Etwas mehr als einen Monat nach der Boulder-Europameisterschaft in Barcelona (17. bis 19. Juli) werden in Laval die EM-Medaillen in den drei weiteren Disziplinen vergeben. Im Vorstieg sind aus österreichischer Sicht alle Augen auf Jessica Pilz und Jakob Schubert gerichtet.
Schubert bestritt in der aktuellen Saison drei Weltcups: Nach Podestplätzen in Prag und Innsbruck lief es in Chamonix nicht nach Wunsch, der zweifache Olympia-Bronzemedaillengewinner verpasste als Neunter den Finaleinzug. „In Chamonix war ich eigentlich in Top-Form, habe es aber wegen einiger Fehler nicht an die Wand gebracht. Das macht mich noch hungriger“, kündigt der 35-Jährige an.
Schubert: „Will um den EM-Titel mitkämpfen“
Während Schubert im Vorstieg vierfacher Weltmeister ist, konnte er auf europäischer Ebene in seiner Paradedisziplin noch keine Goldmedaille gewinnen. Seine EM-Ausbeute: Zwei Bronzemedaillen im Vorstieg (Innsbruck 2010, Campitello di Fassa 2017), eine Bronzemedaille im Bouldern (Chamonix 2013) und eine Goldmedaille in der Kombination in München 2022. „Die EM ist mein letzter Wettkampf des Jahres, ich will zeigen, was ich draufhabe. Das europäische Feld im Vorstieg ist aktuell sehr stark, es gibt mehrere Leute, die Weltcups gewinnen können. Das war früher anders und macht es in diesem Jahr noch reizvoller. Meine Erwartungen sind wie immer hoch, ich fühle mich gut und will um den EM-Titel mitkämpfen.“
Pilz will nach starken Ergebnissen im Weltcup mit den Rängen vier, sechs und sechs Jagd auf Edelmetall machen. Drei EM-Medaillen (Gold Kombination 2015, Silber Vorstieg 2022, Bronze Kombination 2022) hat die 29-Jährige bereits zu Hause. „Ich bin positiv überrascht, wie die Saison bislang läuft. Die europäischen Athletinnen sind im Vorstieg sehr stark, es wird ein Fight um das Finale und die Podestplätze. Ich hoffe, dass ich ein Wörtchen mitsprechen kann.“
Mit Mattea Pötzi und Stefan Scherz stehen zwei weitere Routiniers im KVÖ-Aufgebot. Dazu kommen mit Anika Deubler, Ines Schwaiger, Christian Leitner und Felix Mader vier Youngsters. Die 18-jährige Deubler konnte zuletzt mit dem Junioren-WM-Titel und ihrem ersten Europacupsieg in der allgemeinen Klasse aufzeigen. „Wir haben ein starkes Team am Start, eine spannende Kombination: Junge Athlet:innen mit Potenzial, sie sind heuer viele Wettkämpfe geklettert und haben keinen Druck. Auf der anderen Seite die routinierten Leute, für die es das große Saison-Highlight ist. Sie haben sich gezielt vorbereitet und sind heiß auf diesen Bewerb“, sagt KVÖ-Nationalcoach Fabian Leu.

