Wenige Tage nach dem Bewerb in Gunsan (KOR) qualifizierten sich erneut alle sechs Athlet:innen fürs Finale. Angelino Zeller und Jasmin Plank gehen nach Qualifikationssiegen in ihren Kategorien mit besonders guten Voraussetzungen ins Saisonfinale.
Zeller gibt das Tempo vor, Wiener kämpft sich zurück
In der Kategorie AL1 setzte sich der mehrfache Weltmeister Angelino Zeller mit 42 und 46+ Griffen an die Spitze. Hinter der Belgierin Pavitra Vandenhoven erreichte Markus Pösendorfer als Dritter ebenfalls das Finale.
Zeller fühlte sich an den stark überhängenden Wänden in Fukuoka sichtlich wohl. „Die steilen Wände kommen uns Hanglern natürlich entgegen. Auch der Routenbau war sehr cool. Ich war gut in Form und konnte auf beiden Routen die erste Position holen“, bilanzierte das Para-Climbing-Aushängeschild. Für die Entscheidung ist die Vorfreude entsprechend groß: „Wir sind sehr motiviert und freuen uns auf das Finale.“
Pösendorfer musste nach Rang vier auf der ersten Route zunächst um seine Ausgangsposition kämpfen. Auf der zweiten gelang ihm die Steigerung. „Die zweite Route ist mir viel besser gelegen. Jetzt bin ich insgesamt Dritter und freue mich schon darauf, im Finale noch einmal anzugreifen“, sagte der Steirer, der auch die Rahmenbedingungen lobt: „Die Wettkampfstätte und die Organisation sind wirklich großartig.“
In der Kategorie RP2 sicherte sich der amtierende Europameister Daniel Wiener mit 27 und 41+ Griffen den zweiten Qualifikationsrang. Nach einer Erkrankung im Anschluss an den Weltcup in Korea war sein Start mit einigen Fragezeichen verbunden. „Ich habe viel Zeit im Bett verbracht und versucht, wieder halbwegs fit zu werden. Deshalb war die Qualifikation eine Wundertüte: Ich wusste nicht, wie mein Körper mitspielen würde“, erzählt Wiener.
Auf der ersten Route rutschte ihm der Fuß weg, ehe er seine Kraftreserven ausgeschöpft hatte. Nach der langen Pause bis zum zweiten Durchgang fand er wieder in seinen Rhythmus. „Ich bin mit einem guten Tempo geklettert und konnte richtig kämpfen. Das war ein Run, wie man ihn sich wünscht“, sagt Wiener. „Jetzt bin ich einfach froh, dass es mit dem Finale geklappt hat.“
Plank trotz Fingerverletzung voran, Laschitz und Le Bon ebenfalls weiter
Jasmin Plank gewann die Qualifikation der Kategorie RP2 und erzielte auf beiden Routen die größte Höhe. Dabei musste sie mit einer Fingerverletzung zurechtkommen, die sie sich im Finale von Gunsan zugezogen hatte. Nach einer medizinischen Abklärung und einem vorsichtigen Probeklettern entschied sie sich für den Start in Japan.
„Die erste Route war ein ziemlicher Kampf. Auf der zweiten konnte ich dann schön in den Flow kommen“, berichtet Plank. Vor einem besonders schmerzhaften Zug passte sie ihre Griffabfolge an und ließ einen Griff aus. Für das Finale bleibt der Zustand ihres Fingers entscheidend: „Ich werde auf meinen Finger hören müssen.“
Lilli Marie Laschitz erreichte mit Guide Annika Behlen in der Kategorie B1 den dritten Qualifikationsplatz. Nach 24+ Griffen auf der ersten Route steigerte sie sich auf der zweiten auf 44 Griffe und erzielte dort gemeinsam mit der Bestplatzierten die größte Höhe.
„Die zweite Route ist mir viel besser gelegen und hat richtig Spaß gemacht. Über den dritten Platz und den Finaleinzug freue ich mich sehr“, sagt Laschitz. Aus dem vorangegangenen Weltcup nimmt sie auch eine klare Erkenntnis mit: „Ich möchte mir im Finale weniger Stress machen. Wir wollen Spaß haben und den Tag genießen – vielleicht kann ich dadurch noch besser klettern.“
In der Kategorie B2 zog Linda Le Bon mit Guide Patrik Törnström als Vierte ins Finale ein. Mit 37+ und 23+ Griffen sicherte sie sich den letzten verfügbaren Finalplatz. Ganz zufrieden war sie mit ihrer Vorstellung allerdings nicht. „Beide Routen waren ziemlich schwer. Ich habe mich unsicher gefühlt und einige Züge nicht gut gemacht“, analysiert Le Bon. Ihr Ziel für die Entscheidung ist klar: „Ich möchte mich um einen Platz verbessern. Dann bin ich schon sehr froh. Ich mache das Beste daraus.“
Mit sechs Finalplätzen hat sich das österreichische Team eine starke Ausgangsposition für den letzten Wettkampftag der Saison erarbeitet. Nun gilt es, die Qualifikationsleistungen in Fukuoka noch einmal im Finale zu bestätigen.

