Paraclimbing-Team glänzt in Südkorea: Sechs Starts, sechs Finaltickets

Mit einer beeindruckenden Mannschaftsleistung ist Österreichs Paraclimbing-Team in die World Climbing Para Series in Gunsan (Südkorea) gestartet.

Mit einer beeindruckenden Mannschaftsleistung ist Österreichs Paraclimbing-Team in die World Climbing Para Series in Gunsan (Südkorea) gestartet. Alle sechs Athlet:innen des Kletterverbands Österreich (KVÖ) schafften bei schwierigen äußeren Bedingungen den Sprung ins Finale. Gleich vier rot-weiß-rote Kletter:innen entschieden ihre Qualifikation für sich, zwei weitere belegten Rang zwei.

 

Temperaturen um sieben Grad, eisiger Wind und ein Bewerb unter freiem Himmel verlangten den Teilnehmenden einiges ab. Österreichs Team ließ sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen. „Es war richtig kalt und unangenehm. Umso stolzer bin ich, wie unsere Athlet:innen mit diesen Bedingungen umgegangen sind. Wir haben heute nahezu das Maximum herausgeholt. Besser hätte die Qualifikation kaum laufen können“, bilanzierte Paraclimbing-Nationaltrainer Marco Lamprecht zufrieden.

 

Zeller und Wiener setzen Ausrufezeichen

 

In der Kategorie AL1 unterstrich Angelino Zeller einmal mehr seine internationale Spitzenklasse. Der mehrfache Weltmeister setzte sich in der Qualifikation durch und verwies seinen Teamkollegen Markus Pösendorfer auf Rang zwei. Damit dürfen sich beide Österreicher im Finale berechtigte Hoffnungen auf einen weiteren Podestplatz machen. „Die Temperaturen waren wirklich eiskalt, die Voraussetzungen alles andere als einfach. Die Routen waren aber cool, vor allem die zweite hat richtig Spaß gemacht. Jetzt freue ich mich auf das Finale und hoffe natürlich, dass es wieder ein österreichisches Podest gibt“, erklärte Pösendorfer.

 

Auch Daniel Wiener präsentierte sich in starker Verfassung. Der amtierende Europameister sicherte sich in der Kategorie RP2 ex aequo mit dem Inder Manikandan Kumar den Qualifikationssieg – und das trotz gesundheitlicher Probleme im Vorfeld. „Ich bin die letzten beiden Tage mehr im Bett gelegen und habe kaum geschlafen. Umso überraschender war für mich, wie gut es heute funktioniert hat. Die größte Herausforderung war die Kälte. Irgendwann waren Finger und Unterarme so ausgekühlt, dass man kaum noch richtig zugreifen konnte“, berichtete Wiener. „Ich bin unglaublich zufrieden und hoffe, dass ich morgen wieder fit genug bin, um im Finale eine Top-Leistung abzurufen.“

 

Drei Österreicherinnen auf Finalkurs

 

Auch Österreichs Damen präsentierten sich in Südkorea in ausgezeichneter Form. In der Kategorie B1 setzte sich Lilli Marie Laschitz mit Guide Annika Behlen an die Spitze des Qualifikationsklassements. Die junge Österreicherin ließ der Konkurrenz keine Chance und schuf sich damit eine hervorragende Ausgangsposition für das Finale.

 

Linda Le Bon (B2) sicherte sich gemeinsam mit Guide Patrik Törnström den zweiten Platz. Lediglich eine britische Konkurrentin Abigail Robinson lag vor ihr. Besonders bemerkenswert: Le Bon behauptete ihre Position trotz der schwierigen Bedingungen in beiden Qualifikationsrouten.

 

„In der zweiten Hälfte beider Routen waren meine Finger so kalt, dass ich kaum noch etwas gespürt habe. Trotzdem hat es zweimal für Platz zwei gereicht“, erzählte Le Bon. „Morgen hoffe ich auf etwas Sonne. Ich möchte meinen zweiten Platz unbedingt verteidigen. Noch weiter nach vorne zu kommen, wird schwierig, weil die Britin unglaublich stark ist.“

 

Ebenfalls ganz vorne landete Jasmin Plank. Die Österreicherin entschied die Qualifikation in der Kategorie RP2 für sich und kam in beiden Routen weiter als ihre Konkurrentinnen. Zufrieden war sie mit den Bedingungen allerdings nicht. „Die Kälte hat mir extrem zugesetzt. Ich habe meine Füße kaum warm bekommen und konnte sie in der ersten Route praktisch nicht richtig einsetzen. Vor der zweiten Route habe ich mich lange vor einen Heizstrahler gestellt und sogar meine Kletterschuhe aufgewärmt. Das hat zumindest etwas geholfen“, schilderte Plank. „Ich hoffe, dass wir morgen bessere Bedingungen vorfinden und ich im Finale zeigen kann, was wirklich möglich ist.“

 

Mit vier Qualifikationssiegen und zwei zweiten Plätzen geht Österreichs Paraclimbing-Team mit einer ausgezeichneten Ausgangsposition in die Finalentscheidungen. Nach dem erfolgreichen Auftakt in Südkorea steht für die KVÖ-Auswahl anschließend die Weiterreise nach Japan auf dem Programm.

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