Nach den Entscheidungen im Bouldern geht es bei der World Climbing Series Innsbruck am Samstag nahtlos weiter. Bereits um 8 Uhr Früh startete bei Damen und Herren die Qualifikation im Vorstieg. Jessica Pilz und Jakob Schubert erfüllten die „Pflicht“ und zogen souverän ins Semifinale (Samstag, 19:30 Uhr) ein, insgesamt meisterten drei KVÖ-Athlet:innen den Aufstieg ins Halbfinale der besten 24. Zu einem emotionalen Abschied kam es ebenfalls.
Nur knapp zehn Stunden nach dem Boulder-Finale der Herren ging es in der Freiluft-Arena am Areal des Kletterzentrum wieder zur Sache. Mit Jessica Pilz und Jakob Schubert stiegen in der Vorstiegs-Qualifikation auch die beiden rot-weiß-roten Aushängeschilder ins Geschehen ein – und das mit Erfolg.
Pilz zeigte auf beiden Quali-Routen starke Leistungen und beendete die Qualifikation mit 38 bzw. 35+ Griffen auf Rang drei. „Ich habe mich ganz gut gefühlt, obwohl es brutal heiß war. Innsbruck ist immer besonders, ab dem ersten Griff spürt man das“, so die in Innsbruck lebende Niederösterreicherin. „Die Vorfreude auf das Halbfinale ist groß!“
Besser als Pilz waren nur Sloweniens Superstar Janja Garnbret und die Koreanerin Chaehyun Seo. Mattea Pötzi (32+, 32+) erreichte Platz 13. „Die Qualifikation ist oft der schwierigste Teil des Tages, weil man dort eigentlich nur verlieren kann. Jetzt ist der erste Schritt geschafft – und genau deshalb freue ich mich darauf, heute Abend im Halbfinale noch einen draufzulegen“, sagte die Kärntnerin.
Schubert mit Wut im Bauch ins Semifinale
Bei den Herren gelang Jakob Schubert mit einer souveränen Quali-Vorstellung (47+, 36+) und Rang sechs der Halbfinaleinzug. „Die Pflicht ist erfüllt, das zählt in der Qualifikation. Ich wäre aber schon gerne etwas besser geklettert, ganz zufrieden kann ich damit nicht sein“, zeigte sich der zweifache Olympia-Bronzemedaillengewinner gewohnt selbstkritisch. „Ich muss im Halbfinale alles herausholen, ein Finaleinzug ist längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Mit diesem Mindset klettere ich aber ohnehin am liebsten.“
Ein starkes Weltcup-Debüt lieferte Christian Leitner ab. Der 17-jährige Grazer lag nach der ersten Route auf Semifinal-Kurs und landete schließlich auf Rang 27 – nur knapp außerhalb der Top-24.
Emotionaler Abschied
In der Qualifikation wurde es auch emotional: Julia Fišer absolvierte vor heimischer Kulisse ihren letzten Weltcupeinsatz, das Resultat (Platz 60) war dabei nebensächlich. Familie, Freunde und Teamkolleg:innen unterstützten die 29-jährige Tirolerin lautstark und mit selbst gebastelten Schildern.
„In der ersten Route hat sich alles noch ganz normal angefühlt. Ich war im Flow, habe gekämpft und einfach das gemacht, was ich mein ganzes Leben lang gemacht habe. Erst in der zweiten Route, als ich die Plakate gesehen und die Unterstützung von meinen Freunden gespürt habe, ist mir bewusst geworden, dass das heute wirklich mein letzter Wettkampf war“, sagte Fišer.
Kurz später brachen alle Dämme: „Als ich gesehen habe, wie viele Menschen gekommen sind, um diesen Moment mit mir zu teilen, war das überwältigend. Diese Wertschätzung von Teamkolleg:innen, Freunden und Wegbegleitern ist wahrscheinlich das schönste Geschenk, das man zum Karriereende bekommen kann.“
Die Halbfinals steigen am Samstag ab 19:30 Uhr, die Finals der Top-8 folgen am Sonntag ab 19:30 Uhr (jeweils live auf ORF Sport+).
Die weiteren Ergebnisse der KVÖ-Athlet:innen:
32. Ines Schwaiger
44. Anika Deubler
54. Sarah Feichtenschlager
56. Magdalena Kompein
40. Felix Mader
43. Stefan Scherz
51. Adrian Kathan
67. Matthäus Kathan
68. Lukas Sager

