Zahlreiche weitere Topplatzierungen unterstrichen die hohe Qualität des österreichischen Nachwuchses und lieferten eine gelungene Generalprobe für die kommenden internationalen Höhepunkte.
Für das Highlight aus österreichischer Sicht sorgte Jakoba Rauter in der Kategorie U19. Die Tirolerin dominierte den Bewerb von Beginn an, führte bereits nach dem Semifinale und krönte ihre Leistung im Finale mit 83,9 Punkten und dem souveränen Gewinn des Europameistertitels. Hinter ihr landeten Alma Sapir Halevi (ISR/54,4) und Paula Mayer-Vorfelder (GER/53,8) auf den weiteren Podestplätzen.
„Es war mein erster EM-Titel und natürlich ein großes Ziel von mir. Nach Platz drei in der Qualifikation und Rang eins im Semifinale wusste ich, dass ich gute Chancen habe. Gleichzeitig steigt damit auch der Druck. Umso stolzer bin ich, dass ich im Finale alles umsetzen konnte. Es war einer meiner perfekten Wettkämpfe“, sagte Rauter nach ihrem Triumph. Besonders hob sie auch den Teamzusammenhalt hervor: „Die Stimmung war unglaublich. Die Unterstützung durch das Team und die Trainer war einfach großartig.“
Silber für Auersperg, Rang vier für Uznik
Ebenfalls auf das Podest kletterte Ilja Auersperg in der U21-Kategorie. Mit 68,7 Punkten musste sich der Österreicher lediglich Tomer Yakobovitch (ISR/69,1) geschlagen geben und sicherte sich die Silbermedaille. Bronze ging an Yonatan Katz (ISR/59,6). Der Wiener zeigte über alle drei Wettkampfrunden hinweg konstante Spitzenleistungen und belegte bereits in Qualifikation und Semifinale Podestplätze.
„Nach einem Jahr mit einigen Höhen und Tiefen bin ich sehr glücklich über dieses Ergebnis. Es war wichtig zu sehen, dass ich konstant auf diesem Niveau performen kann. Das Podium war extrem knapp – mit einem Zug mehr wäre Gold möglich gewesen, mit einer Zone weniger hätte es auch Rang drei werden können. Deshalb bin ich mit Silber sehr zufrieden und freue mich jetzt auf den Heimweltcup in Innsbruck“, erklärte Auersperg.
Knapp an einer weiteren Medaille vorbei schrammte Timo Uznik. Der Kärntner belegte nach einem starken Wettkampf Rang vier und verpasste Bronze um lediglich 5,8 Punkte. Nach einer intensiven Wettkampfserie in den vergangenen Wochen präsentierte sich Uznik dennoch in hervorragender Form. „Ich habe mich sowohl mental als auch körperlich sehr gut gefühlt und konnte mich von Woche zu Woche steigern. Im Finale habe ich die Belastung der vergangenen Wochen zwar gespürt, trotzdem bin ich stolz auf meine Leistung. Es war unglaublich knapp, aber das Ergebnis bestätigt meine Form und gibt viel Motivation für den Heimweltcup“, resümierte Uznik.
Kathan glänzt im Semifinale
Für ein weiteres Ausrufezeichen sorgte Adrian Kathan in der U19-Kategorie der Burschen. Der Vorarlberger gewann das Semifinale und zeigte dort eine herausragende Leistung. Im Finale fand er jedoch nicht ganz seinen Rhythmus und belegte am Ende den starken siebenten Rang.
„Im Finale habe ich mich auf den Bouldern nicht ganz wohlgefühlt und keinen richtigen Flow gefunden. Umso mehr freue ich mich über meine starke Semifinalrunde, auf die ich wirklich stolz bin. Insgesamt ist es trotzdem ein sehr gutes Ergebnis“, sagte Kathan.
Starke Leistungen in den Nachwuchsklassen
Auch in den weiteren Altersklassen konnten die österreichischen Athlet:innen mit respektablen Leistungen aufzeigen. In der U21 erreichte Boulder-Staatsmeisterin Katharina Bergmann Rang zwölf, Sina Willy wurde 16.
Bei den U17-Mädchen qualifizierte sich Luisa Haid als Fünfte der Qualifikation souverän für das Halbfinale und belegte schlussendlich Rang 19. Anja Mair (41.), Ella Graf (47.) und Isabella Herzgesell (62.) verpassten den Einzug in die nächste Runde.
Bei den U17-Burschen schafften Jakob Burtscher und Julian Leitner den Sprung ins Halbfinale. Burtscher belegte Rang elf und verpasste die Finalteilnahme nur knapp, Leitner wurde 24. Raphael Hubmann (27.), Julian Pliger (37.) und Felix Mayer-Tollinger (39.) komplettierten das österreichische Ergebnis.
In der U19-Kategorie der Burschen belegte Alexander Narr Rang 40, Mathäus Kathan wurde 42. Bei den U21-Burschen erreichte Julian Schrittwieser Platz 13, Raffael Gruber klassierte sich auf Rang 26.
Mit zwei Medaillen, mehreren Final- und Halbfinalteilnahmen sowie zahlreichen starken Einzelresultaten fällt die Bilanz der österreichischen Nachwuchskletter:innen bei der Europameisterschaft in Sukoró äußerst positiv aus. Die gezeigten Leistungen machen jedenfalls Lust auf die kommenden internationalen Herausforderungen – allen voran auf den Heimweltcup in Innsbruck.

