Traumdebüt für Kärntner Zukunftshoffnung

16-jährige Paraclimberin überzeugt bei der World Climbing Para Series in Innsbruck mit Qualifikationsrang zwei.

Ein Einstand nach Maß für Lilli Marie Laschitz: Die 16-jährige Kärntnerin hat bei ihrem ersten internationalen Weltcup-Auftritt im Rahmen der World Climbing Para Series in Innsbruck auf Anhieb das Finale erreicht. In der Kategorie B1 (sehbeeinträchtigte Athletinnen) belegte die Nachwuchskletterin am Montag in der Qualifikation den hervorragenden zweiten Platz und sicherte sich damit souverän das Ticket für das Finale am Dienstag.

 

Vor heimischem Publikum zeigte Laschitz eine starke Leistung auf den beiden Qualifikationsrouten, holte auf der zweiten als einzige Athletin das Top. Unterstützt wurde sie dabei von Annika Behlen, die ihr während des Kletterns die notwendigen Informationen zur Route ansagte.

 

„Dass ich gleich bei meinem ersten Weltcup ins Finale komme, hätte ich wirklich nicht erwartet“, freute sich Laschitz nach dem Bewerb. „Die erste Route war relativ schwer, die zweite überraschend leicht. Vor allem vor der ersten Route war ich sehr nervös. Aber nach dem ersten Durchgang wurde ich deutlich ruhiger. Jetzt bin ich einfach glücklich, dass ich im Finale bin.“

 

Von der Kletterwand zum Weltcup

 

Der Weg der Kärntnerin in den internationalen Paraclimbing-Sport begann früh. Schon als Kind entdeckte sie ihre Begeisterung für das Klettern. „Ich bin eigentlich schon immer irgendwo herumgehangen“, erzählt sie schmunzelnd. Mit acht Jahren begann sie regelmäßig zu klettern und entwickelte rasch Ehrgeiz und Leidenschaft für den Sport. Schnell kristallisierte sich Edith Scheinecker (B2) als großes Vorbild.

 

Einen entscheidenden Entwicklungsschritt machte sie mit Trainerin Annika Behlen, mit der sie mittlerweile seit mehreren Jahren zusammenarbeitet. „Annika ist eine richtig gute Trainerin. Sie schaut auf jede Kleinigkeit und arbeitet unglaublich genau. Das macht richtig Spaß“, erklärte die 16-Jährige.

 

Bereits früh erkannten die Verantwortlichen im österreichischen Paraclimbing ihr außergewöhnliches Potenzial. Schon 2020 wurde sie zu Para-Trainingslagern eingeladen und trainierte regelmäßig mit, obwohl sie damals aufgrund ihres noch jungen Alters noch kein offizielles Kadermitglied war. Ihr Talent, ihre Zielstrebigkeit und ihre Begeisterung für den Leistungssport waren schon damals unverkennbar.

 

Seit 2023 startet Laschitz bei nationalen und internationalen Bewerben. Heute gilt sie neben weiteren Nachwuchsathlet:innen als eine der größten Zukunftshoffnungen des österreichischen Paraclimbing-Sports.

 

Finale als nächster Schritt auf dem Weg nach oben

 

Trotz ihres überraschenden Erfolgs bleibt die Kärntnerin bescheiden. Für das Finale hat sie sich dennoch ein klares Ziel gesetzt: „Mein realistisches Ziel wäre ein Platz am Podest. Aber ich weiß auch, dass die Finalrouten noch einmal deutlich schwieriger werden. Deshalb heißt es jetzt einfach: alles geben.“

 

Bis dahin setzt die 16-Jährige auf ihre bewährte Vorbereitung: ausreichend Schlaf, gutes Essen und möglichst viel Entspannung. „Ich habe keinen besonderen Plan. Ich höre einfach auf mein Gefühl. Bis jetzt funktioniert das ganz gut.“

 

Mit ihrem beeindruckenden Weltcup-Debüt in Innsbruck hat Lilli Marie Laschitz jedenfalls bereits ein starkes Ausrufezeichen gesetzt – und gezeigt, dass Österreichs Paraclimbing-Zukunft vielversprechend aussieht.

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