Österreichischer Rekord: Amon unterbietet Speed-Bestmarke deutlich

Kevin Amon hat bei der World Climbing Series in Chongqing (CHN) das nächste starke internationale Ausrufezeichen gesetzt.

Der Niederösterreicher drückte den österreichischen Speed-Rekord in der Qualifikation auf 4,89 Sekunden und zog als starker Siebter souverän in die Finalrunde der besten 32 Athleten ein. Dort konnte der 21-Jährige seine starke Qualifikationsleistung nicht mehr bestätigen und belegte am Ende Rang 20.

 

Nur wenige Tage nach einem erfolgreichen Wochenende in Guiyang (CHN) mit Rang zwölf im Einzel und Platz drei im Speed Relay setzte Kevin Amon seine starke Form auch bei der nächsten Station in China eindrucksvoll unter Beweis. Bereits im Speed Relay hatte der Niederösterreicher am vergangenen Sonntag mit 4,89 Sekunden die schnellste jemals von einem Österreicher gelaufene Zeit Wettkampfzeit erzielt – quasi ein inoffizieller österreichischer Rekord. Da Zeiten aus dem Speed Relay jedoch nicht für offizielle Einzelrekorde herangezogen werden, fehlte Amon bislang noch die Bestätigung im regulären Speedbewerb.

 

Die lieferte der 21-Jährige in Chongqing. Im neuen Format mit vier Qualifikationsläufen steigerte sich Österreichs Speed-Aushängeschild erneut auf 4,89 Sekunden und stellte damit einen neuen offiziellen österreichischen Rekord auf. Gleichzeitig rückte er bis auf eine Zehntelsekunde an den Europarekord heran. Mit der siebtschnellsten Zeit der gesamten Qualifikation sicherte sich Amon souverän einen Platz unter den besten 32.

 

„Das ist richtig, richtig cool. Wir haben schon gesehen, dass Kevin diese Zeiten draufhat. Dass er es jetzt auch im Wettkampf und in der Qualifikation zusammengebracht hat, ist mega. Als Siebter bei einem Weltcup in China ins Finale einzuziehen, wo allein China mit zehn Athleten am Start steht, sagt schon sehr viel aus“, freute sich KVÖ-Coach Fabian Ebenhoch über die Vorstellung seines Schützlings.

 

Zu viel Adrenalin in der Finalrunde

 

In der Finalrunde lief es für Amon allerdings nicht mehr nach Wunsch. Der Niederösterreicher fand nicht optimal in seinen Lauf, leistete sich mehrere Fehler und schlug bei 5,33 Sekunden ab. Als Vierter seines Heats verpasste er den Sprung in die nächste Runde und beendete den Bewerb auf Rang 20.

 

„Die Qualifikation war natürlich unglaublich. Ich war von Anfang an stabil und bin immer schneller geworden. Im letzten Qualifikationslauf hatte ich sogar nach wahrscheinlich einem der schnellsten Starts meines Lebens noch einen Fehler. Das zeigt, dass weiterhin Potenzial da ist“, bilanzierte Amon. „Im Finale war dann vielleicht ein bisschen zu viel Adrenalin dabei. Ich bin von Anfang an nicht richtig weggekommen und hatte mehrere Fehler. Das ist schade, weil mehr möglich gewesen wäre. Aber es ist richtig cool zu sehen, dass ich momentan ganz vorne mithalten kann. Beim nächsten Mal möchte ich die Chance besser nutzen.“

 

Windischer mit persönlicher Bestzeit

 

Auch Lukas Windischer konnte in Chongqing einen persönlichen Erfolg verbuchen. Der Tiroler verbesserte seine offizielle Weltcup-Bestzeit auf 5,45 Sekunden und belegte damit Rang 43. Im letzten seiner vier Qualifikationsläufe wollte Windischer noch einmal volles Risiko nehmen, rutschte allerdings bereits am zweiten Tritt ab. „Für mich war es ein super Wettbewerb. Ich konnte meine offizielle Bestzeit auf 5,45 Sekunden senken und habe mich richtig gut gefühlt. Im letzten Lauf wollte ich noch einmal Vollgas geben, bin dann aber leider früh geflogen. Die Venue ist unglaublich und die Stimmung richtig cool. Ich bin gespannt, was in den nächsten Tagen noch möglich ist“, sagte Windischer.

 

Bei den Frauen erwischte Johanna Nagl hingegen keinen guten Tag. Die Niederösterreicherin fand in ihren vier Qualifikationsläufen nicht in ihren Rhythmus und musste sich mit 9,43 Sekunden und Rang 43 begnügen. „Das war mit Sicherheit einer der schlechtesten Bewerbe, die ich bisher hatte. Gerade in einem Format mit vier Versuchen ist es sehr enttäuschend, keinen Lauf wirklich sauber nach oben zu bringen“, erklärte Nagl. „Aber es hilft nichts, ich muss das abhaken. Zum Glück darf ich morgen im Mixed Relay noch einmal starten und möchte mir selbst beweisen, dass ich es besser kann. Die Venue hier ist wirklich beeindruckend – eine der spektakulärsten Kletterwände, die ich je gesehen habe.“

 

Den Sieg bei den Herren sicherte sich der Japaner Ryo Omasa in 4,78 Sekunden, bei den Frauen triumphierte Emma Hunt (USA) in 6,09 Sekunden.

Für das österreichische Team geht die World Climbing Series in Chongqing mit den Relay-Bewerben am Samstag und Sonntag weiter.

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