Weltcup-Bestzeit für Amon in Chamonix

Kevin Amon hat bei der World Climbing Series in Chamonix (FRA) mit einer neuen persönlichen Weltcup-Bestzeit aufgezeigt.

Der Niederösterreicher belegte im Speed-Bewerb in 5,03 Sekunden Rang 23 und verpasste den Einzug ins Finale der besten 16 Athleten um 0,07 Sekunden. Bei den Damen landete Johanna Nagl bei ihrem dritten Weltcupstart in 7,41 Sekunden auf Platz 31.

 

Nach der Premiere des neuen Speed-Formats am vergangenen Wochenende in Krakau (POL) wurde beim traditionsreichen Weltcup in Chamonix (FRA) wieder im klassischen Modus geklettert. Jeweils die 16 schnellsten Athlet:innen der Qualifikation lösten das Ticket für die Finalrunde am Samstag.

 

„Mit dem Herrenwettkampf können wir zufrieden sein, auch wenn es keine Finalqualifikation gab. Kevin (Anm.: Amon) hat mit seiner neuen Weltcup-Bestzeit ein positives Zeichen gesetzt. Er ist eine Zeit lang bei 5,17 Sekunden festgehangen und hat jetzt endlich den nächsten Schritt gemacht. Auch Lukas (Anm.: Windischer) und Alexander (Anm.: Bergmann) haben gezeigt, dass sie im Wettkampf ihre Leistung bringen können“, bilanzierte KVÖ-Nationalcoach Fabian Ebenhoch. Die äußeren Bedingungen hätten den Athleten zusätzlich einiges abverlangt: „Es war extrem schwül und drückend, dazu lag die ganze Zeit eine Gewitterstimmung in der Luft. Das macht es nicht leichter, aber die Bedingungen waren natürlich für alle gleich.“

 

Amon kratzt an der Fünf-Sekunden-Marke

 

Kevin Amon war in Chamonix einmal mehr der schnellste Österreicher. Nachdem der 21-Jährige im ersten Qualifikationslauf noch nicht optimal in den Wettkampf gefunden hatte, gelang ihm im zweiten Versuch eine deutliche Steigerung. Mit 5,03 Sekunden stellte er eine neue persönliche Bestleistung im Weltcup auf und belegte im 76 Athleten umfassenden Teilnehmerfeld Rang 23.

 

Für den Finaleinzug der besten 16 reichte es diesmal nicht. Dennoch lieferte Österreichs Speed-Ass einen weiteren Beleg dafür, welches Potenzial vorhanden ist. Besonders bemerkenswert: Der Lauf zur persönlichen Bestzeit fühlte sich für ihn keineswegs optimal an. „Wir haben aufgrund der schwülen Bedingungen vor allem am Start ziemlich kämpfen müssen. Umso cooler ist es, dass ich im letzten Lauf noch einmal etwas raushauen konnte. Der Lauf war nicht sauber und trotzdem stand am Ende eine 5,03 – das zeigt, dass noch einiges möglich ist. Natürlich wäre das Finale drinnen gewesen, aber die Richtung stimmt“, sagte der Niederösterreicher, der auch von der besonderen Atmosphäre in Chamonix begeistert war: „Die Location ist ein absoluter Klassiker. Die Kulisse und die vielen Zuschauer sind schon etwas ganz Besonderes.“

 

Alexander Bergmann absolvierte in Chamonix seine Weltcup-Premiere. Bei seinem ersten Antreten belegte er mit einer soliden Zeit von 5,80 Sekunden Rang 61. Lukas Windischer, der in Frankreich seinen dritten Weltcupstart bestritt, kam in 5,60 Sekunden auf Platz 53.

 

Ebenhoch ordnete die Leistungen der beiden jungen Athleten positiv ein: „Lukas hat sich im Verlauf des Wettkampfs gesteigert und Alexander war bei seiner Premiere sehr konstant. Beide können deutlich schneller klettern, aber gerade bei den ersten Auftritten auf diesem Niveau geht es auch darum, Wettkampferfahrung zu sammeln und die Leistungen Schritt für Schritt zu stabilisieren.“

 

Nagl bestätigt ihre Entwicklung

 

Bei den Damen war Johanna Nagl für Österreich am Start. Die Niederösterreicherin absolvierte wie Windischer ihren dritten Weltcup und kam mit 7,41 Sekunden nahe an ihre persönliche Bestmarke heran. Im zweiten Versuch erhöhte sie das Risiko, beging aber einen kleinen Fehler. In der Endabrechnung bedeutete das Rang 31.

 

„Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich komplett zufrieden bin. Gleichzeitig war es aber auch kein schlechter Wettkampf“, analysierte Nagl. „Der erste Lauf war solide. Wenn man im Weltcup weiter vorne mitspielen will, muss man aber voll riskieren. Das habe ich im zweiten Lauf gemacht, leider ist es diesmal nicht aufgegangen. Trotzdem nehme ich ein gutes Gefühl mit.“ Auch für die junge Österreicherin war der Weltcup-Klassiker am Fuße des Mont Blanc ein besonderes Erlebnis: „Ich habe von vielen Leuten gehört, dass Chamonix ein Wahnsinnswettkampf ist – und das kann ich nur bestätigen. Die Kulisse ist unglaublich, es waren richtig viele Leute da und die Stimmung war großartig.“

 

Für Nationalcoach Ebenhoch ist Nagls Auftritt ein weiterer wichtiger Schritt in ihrer Entwicklung: „Johanna hat in Krakau mehrere persönliche Bestzeiten aufgestellt und war jetzt wieder knapp an ihrer Bestmarke dran. Man kann nicht bei jedem Wettkampf einen riesigen Sprung erwarten. Manchmal ist auch ein Stabilisierungsschritt wichtig – und genau so muss man diesen Wettkampf einordnen.“

 

Am Samstagvormittag (9:00 Uhr) starten Jessica Pilz, Mattea Pötzi, Ines Schwaiger und Magdalena Kompein sowie Jakob Schubert, Stefan Scherz und Felix Mader in die Lead-Qualifikation in Chamonix.

 

ZEITPLAN
Samstag, 11. Juli 2026
09:00-16:00 Uhr: Lead-Qualifikation Damen und Herren

Sonntag, 12. Juli 2026
10:00-12:30 Uhr: Lead-Halbfinale Damen und Herren
20:30 Uhr: Lead-Finale Damen
21:25 Uhr: Lead-Finale Herren

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