In der Halbfinal-Hitzeschlacht können Jan-Luca Posch und Timo Užnik nicht ganz an ihre starken Leistungen aus der Qualifikation anknüpfen, nehmen aber viel Positives aus ihren persönlichen Premieren mit.
Bei Temperaturen um 35 Grad Celsius startete am Freitag das Boulder-Halbfinale der besten 24 Herren in der gut besuchten Freiluft-Arena am Areal des Kletterzentrum Innsbruck. Posch hatte auf den vier Bouldern zu kämpfen: Am ersten Problem gelang ihm keine Wertung, am zweiten zeigte er mit einem Top auf. Auf den Bouldern drei und vier sollten keine weiteren Punkte dazukommen.
In der Halbfinal-Endabrechnung landete der 28-jährige Tiroler, zuletzt beim Weltcup in Prag (CZE) im Finale der Top-8, mit 24,8 Punkten auf Rang 20. „Es war sehr heiß und anstrengend – leider ist es nicht so ganz aufgegangen. Schade, aber es hat trotzdem Spaß gemacht vor Heim-Publikum. Im Bouldern entscheiden Kleinigkeiten, ich nehme ein positives Gefühl mit, es war mein erstes Halbfinale in Innsbruck und ich fühle mich gut in Form.“
Die Temperaturen machten auch dem Lokalmatador zu schaffen: „Es war eine brutale Challenge, die Hitze zehrt an den Kräften. Aber es geht allen Athleten gleich, das gehört einfach dazu.“
Teamkollege Užnik erreichte auf den Bouldern zwei und vier jeweils die Zone und belegte mit 19,6 Zählern Platz 21. „Mit meiner Leistung heute bin ich insgesamt sehr zufrieden. Nach den vielen Wettkämpfen der letzten Wochen habe ich mich körperlich und mental trotzdem stark gefühlt. Natürlich hätte ich das Halbfinale gerne mit einem Top beendet, aber die Erfahrung, bei einem Heim-Weltcup vor diesem Publikum zu klettern, nehme ich sehr positiv mit. Das gibt mir viel Motivation für die nächsten Aufgaben.“
Wie nah Freud und Leid im Bouldern zusammenliegen können, zeigte sich bei US-Aushängeschild Colin Duffy. Der Zweite von Madrid, in der Qualifikation auf dem geteilten ersten Platz, landete gleichauf mit Užnik auf Rang 21.
Für den 20-jährigen Kärntner bildete der Halbfinaleinzug dennoch seinen bislang größten Erfolg im Erwachsenenbereich. Im Vorstieg erreichte er 2024 in Chamonix (FRA) ebenfalls ein Weltcup-Halbfinale, ehe er sich vor der aktuellen Saison für das Bouldern entschied. „Ich wurde lange als Lead-Spezialist gesehen, aber ich habe das Bouldern immer schon unglaublich gern gemacht. Deshalb freut es mich besonders, dass ich jetzt auch in dieser Disziplin zeigen konnte, was in mir steckt. Und bevor es dann jedes Mal auf die Matte geht, bekomme ich noch immer Gänsehaut – nicht aus Nervosität, sondern weil ich mich einfach auf die Boulder und die Herausforderung freue.“
Den Halbfinalsieg sicherte sich Japans Superstar Sorato Anraku mit vier Tops und 99,7 Punkten, das Finale der Top-8 startet am Freitagabend um 19:30 Uhr vor ausverkauftem Haus. Am Samstag steigen in der Lead-Qualifikation (ab 8 Uhr) auch die beiden rot-weiß-roten Aushängeschilder Jessica Pilz und Jakob Schubert ins Geschehen ein.
Im Bouldern folgt in dieser Saison nur noch ein Weltcup-Bewerb in Salt Lake City (USA/16. bis 18. Oktober), von 17. bis 19. Juli steigt zudem die Boulder-EM in Barcelona (ESP).

