Nach zwei starken Qualifikationsrouten, einem beeindruckenden dritten Platz im Semifinale und ihrem zweiten Finaleinzug in Folge belegte die in Innsbruck lebende Niederösterreicherin im Vorstieg schließlich Rang sechs. Trotz eines nicht ganz nach Wunsch verlaufenen Finales zog Pilz ein positives Fazit.
Bereits vor zwei Wochen hatte die Olympia-Bronzemedaillengewinnerin von Paris 2024 in Prag (CZE) das Finale erreicht. In Innsbruck-Tirol bestätigte sie diesen Aufwärtstrend eindrucksvoll. Vor einer stimmungsvollen Kulisse im Kletterzentrum Innsbruck überzeugte die 29-Jährige vor allem am Semifinaltag mit einer herausragenden Leistung und Rang drei.
Im Finale war für Pilz bei Griff 25+ Endstation. Eine Schlüsselstelle stellte zahlreiche Athletinnen vor Probleme. „Die Griffe waren etwas ungewöhnlich gedreht. Man hatte das Gefühl, vieles probieren zu können, aber nichts hat sich wirklich gut angefühlt“, analysierte Pilz nach dem Bewerb. „Ich bin da ein wenig in einer Sackgasse gelandet und konnte nicht flexibel genug auf eine andere Lösung umstellen. Diese Stelle hat mich bei der Besichtigung schon etwas verwirrt. Aber es haben alle anderen auch gestruggelt. Irgendwie war ich dann im Finale etwas ‚lost‘.“
Entsprechend überwog unmittelbar nach dem Finale die Enttäuschung. „Am Samstag hatte ich deutlich mehr Spaß als heute“, sagte Pilz mit Blick auf ihre starke Semifinalleistung. Gleichzeitig hob sie die besondere Atmosphäre des Heimweltcups hervor: „Für mich ist Innsbruck der beste Weltcup der Saison. Schon der Warm-up-Bereich ist außergewöhnlich, die Organisation ist fantastisch, die Volunteers sind unglaublich freundlich und die Routen sind sehr gut geschraubt.“
Trotz des enttäuschenden Finalverlaufs nimmt die Österreicherin viel Positives aus dem Wochenende mit. Vor allem die Leistungen in Qualifikation und Semifinale bestätigen, dass die Formkurve weiter nach oben zeigt. „Ich nehme vor allem den Samstag mit. In allen drei Routen bin ich richtig gut geklettert. Es hat sich gut angefühlt, die Form hat sich gut angefühlt und genau das nehme ich aus Innsbruck mit. Der Spaß am Wettkampfklettern ist zurück.“
Nach schwierigen Monaten sieht sich Pilz auf dem richtigen Weg. Im Vergleich zu ihrer Topform bei den Olympischen Spielen in Paris schätzt sie ihren aktuellen Leistungsstand bereits wieder auf rund 85 Prozent ein. „Paris war eine außergewöhnlich intensive Vorbereitung und es herrschten ganz andere Voraussetzungen. Olympische Spiele sind noch einmal etwas Besonderes. Aber ich merke, dass ich mich Schritt für Schritt wieder annähere.“
Mit zwei Finaleinzügen in Folge und einer starken Vorstellung vor heimischem Publikum blickt Jessica Pilz nun optimistisch auf die kommenden Weltcupstationen der Saison sowie die bevorstehende Europameisterschaft im Juli in Barcelona (ESP).

