Johanna Nagl und Lukas Windischer qualifizierten sich souverän für die K.-o.-Phase, in der Rekordmann Kevin Amon für Windischer ins Team rückte. Im Achtelfinale war gegen ein starkes französisches Duo Endstation.
Nach einem für Johanna Nagl enttäuschenden Einzelbewerb am Vortag zeigte die Österreicherin im Mixed Relay eine starke Reaktion. Gemeinsam mit Lukas Windischer stoppte sie in der Qualifikation die Uhr bei 13,22 Sekunden. Das rot-weiß-rote Duo belegte damit Rang zwölf und löste sicher das Ticket für die Finalrunde.
Auch Windischer lieferte dabei eine starke Leistung ab. Der Wiener blieb in seinem zweiten Qualifikationslauf mit 5,41 Sekunden unter seiner bisherigen persönlichen Bestmarke – aufgrund des Relay-Formats zählt die Zeit allerdings nicht als offizieller Einzel-Personal-Best.
Für die K.-o.-Phase nahm das österreichische Team anschließend einen geplanten Wechsel vor. Kevin Amon, der am Vortag mit 4,89 Sekunden einen neuen österreichischen Rekord aufgestellt hatte, übernahm den Platz von Windischer und ging gemeinsam mit Nagl ins Achtelfinale. Amon sollte damit nach seinem intensiven Einzelbewerb zunächst zusätzliche Regenerationszeit bekommen.
Dort wartete mit Frankreich 1 und Jérôme Morel sowie Capucine Viglione eine starke Hürde. Österreich steigerte sich auf 12,96 Sekunden, Frankreich setzte sich jedoch mit 11,80 Sekunden klar durch. Amon absolvierte seinen Lauf dabei in 5,18 Sekunden.
„Natürlich hat man nach den 4,89 Sekunden schnell das Gefühl, dass so eine Zeit jetzt immer gehen muss. Aber im Mixed Relay ist das Spannungsverhältnis ein anderes. Man klettert nicht nur für sich selbst und riskiert alles, sondern schaut auch ein bisschen auf die Sicherheit und darauf, für das Team abzuliefern. Da sind die 5,18 absolut in Ordnung“, erklärte Speed-Nationaltrainer Fabian Ebenhoch.
Besonders zufrieden zeigte sich Ebenhoch mit der Reaktion von Johanna Nagl. Nach dem schwierigen Einzelbewerb fand die Niederösterreicherin im Mixed Relay wieder deutlich besser in die Spur und kam im Finallauf auf 7,78 Sekunden. „Der erste Tag war für Jo mit der Qualifikation extrem frustrierend. Umso schöner war es zu sehen, dass sie sich davon erholt und wieder auf ein brauchbares Niveau zurückgefunden hat. Nach einem komplett verpatzten Tag wieder aufzustehen und erhobenen Hauptes die Wettkampffläche verlassen zu können, ist extrem wertvoll“, so Ebenhoch.
Unabhängig vom Ergebnis nahm der Nationaltrainer vor allem den Auftritt des gesamten Trios positiv mit: „Mir gefällt, wie das Team heute agiert hat. Alle drei haben miteinander funktioniert. Genau dafür sind solche Mixed-Relay-Bewerbe auch da: um als Nation und als Team noch enger zusammenzuwachsen. Das hat super funktioniert. Es war nichts Außergewöhnliches, aber mit der Leistung können wir absolut zufrieden sein.“
Der Sieg ging schließlich an China 1. Das Duo Yuju Mou und Yanghji Ling entschied den Mixed-Relay-Bewerb mit 11,50 Sekunden für sich.
Für Johanna Nagl ist die World Climbing Series in Chongqing damit beendet. Kevin Amon und Lukas Windischer sind hingegen noch einmal gefordert: Am Sonntag steht für die beiden Österreicher zum Abschluss das Speed Relay der Männer auf dem Programm.

