Hitze fordert Österreichs Boulder-Asse

Österreichs Boulder-Trio hat bei den World Climbing European Championships in Barcelona (ESP) den Finaleinzug verpasst, sich im Halbfinale gegen die europäische Spitze aber ordentlich verkauft.

Timo Užnik belegte Rang 14, Jakoba Rauter wurde bei ihrem EM-Debüt in der Allgemeinen Klasse starke 19., Raffael Gruber landete auf Platz 22. Extreme Hitze mit Temperaturen jenseits der 35-Grad-Marke stellte Athlet:innen und Betreuerteams dabei vor große Herausforderungen.

 

„Die Bedingungen waren heute wirklich grenzwertig. Die Wand lag den gesamten Bewerb in der prallen Sonne, Griffe und Matten waren extrem heiß. Das war aus unserer Sicht für die Athlet:innen eine enorme Belastung“, erklärte KVÖ-Nationalcoach Katharina Saurwein. „Sportlich war dennoch viel Positives dabei. Timo hat sich nach einem schwierigen Beginn stark zurückgekämpft, Raffi war mehrfach knapp an deutlich mehr dran und Jakoba hat gezeigt, dass sie auch bei den Erwachsenen absolut konkurrenzfähig ist.“

 

Užnik knapp an den Top-10 – Gruber kämpft bis zum Schluss

 

Timo Užnik präsentierte sich nach Rang sieben in der Qualifikation erneut stark und belegte mit einem Top sowie zwei Zonen (34,9 Punkte) den 14. Platz. Vor allem im letzten Boulder bewies der Kärntner Nervenstärke und sicherte sich mit einem Top im zweiten Versuch noch wichtige Punkte. Raffael Gruber erreichte mit zwei Zonen (19,4 Punkte) Rang 22. Nach seinem starken Qualifikationsauftritt verhinderten die schwierigen Bedingungen und ein unglücklicher Wettkampfverlauf ein besseres Ergebnis.

 

„Das Halbfinale war ein brutales Battle. Es war noch einmal deutlich heißer als am Vortag und teilweise schon grenzwertig. Umso zufriedener bin ich, dass ich bis zum letzten Boulder einen kühlen Kopf bewahrt habe. Die Runde war generell schwer und ich habe versucht, bis zum Schluss dranzubleiben. Natürlich ist es schade, dass das Finale knapp außer Reichweite geblieben ist, aber ich kann mit meiner Leistung insgesamt zufrieden sein. Am ersten und dritten Boulder war ich knapp dran – das Finale wäre heute definitiv drinnen gewesen“, sagte Timo Užnik.

 

Auch Raffael Gruber zog trotz des verpassten Finaleinzugs ein positives Fazit: „Ich bin eigentlich gut in den Wettkampf gestartet, aber die Boulder haben mir heute nicht ganz gelegen. Nach der Hitze vom Vortag war es körperlich extrem fordernd und schwer, sich ordentlich zu regenerieren. Mit der gestrigen Qualifikation bin ich aber sehr zufrieden – sie hat gezeigt, dass ich auf diesem Niveau absolut mithalten kann.“

 

Rauter sammelt wertvolle Erfahrung bei EM-Premiere

 

Für Jakoba Rauter endeten ihre ersten Europameisterschaften in der Allgemeinen Klasse mit einem beachtlichen 19. Platz. Die U19-Europameisterin von 2026 erreichte zwei Zonen (19,5 Punkte) und sammelte bei außergewöhnlich schwierigen Bedingungen wertvolle Erfahrungen für die kommenden Aufgaben. „Es war mein erstes Mal unter solchen Bedingungen. Das war nicht einfach, aber für alle gleich. Natürlich wollte ich mehr, trotzdem bin ich stolz auf meine Leistung. Manchmal muss man verlieren, um später zu gewinnen. Für die Jugend-WM nehme ich auf jeden Fall viele wichtige Erfahrungen mit“, erklärte die Tirolerin.

 

KVÖ-Nationalcoach Jonathan Redshaw lobte insbesondere den selbstbewussten Auftritt: „Jakoba hat unter extrem schwierigen Bedingungen bewiesen, dass sie bereits mit der europäischen Spitze mithalten kann. Diese Erfahrung wird ihr für die kommenden internationalen Großereignisse enorm helfen.“

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