Für Leitner war sogar Gold in Reichweite. Im Finale kam er gleich weit wie der spätere Europameister aus Großbritannien, auch im Semifinale hatten beide dieselbe Höhe erreicht. Damit musste die Qualifikation entscheiden. Dort hatte sich Leitner einen Fehler geleistet, der letztlich den Ausschlag gab.
„Gold wäre möglich gewesen. Chrissi war im Finale gleich weit wie der Sieger, im Semifinale ebenfalls. Auch in der Finalroute wäre noch etwas möglich gewesen. Das zeigt, welches Potenzial er hat“, sagt KVÖ-Coach Celina Schoibl.
Anika Deubler war in der U19 bis zum Finale die stärkste Kletterin im Feld. Sie gewann sowohl die Qualifikation als auch das Semifinale und ging damit in einer starken Ausgangsposition in die Entscheidung. Dort schlichen sich allerdings mehrere Fehler ein, am Ende wurde es Rang sechs.
„Das Finale war natürlich enttäuschend für sie. Davor hat sie aber sehr souverän geklettert und gezeigt, was sie draufhat“, so Schoibl.
Adrian Kathan verpasste als Elfter den Einzug ins Finale. Aus Sicht der Coaches wäre für ihn mehr möglich gewesen. „Er hat sich etwas unter Wert verkauft. Das Finale wäre durchaus drinnen gewesen.“
Alexander Narr schaffte als 22. den Sprung ins Semifinale und erreichte damit sein Ziel für die EM. Matthäus Kathan fehlte als 27. nur wenig auf die nächste Runde. „Er hat an einer Stelle zu lange überlegt. Am Ende hat genau das gefehlt“, sagt Schoibl. Moritz Janka belegte Rang 41.
In der U21 erreichte Ines Schwaiger das Finale und wurde Siebente. Die Voraussetzungen für ein besseres Ergebnis wären vorhanden gewesen. „Ines ist richtig fit. Im Finale hat sie an einer Stelle zu lange gezögert und dabei zu viel Kraft verloren. Sie konnte leider nicht ganz zeigen, was momentan in ihr steckt.“
Ebenfalls auf Platz sieben landete Luisa Haid in der U17. Für sie war bereits der Finaleinzug ein starkes Ergebnis. Auch in der Entscheidung zeigte sie eine gute Leistung, ehe ihr ein Fußfehler zum Verhängnis wurde. Schoibl: „Mit dem Auftritt kann sie trotzdem zufrieden sein.“
Ella Graf belegte in der U17 Rang 14. „Sie hat gut performt. Es wäre vielleicht noch etwas mehr möglich gewesen, insgesamt war das aber in Ordnung.“ Für Anja Mair verlief die EM nicht nach Wunsch, sie wurde 48.
Bei den U17-Burschen schrammte Raphael Hubmann knapp am Finale vorbei. Als Neunter fehlte ihm nur ein Platz auf die Top-8. „Raphael ist solide geklettert und hat gezeigt, was er kann. Natürlich ist es bitter, das Finale so knapp zu verpassen. Gleichzeitig ist der neunte Platz sein bestes Ergebnis in dieser Saison.“
Nikolaus Öckher belegte Rang 28, Felix Mayer-Tollinger wurde 36., Julian Pliger 42. Für alle drei war nach der Qualifikation Schluss, teilweise fehlte nur wenig auf das Semifinale.
Unterm Strich stehen für Österreich eine Silbermedaille und vier Finalplätze. „Es war gut, aber nicht sehr gut. Einige haben gezeigt, was sie draufhaben, aber wir haben unser volles Potenzial nicht ausgeschöpft. Das ist etwas schade“, bilanziert Schoibl. „Trotzdem können wir viel Positives mitnehmen. Wir wissen jetzt auch, woran wir über den Winter arbeiten müssen.“

