Nach knapp 200 Teilnehmer:innen beim Saisonauftakt in Salt Lake City werden in Tirol erstmals mehr als 300 Athlet:innen erwartet.
Einer von ihnen ist der Österreicher Michael Schlegl, der in der Sportklasse RP1 an den Start geht. Für den Lokalmatador hat Innsbruck einen besonderen Stellenwert: „Innsbruck hat eine spezielle Magie. Die Bergkulisse im Hintergrund ist einzigartig. Dazu kommt die Wettkampfarena, die wie ein Stadion aufgebaut ist. Das sorgt für eine besondere Atmosphäre – sowohl für die Zuschauer:innen als auch für uns Athlet:innen. Innsbruck ist die Heimat des österreichischen Klettersports.“
Rekordfeld in der Kletterhauptstadt
Mit 301 gemeldeten Athlet:innen setzt die Veranstaltung neue Maßstäbe. In den vergangenen Jahren bewegten sich die Teilnehmerzahlen meist um die 200. Das starke Wachstum spiegelt nicht nur die zunehmende Popularität des Paraclimbings wider, sondern auch die Dynamik, die durch die Aufnahme des Sports ins paralympische Programm entstanden ist. „Es ist großartig zu sehen, wie unsere Community wächst und immer mehr Kletterinnen und Kletterer in allen Klassen dazukommen“, sagt Schlegl.
Die World Climbing Para Series führt die Athlet:innen in dieser Saison durch Nordamerika, Europa und Asien. Jede Station hat ihren eigenen Charakter, doch für Schlegl bleibt der Heimweltcup das Highlight des Jahres: „Klettern ist überall schön, aber zuhause ist es für mich am schönsten. Die Kulisse, die Atmosphäre und die Zuschauer machen Innsbruck zu etwas ganz Besonderem. Zuhause ist zuhause.“
Der Tiroler feierte sein Debüt auf Weltcupniveau 2024 in Innsbruck. Nach seiner verletzungsbedingten Pause beim Saisonauftakt in Salt Lake City greift er nun erstmals in dieser Saison ins internationale Geschehen ein. „Die Saison läuft grundsätzlich gut, auch wenn ich im Frühjahr eine Bänderverletzung hatte. Zum Glück bin ich rechtzeitig wieder fit geworden. Das Training war sehr intensiv und ich hoffe, dass sich die Arbeit auszahlt“, erklärt der 29-Jährige.
Heimweltcup als Saisonhöhepunkt
Für seinen Auftritt vor heimischem Publikum hat Schlegl ein klares Ziel vor Augen: „Ich möchte ins Finale kommen und einen Platz auf dem Podium holen.“ Die Konkurrenz wird allerdings stark sein. In der Klasse RP1 der Männer treffen mit dem Franzosen Aloïs Pottier, dem Deutschen Korbinian Franck und dem Norweger Kim Rishaug gleich drei Medaillengewinner des Weltcupauftakts von Salt Lake City aufeinander. Auch das österreichische Team ist prominent besetzt. Neben Schlegl zählen Angelino Zeller (AL1), Jasmin Plank (RP2) und Linda Le Bon (B2) zu den größten heimischen Hoffnungsträger:innen. Mit mehr als 40 Athlet:innen reist zudem ein starkes US-Team nach Innsbruck. Zu den bekanntesten Namen gehören Brian Zarzuela (AU2), Maureen Beck (AU2) und Mason Keough (AU3), die beim Saisonauftakt Gold gewannen und entscheidend zum beeindruckenden Medaillenkonto der USA beitrugen.
Das Teilnehmerfeld vereint dabei erfahrene Weltklasse-Athlet:innen und internationale Debütant:innen. Während etwa Japans Sho Aita oder die Französin Lucie Jarrige bereits zahlreiche Erfolge auf höchstem Niveau gefeiert haben, wird der Zypriot Iraklis Michael in Innsbruck seinen ersten internationalen Paraclimbing-Wettkampf bestreiten.
Die Qualifikationen beginnen am Montag, dem 15. Juni, um 9:00 Uhr. Die Finalentscheidungen stehen am Dienstag, dem 16. Juni, ab 16:00 Uhr auf dem Programm und werden live auf dem YouTube-Kanal von World Climbing übertragen.

