Nicolai Uznik und Jan-Luca Posch schafften am Mittwoch den Sprung in das Halbfinale. Während Uznik als Neunter mit fünf Tops souverän aufstieg, löste auch Boulder-Staatsmeister Posch als 21. sein Ticket für die nächste Runde. Bei den Damen verpassten die Österreicherinnen den Einzug ins Semifinale.
„Die Qualifikationsrunden waren sowohl bei den Herren als auch bei den Damen eher auf der leichteren Seite. Man musste viele Tops sammeln, um den Sprung ins Halbfinale zu schaffen“, analysierte KVÖ-Coach Katharina Saurwein. „Nicolai ist richtig gut und sehr selbstbewusst geklettert. Er hat viel aus Madrid mitgenommen und ist mit einer ganz anderen Einstellung auf die Matte gegangen. Jan-Luca musste zwar wieder etwas zittern, aber ich hoffe, dass sich jetzt das Blatt wendet. Im Training zeigt er seit Wochen starke Leistungen. Das Halbfinale sollte beiden mit seinen vielen koordinativen Elementen liegen.“
Österreichs Herren überzeugen in der Qualifikation
Besonders erfreulich verlief die Qualifikation aus österreichischer Sicht für Nicolai Uznik. Mit fünf Tops und 123,8 Punkten belegte der Kärntner Rang neun und meldete sich nach zuletzt knapp verpassten Semifinal-Aufstiegen eindrucksvoll zurück.
„Die Qualifikation ist gut gegangen. Ich bin eigentlich sehr zufrieden und happy mit der Performance. Es ist natürlich cool, jetzt wieder im Halbfinale zu sein, nachdem es in Bern und Madrid nicht so gegangen ist, wie erhofft“, sagte Uznik. Vor allem der unglückliche Ausgang zuletzt habe ihn zusätzlich motiviert: „Heute habe ich es besser geschafft, frei und selbstbewusst zu klettern. Es ist schön zu sehen, dass ich nach wie vor vorne mitklettern kann.“
Auch Jan-Luca Posch durfte jubeln. Mit 84,6 Punkten, drei Tops und Rang 21 gelang dem amtierenden Boulder-Staatsmeister erstmals in dieser Weltcup-Saison der Einzug in die Runde der besten 24 Athleten. Entsprechend groß war die Erleichterung. „Natürlich ist es voll geil, dass es jetzt endlich aufgegangen ist. Mir fällt schon ein großer Stein vom Herzen“, erklärte der Tiroler. „Ich bin eigentlich recht zufrieden, wie ich geklettert bin. Jetzt bin ich natürlich froh, dass ich endlich im Semifinale bin. Der Knoten ist aufgegangen und jetzt wird natürlich volle Attacke gegeben.“
Timo Uznik belegte Rang 31 und verpasste die Top-24 ebenso wie Andreas Hofherr (81.) und Raffael Gruber (85.). Das Halbfinale der Herren geht am Freitag über die Bühne. Die Entscheidung um den Finaleinzug fällt zwischen 12:00 und 14:30 Uhr.
KVÖ-Coach Saurwein sieht auch hinter den Resultaten der weiteren Österreicher positive Entwicklungen: „Timo ist richtig gut geklettert und hat erstmals auf diesem Niveau zeigen können, was er draufhat. Das war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Selbstvertrauen.“ Weniger erfreulich verlief der Wettkampf für Raffael Gruber. Der Tiroler war bereits angeschlagen nach Prag gereist. „Rafi ist krank angereist und hat schnell gemerkt, dass heute einfach nichts möglich war“, erklärte Saurwein.
Trio verpasst Semifinale
Bei den Damen blieb der Einzug ins Halbfinale diesmal außer Reichweite. Beste Österreicherin bei ihrem ersten Weltcup-Start war Jakoba Rauter, die mit 98,6 Punkten auf Rang 43 landete. Lea Kempf belegte Rang 47, Lena Schrittwieser wurde 79.
„Mit vier Tops bei meinem ersten Weltcup bin ich natürlich zufrieden. Gleichzeitig weiß ich, dass ich noch deutlich mehr zeigen kann. Die Nervosität war während des gesamten Wettkampfs spürbar und ich habe gemerkt, wie besonders diese erste Weltcup-Erfahrung für mich war. Umso mehr freue ich mich, dass ich trotzdem meine Leistung abrufen konnte. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht und ich nehme viele wertvolle Erfahrungen mit. Jetzt bin ich auf jeden Fall hungrig auf mehr und motiviert, beim nächsten Mal noch besser zu klettern“, zog Rauter eine positive Bilanz.
Auch KVÖ-Coach Saurwein zog bei den Damen ein differenziertes Fazit. Besonders erfreulich sei die Entwicklung von Lea Kempf gewesen: „Man merkt von ihrer Schulterverletzung kaum mehr etwas. Was noch fehlt, ist Trainingszeit. Nach der langen Pause braucht sie einfach Geduld, aber sie ist auf einem sehr guten Weg.“ Für Debütantin Jakoba Rauter überwogen trotz des verpassten Halbfinales die positiven Eindrücke. „Es waren unglaublich viele neue Eindrücke auf einmal. Die Nervosität war groß, aber vier Tops bei ihrem ersten Weltcup sind dennoch ein starkes Ergebnis. In Innsbruck wird ihr diese Erfahrung sicher helfen“, so Saurwein.
Neben dem Boulder-Weltcup steht in Prag auch ein Lead-Bewerb auf dem Programm. Die Qualifikation findet am Donnerstag von 10:00 bis 18:00 Uhr statt. Für Österreich gehen Jessica Pilz, Mattea Pötzi, Ines Schwaiger und Magdalena Kompein sowie Jakob Schubert, Felix Mader und Stefan Scherz an den Start.
ZEITPLAN
Donnerstag, 4. Juni
10:00-18:00 Uhr: Lead-Qualifikation Damen und Herren
Freitag, 5. Juni
12:00-14:30 Uhr: Boulder-Semifinale Herren
19:30 Uhr: Boulder-Finale Herren
Sonntag, 7. Juni
10:30-13:00 Uhr: Lead-Semifinale Damen und Herren
18:00 Uhr: Lead-Finale Damen
19:00 Uhr: Lead-Finale Herren

