Nach dem erfolgreichen Auftakt im Boulderbewerb mit den Semifinaleinzügen von Nicolai Uznik und Jan-Luca Posch sorgten am Donnerstag auch die Lead-Spezialist:innen für rot-weiß-rote Erfolgserlebnisse. Jessica Pilz, Mattea Pötzi und Jakob Schubert qualifizierten sich für die Runde der besten 24 und stehen im Lead-Semifinale.
„Mit drei Semifinalplätzen können wir insgesamt zufrieden sein. Jessica hat mit einem Top auf der zweiten Route ihre starke Form bestätigt, und auch Jakob hat bei seinem ersten Wettkampf seit der WM in Seoul souverän den Einzug in die nächste Runde geschafft. Besonders gefreut hat mich Mattea, die nach einem Missgeschick auf der ersten Route mental stark geblieben ist und sich mit einer hervorragenden zweiten Route noch ins Semifinale gekämpft hat. Knapp vorbei ging es für Ines und Felix, die beide gezeigt haben, dass sie das Potenzial für die Top 24 haben. Bei Stefan und Magdalena haben Verletzung beziehungsweise Krankheit in der Vorbereitung eine große Rolle gespielt, deshalb sind ihre Leistungen entsprechend einzuordnen“, resümierte KVÖ-Nationalcoach Fabian Leu.
Schubert meldet sich erfolgreich zurück
Besonders erfreulich verlief der Wettkampf für Jakob Schubert. Der zweifache Olympia-Bronzemedaillengewinner bestritt in Prag seinen ersten internationalen Wettkampf seit der Weltmeisterschaft 2025 in Seoul und löste als Neunter der Qualifikation souverän das Semifinalticket. Mit zwei soliden Auftritten auf den Qualifikationsrouten ließ der Tiroler Ausnahmesportler nie Zweifel am Aufstieg aufkommen.
„Es hat auf jeden Fall sehr Spaß gemacht, endlich wieder bei einem Wettkampf dabei zu sein. Das Wichtigste war, ins Halbfinale zu kommen, und das habe ich sehr souverän geschafft. Trotzdem bin ich mit Platz neun nicht ganz zufrieden. Mein Ziel war es schon, weiter vorne dabei zu sein“, erklärte Schubert. Vor allem mit den äußeren Bedingungen hatte der mehrfache Weltmeister zu kämpfen: „Ich habe mich heute sehr schwer getan mit der Reibung auf den Griffen. Das hat mich an die WM in Korea erinnert. Jetzt gilt es, für das Halbfinale einen Weg zu finden, damit ich mein Potenzial besser abrufen kann. Ich denke aber, dass da noch ein großer Schritt nach vorne möglich ist.“
Weniger nach Wunsch verlief der Bewerb für Felix Mader, der Rang 35 belegte und den Semifinaleinzug verpasste. Für Stefan Scherz stand in Prag hingegen vor allem das Wettkampf-Comeback im Vordergrund. Nach einer langwierigen Fingerverletzung und einer zusätzlichen Erkrankung unmittelbar vor dem Bewerb fehlte dem Vorarlberger noch die nötige Wettkampfpraxis. Am Ende belegte Scherz Rang 57.
„Die fehlende Vorbereitung hat sich bemerkbar gemacht. Ich habe lange mit den Fingern zu kämpfen gehabt und bin dann auch noch krank geworden. Trotzdem war es wichtig, wieder Wettkampfluft zu schnuppern und in den Rhythmus hineinzukommen. Jetzt hoffe ich, dass es beim Heimweltcup in Innsbruck schon deutlich besser läuft“, sagte Scherz.
Pilz toppt, Pötzi kämpft sich ins Semifinale
Auch bei den Damen präsentierte sich Österreich stark. Jessica Pilz qualifizierte sich als Achte souverän für das Semifinale. Nachdem die in Innsbruck lebende Niederösterreicherin auf der ersten Route noch unter ihren Möglichkeiten geblieben war, gelang ihr auf der zweiten Qualifikationsroute ein Top und damit ein starkes Ausrufezeichen.
„Die erste Route war nicht so gut. An einer Stelle habe ich den Fuß nicht zur Hand gebracht und konnte danach nicht mehr weiterklettern. Mit dieser Route war ich nicht zufrieden, weil ich nicht an meinem Limit war. Die zweite Route ist mir dafür sehr gut gelegen, ich bin richtig gut hineingekommen – und ein Top ist natürlich immer cool“, analysierte Pilz.
Für zusätzlichen Jubel sorgte Mattea Pötzi. Die Kärntnerin zeigte insbesondere auf der zweiten Route eine starke Leistung und musste anschließend bis zum Ende des Bewerbs um den Aufstieg zittern. Als 24. und letzte Qualifizierte schaffte sie schließlich den Sprung ins Semifinale. „Nach der ersten Route war ich enttäuscht, weil mir an einer entscheidenden Stelle die Hand aufgegangen ist. Deshalb war für die zweite Route klar: volle Attacke. Ich bin sehr zufrieden, wie ich geklettert bin, und hatte eigentlich nicht mehr damit gerechnet, dass es fürs Semifinale reicht. Umso größer ist jetzt die Freude. Als 24. habe ich nichts zu verlieren und werde am Sonntag alles geben“, sagte Pötzi.
Knapp am Aufstieg vorbei schrammte Ines Schwaiger als 28 vorbei. Magdalena Kompein beendete den Wettkampf auf Rang 59, Julia Fiser klassierte sich auf Rang 65.
ZEITPLAN
Freitag, 5. Juni
12:00-14:30 Uhr: Boulder-Semifinale Herren
19:30 Uhr: Boulder-Finale Herren
Sonntag, 7. Juni
10:30-13:00 Uhr: Lead-Semifinale Damen und Herren
18:00 Uhr: Lead-Finale Damen
19:00 Uhr: Lead-Finale Herren

