Die Qualifikation geht am Samstag über die Bühne, ehe am Sonntag die Halbfinal- und Finalentscheidungen folgen. Während der Europameister von 2022, Nicolai Užnik, verletzungsbedingt passen muss, wollen vor allem Jan-Luca Posch, Timo Užnik und Nachwuchshoffnung Jakoba Rauter ein kräftiges Ausrufezeichen setzen.
„Wir haben eine spannende Mischung aus erfahrenen Athlet:innen und jungen Talenten am Start. Das wichtigste Ziel ist, dass alle ihr Können an die Wand bringen. Einige Halbfinalteilnahmen sind absolut realistisch, und wenn alles zusammenpasst, ist auch ein Finaleinzug möglich. Gerade bei einer Europameisterschaft hängt aber vieles von den Bouldern und dem Verlauf des Wettkampfs ab“, erklärt KVÖ-Nationaltrainerin Katharina Saurwein.
Herren: Posch und Timo Uznik mit Chancen auf die Top-10
Die österreichischen Hoffnungen bei den Herren ruhen auf Jan-Luca Posch, Timo Uznik und Raffael Gruber. Der amtierende Boulder-Staatsmeister Jan-Luca Posch hat in dieser Saison bereits mit dem Weltcup-Finaleinzug in Prag (CZE) bewiesen, welches Potenzial in ihm steckt. Trotz leichter Fingerprobleme blickt der Tiroler optimistisch auf das bevorstehende Highlight. „Ich freue mich voll, dass es jetzt wieder weitergeht. Ich habe nach Innsbruck noch einmal richtig hart trainiert. Der Finger macht zwar noch ein bisschen Probleme, aber ich fühle mich gut. Diesmal gehe ich bewusst ohne fixes Ergebnisziel in den Wettkampf. Ich möchte einfach so gut klettern, wie ich kann und hoffe, dass sich die harte Arbeit auszahlt“, berichtet der Tiroler. Timo Užnik präsentierte sich zuletzt konstant stark und sammelte sowohl im Weltcup als auch im Europacup wichtige Erfahrungen.
Nicht dabei sein wird hingegen Nicolai Užnik. Der Boulder-Europameister von 2022 laboriert seit dem Weltcup in Prag an Hüft-, Rücken- und Schulterproblemen und muss die Titelkämpfe schweren Herzens auslassen. „Die Europameisterschaften haben mir einige meiner schönsten Momente im Wettkampfsport beschert. Umso schwerer fällt es mir, diesmal nicht dabei sein zu können. Manchmal ist es aber die richtige Entscheidung, einen Schritt zurückzumachen, vollständig zu regenerieren und sich damit die bestmögliche Ausgangslage für die kommenden Aufgaben zu schaffen“, erklärt der Kärntner.
Damen: Rauter setzt auf Überraschungsmoment
Bei den Damen gehen Boulder-Staatsmeisterin Katharina Bergmann, Lea Kempf, Jakoba Rauter und Sina Willy für Österreich an den Start. Besonders im Fokus steht dabei Jakoba Rauter, die eine außergewöhnliche Saison erlebt. Die junge Tirolerin krönte sich heuer bereits zur Jugend-Europameisterin, feierte bei ihrem Heimweltcup in Innsbruck den erstmaligen Einzug ins Halbfinale und bestreitet nun ihre erste Europameisterschaft in der Allgemeinen Klasse. „Es ist meine erste Erwachsenen-EM und ich freue mich riesig darauf. Natürlich bin ich aufgeregt, aber ich möchte einfach zeigen, was ich kann. Was das Ergebnis betrifft, lasse ich mich überraschen – genau so bin ich bisher in jeden Wettkampf gegangen und das ist richtig gut aufgegangen“, so Rauter.
Auch Lea Kempf hat sich nach ihrer Verletzung eindrucksvoll zurückgekämpft und reist mit berechtigten Ambitionen nach Barcelona. Nach einer Schulterverletzung im vergangenen Jahr kämpfte sich die Vorarlbergerin Schritt für Schritt zurück und zeigte zuletzt einen klaren Aufwärtstrend. „Die letzten Wochen hatten wir noch einmal Zeit, gezielt auf die Europameisterschaft hinzuarbeiten, und ich habe versucht, diese bestmöglich zu nutzen. Ich freue mich schon sehr auf Samstag und bin gespannt, was möglich ist“, blickt Kempf voraus.
ZEITPLAN
Samstag, 18. Juli 2026
08:30-14:45 Uhr: Boulder-Qualifikation Herren
16:30-21:45 Uhr: Boulder-Qualifikation Damen
Sonntag, 19. Juli 2026
10:00-12:30 Uhr: Boulder-Halbfinale Damen und Herren
15:45-17:05 Uhr: Boulder-Finale Herren
17:30-18:50 Uhr: Boulder-Finale Damen

