Am Samstag stand bei Damen und Herren zunächst die Qualifikation im Vorstieg auf dem Programm. Vom österreichischen Herren-Quartett schafften es mit Jakob Schubert (8.), Christian Leitner (20.) und Felix Mader (24.) drei Athleten ins Semifinale der Top-24, einzig Stefan Scherz (30.) verpasste dieses knapp.
Schubert hatte auf der ersten der zwei Quali-Routen, wie zahlreiche andere Kletterer, bei einer kniffligen Stelle im Mittelteil zu kämpfen und ging für seine Verhältnisse früh von der Wand. Auf der zweite Route spielte der zweifache Olympia-Bronzene sein Können aus, kam bis zum Top-Zug und stieg als Quali-Achter souverän auf.
„In der ersten Route habe ich nicht ganz zeigen können, was ich draufhabe. Dafür habe ich mich in der zweiten gut gefühlt, insgesamt habe ich das, was zu erledigen war, souverän gemeistert. Die Wand ist etwas weniger steil als üblich, aber die Routensetzer werden sich schon etwas einfallen lassen. Das europäische Feld ist wie erwartet stark, deswegen freue ich mich auf das Semifinale und hoffentlich auf das Finale“, so Schubert.
Der erst 17-jährige Steirer Leitner zeigte eine starke Leistung und meisterte ausgerechnet bei der Europameisterschaft erstmals im Erwachsenenbereich den Aufstieg ins Semifinale. Der drei Jahre ältere Mader erreichte dieses nach längerem Zittern als 24. gerade noch.
Pilz als Quali-Zweite weiter
Bei den Damen unterstrich Jessica Pilz ihre Medaillenambitionen. Mit 52 Griffen kam sie auf der ersten Quali-Route weiter als alle anderen Athletinnen und belegte in der Quali-Endabrechnung Rang zwei hinter der Britin Erin McNeice.
„In der ersten Route habe ich mich wirklich gut gefühlt, in der zweiten war es das komplette Gegenteil. Ich habe eine Stelle unterschätzt und bin frühzeitig abgefallen. Es ist immer ärgerlich, wenn man nicht alles an der Wand lassen kann“, so die in Innsbruck lebende Niederösterreicherin. „Im Semi startet alles wieder von null, ich freue mich darauf.“
Mattea Pötzi hatte in der ersten Route etwas mehr zu kämpfen, zeigte dafür aber in der zweiten mit der drittbesten Wertung auf und meisterte als Zwölfte souverän den Halbfinaleinzug.
Pech hatte Anika Deubler. Die frischgebackene Junioren-Weltmeisterin stellte ihr Können auf der ersten Route mit 45+ Griffen unter Beweis und lag klar auf Halbfinalkurs, ehe ihr auf der zweiten Route nach wenigen Sekunden ein Missgeschick unterlief. Die 18-jährige Oberösterreicherin rutschte mit dem Fuß beim dritten Griff ab und landete auf dem Boden. Kurioserweise lag sie aufgrund der starken ersten Route noch lange auf Semifinalkurs, ehe sie vom 24. auf den 25. Platz verdrängt wurde. Ines Schwaiger belegte den 29. Rang.
„Anika hatte großes Pech. So etwas passiert normalerweise nur einmal im Kletterleben, bei ihr ausgerechnet heute bei der EM. Aber wir haben auf der ersten Route gesehen, wie stark sie ist. Sie darf sich davon nicht aus der Bahn werfen lassen“, fühlte KVÖ-Nationalcoach Fabian Leu mit. Sein Gesamtfazit: „Es sind gemischte Gefühle. Wir hätten das Potenzial für acht Semifinaleinzüge gehabt, aber bei einigen hat es knapp nicht gereicht.“
Die Halbfinals und Finals im Vorstieg folgen am Sonntag ab 9 bzw. 15 Uhr.
Erste Medaillenentscheidungen am Samstag
Noch am Samstag fallen aber bereits die ersten Medaillenentscheidungen mit österreichischer Beteiligung.
Im Para Climbing haben es am Freitag nämlich gleich sechs der acht Österreicher:innen ins Finale geschafft: Jasmin Plank (RP1) als Quali-Erste ihrer Klasse, Lilli Marie Laschitz (B1) und Angelino Zeller (AL1) jeweils als Zweite, Linda Le Bon (B2) und Daniel Wiener (RP2) jeweils als Dritte und Markus Pösendorfer (AL1) als Vierter kämpfen am Samstagabend (ab 20 Uhr) um Edelmetall. Edith Scheinecker (B2) wurde Sechste, Michael Schlegl (RP1) 15.
Im Speed bewies Kevin Amon am Samstagnachmittag Nervenstärke. Der 21-jährige Niederösterreicher knallte nach einem verpatzten ersten Quali-Run im zweiten und finalen Versuch eine Zeit von 5,30 Sekunden an die Wand und qualifizierte sich als 15. für das Finale der Top-16. Die Speed-Entscheidungen fallen am Samstag ab 19 Uhr.
Bei den Herren verpassten EM-Debütant Lukas Windischer als 24. (5,48 Sekunden), Lukas Knapp als 25. (5,53) und Tobias Plangger als 29. (7,30) das Finale. Bei den Damen belegte die 19-jährige Niederösterreicherin Johanna Nagl bei ihrer EM-Premiere Rang 20.

