perfekte Europa-Saison perfekt
Bereits am Samstag war der österreichische Nachwuchs in der U17 und U19 gefordert – und einmal mehr führte in der weiblichen U17 kein Weg an Lara Haselwanter vorbei. Die Tirolerin setzte bereits in der Qualifikation die Bestmarke und ließ auch in den Finalrunden nichts anbrennen. Im entscheidenden Lauf stoppte die Uhr bei 7,30 Sekunden: Sieg für Haselwanter.
Damit setzte sie eine außergewöhnliche Serie fort. Haselwanter gewann alle drei internationalen Bewerbe auf dieser Leistungsstufe, bei denen sie in dieser Saison an den Start ging. Rechnet man ihren Triumph bei der Jugend-Europameisterschaft hinzu, steht die Tirolerin 2026 bei vier Siegen in vier europäischen Bewerben.
„Lara war wieder unglaublich solide und mit Topzeiten unterwegs. Drei von drei Nachwuchs Europa Cups zu gewinnen und dazu die Jugend-Europameisterschaft – vier Starts, vier Siege in Europa. Das ist wirklich die perfekte Saison“, schwärmte Stöckler. „Beeindruckend ist auch, mit welchem Vorsprung sie ihre Wettkämpfe teilweise gewonnen hat. Wir sind sehr gespannt, was im nächsten Jahr möglich ist. Im Winter werden wir hart arbeiten, damit sie vielleicht schon den nächsten Schritt in Richtung der Erwachsenen machen kann.“
Das starke österreichische U17-Ergebnis komplettierten Antonia Mayr auf Rang zehn und Alice Zirnitzer auf Platz elf. Melanie Treitler zeigte ebenfalls eine gute Qualifikation, verpasste den Einzug in die Finalrunde jedoch knapp und belegte Rang 17.
Bei den U17-Burschen schaffte Tobias Reiff trotz gesundheitlicher Probleme den Sprung ins Finale. Im Achtelfinale musste er sich geschlagen geben und beendete den Wettkampf mit 6,28 Sekunden auf Rang 13. Richard Jocksch verpasste als 18. die Finalrunde nur knapp, durfte sich aber über eine persönliche Bestleistung und erstmals eine Zeit unter sieben Sekunden freuen. Simon Schmutzhard belegte Rang 26, Kilian Fuschlberger wurde 29.
In der männlichen U19 beendete Maximilian Wagner den Bewerb auf Rang 29.
Für den Nachwuchs endet damit eine lange internationale Saison. Nach einer kurzen Pause richtet sich der Blick bereits auf die Vorbereitung für 2027. „Jetzt können wir im Training endlich wieder Dinge ausprobieren und gezielt an den Schwächen arbeiten, anstatt ständig nur die Form bis zum nächsten Wettkampf halten zu müssen. Die Motivation ist riesig. Wir wollen den Winter nutzen, hart arbeiten und schauen, was im nächsten Jahr möglich ist“, blickt Stöckler voraus.

