Plank und Zeller holen erneut Platz eins, Laschitz jubelt über Premierensieg

Sechs Finalstarts, sechs Medaillen und ein Premierensieg: Österreichs Paraclimbing-Team hat den letzten Bewerb der World Climbing Para Series der Saison in Fukuoka (JPN) mit einer makellosen Podestbilanz abgeschlossen.

Lilli Marie Laschitz (B1) feierte ihren ersten Weltcupsieg, auch Angelino Zeller (AL1) und Jasmin Plank (RP2) holten Gold. Daniel Wiener  (RP2) sicherte sich Silber, Markus Pösendorfer (AL1) und Linda Le Bon (B2) steuerten jeweils Bronze zum erfolgreichen Abschluss der Asienreise bei.

 

Für Paraclimbing-Trainer Marco Lamprecht war vor allem die geschlossene Teamleistung bemerkenswert. „Das war ein geradezu kitschiges Finale. Linda hat sich von Platz vier auf das Podest vorgekämpft, Lilli hat ein Märchen hingelegt, und Angelino und Jasmin haben einmal mehr ihre Klasse gezeigt und auch Daniel war knapp am Sieg dran“, bilanzierte Lamprecht. „Es war eine geniale Teamleistung. Wir sind mächtig stolz auf diesen Saisonabschluss.“

 

Zeller erneut erfolgreich, Wiener verpasst Sieg nur knapp

 

In der Kategorie AL1 setzte sich Angelino Zeller mit 41+ Griffen durch. Der mehrfache Weltmeister bewältigte auch eine anspruchsvolle Untergriffpassage im oberen Routenteil und hielt die Belgierin Pavitra Vandenhoven sowie seinen Teamkollegen Markus Pösendorfer auf Distanz. Beide erreichten 39+ Griffe. Aufgrund des besseren Qualifikationsergebnisses ging Silber an Vandenhoven, Pösendorfer sicherte sich Bronze.

 

„Ich bin sehr zufrieden, dass ich die Untergriffpassage noch klettern konnte. Davor war die Route gut zu hangeln und hat viel Spaß gemacht“, resümierte Zeller. Nach einer langen Saison mischte sich in die Freude über den Sieg auch Erleichterung: „Man merkt, dass der Körper müde ist. Dass wir jetzt alle mit einer Medaille heimfahren, macht das zu einem sehr erfolgreichen Abschluss.“

 

Auch Pösendorfer war mit seiner Vorstellung zufrieden. „Die Route war richtig cool. Ich habe es genau dorthin geschafft, wo ich hinwollte“, erzählte der Steirer. Dass bei gleicher Höhe die Qualifikation gegen ihn entschied, konnte er gut einordnen. Noch mehr als die eigene Medaille beschäftigte ihn ohnehin das Teamergebnis: „Ich bin sehr happy mit Platz drei. Noch mehr freue ich mich darüber, dass Lilli gewonnen hat und jede und jeder im Team eine Medaille mit nach Hause nimmt. Das ist ein schöner Abschluss.“

 

In der Kategorie RP2 lieferte Daniel Wiener dem Inder Manikandan Kumar einen engen Kampf um Gold. Mit 32+ Griffen blieb der amtierende Europameister nur knapp hinter Kumar, der 33 Griffe erreichte. Damit wiederholte Wiener seinen zweiten Platz aus der Vorwoche in Gunsan (KOR).

 

Nach den gesundheitlichen Problemen der vergangenen Tage fand Wiener im Finale schnell seinen Rhythmus. „Ich hatte die richtige Einstellung und bin super in den Fluss gekommen. Vieles ist genau so aufgegangen, wie ich es mir bei der Besichtigung vorgestellt hatte. Das war ein Genuss und gleichzeitig ein richtig guter Kampf“, sagte der Oberösterreicher. Wie knapp die Entscheidung ausfallen würde, hatte ihn dennoch überrascht.

 

Seine Saisonbilanz überwog die knapp verpasste Goldchance deutlich: „Wenn mir zu Saisonbeginn jemand gesagt hätte, dass ich Europameister werde und im Weltcup einmal Bronze und zweimal Silber hole, hätte ich es nicht geglaubt. Ich bin unglaublich glücklich. Das gibt viel Motivation für die nächste Saison.“

 

Laschitz jubelt über Premierensieg, Plank mit Top zum Erfolg

 

Für den emotionalen Höhepunkt sorgte Lilli Marie Laschitz in der Kategorie B1. Nach Rang drei in der Qualifikation erreichte sie mit Guide Annika Behlen als einzige Athletin in ihrer Kategorie das Top der Finalroute und belohnte sich mit ihrem ersten Weltcupsieg. „Ich habe noch nie eine Finalroute getoppt und nicht wirklich damit gerechnet, dass mir das hier gelingt. Deshalb war die Freude umso größer“, erzählte Laschitz. Nach dem Jubel am Umlenker folgte das Warten auf die Konkurrenz. „Es war dann noch sehr aufregend zu sehen, ob die anderen auch zum Top kommen. Jetzt habe ich zum ersten Mal gewonnen – das ist richtig cool.“

 

Lamprecht hebt neben ihrer Kletterleistung besonders die Vorbereitung mit ihrem Guide hervor: „Lilli hat sich die Route hervorragend eingeprägt und ist dann richtig souverän geklettert. Dass keine andere Athletin mehr das Top erreicht hat, hat diesen Auftritt perfekt gemacht.“

 

Teamkollegin Jasmin Plank bestätigte in der Kategorie RP2 ihren souveränen Qualifikationssieg auch im Finale. Mit einem Top sicherte sie sich den nächsten Weltcuperfolg und setzte trotz ihrer Fingerverletzung einen sportlich starken Schlusspunkt. „Die Route hat sich von Anfang an richtig gut angefühlt. Ich bin schön durchgekommen, und als ich gemerkt habe, dass es reicht, hat es noch einmal mehr Spaß gemacht“, sagte Plank. Auch die Atmosphäre blieb ihr in Erinnerung: „Die Halle war voll, das Publikum hat eine großartige Stimmung gemacht. Das war ein würdiger und wunderschöner Saisonabschluss.“

 

Besonders groß war ihre Freude über den Premierensieg der Teamkollegin: „Wir haben im Hintergrund schon mitbekommen, dass Lilli getoppt hat. Als dann feststand, dass sie gewonnen hat, haben wir uns riesig gefreut.“ Nach der Rückkehr steht für Plank zunächst die weitere Abklärung ihrer Fingerverletzung an, anschließend folgt die ersehnte Pause.

 

Linda Le Bon komplettierte die österreichische Medaillenbilanz in der Kategorie B2. Mit Guide Patrik Törnström steigerte sie sich nach Rang vier in der Qualifikation im Finale auf den dritten Platz. Ihre 21+ Griffe brachten Bronze; den Sieg sicherte sich die Britin Abigail Robinson mit 35+ Griffen. „Ich habe mich in der Route erneut unsicher gefühlt und mental nicht richtig hineingefunden. Trotzdem konnte ich mich von Platz vier auf Rang drei verbessern. Diese Bronzemedaille ist für mich der schönste dritte Platz meiner Kletterkarriere, weil ich selbst kaum noch daran geglaubt habe. Nach dieser anstrengenden Reise freue ich mich auf zu Hause und das Training – mit klarem Fokus auf die Paralympics 2028 in Los Angeles“, erklärte Linda Le Bon.

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